Jahresrückblick – Das geschah 2016

„Frohes neues Jahr!“ Mit diesem Satz startete 2016. Gute Vorsätze und große Pläne im Kopf, hoffte man auf viele spannende Erlebnisse und besondere Momente in den kommenden 365 Tagen. Die Olympischen Spiele sollten nach Rio kommen, die Amerikaner einen neuen Präsidenten wählen und die EU mehrfach auf die Probe gestellt werden. Leider wird 2016 auch als ein Jahr der Anschläge in Erinnerung bleiben. Wie Medien und soziale Netzwerke auf die Ereignisse reagiert haben, zeigt dieser Rückblick auf ein turbulentes Jahr.

Mit dem erwartungsvollen Klirren der Sektgläser und einem bunten Feuerwerk am Himmel, startete das neue Jahr in den Januar. Während die einen mit der Familie feierten oder Party machten, ging auf der Kölner Domplatte etwas vonstatten, das uns noch lange beschäftigen sollte:  

Nach den sexuellen Übergriffen stand nicht nur die Polizei in der Kritik. Die Silvesternacht löste eine anhaltenden Debatte über Rassismus und Sexismus aus – auch die Reaktionen in Politik und den sozialen Medien waren deutlich:

Manuela Schwesig

Damit blieb die Silvesternacht, in der ja eigentlich der Ballast des vergangenen Jahres abgeworfen werden soll, in unliebsamer Erinnerung. Auch ansonsten sorgte der erste Kalendermonat für weitere traurige Ereignisse: Alan Rickman – bekannt als Professor Snape aus Harry Potter – und die britische Musiklegende David Bowie verstarben.  

Wie in jedem Jahr reiste die Aufmerksamkeit mancher Fernsehzuschauer von Ende Januar bis Anfang Februar wieder einmal in den australischen Dschungel. Wie immer mit an Board: Ein Haufen Z-Prominenter, die sich zwei Wochen zwischen Krokodilhoden und Kakerlakenduschen tummelten. Den Titel holte sich DSDS-Kultkandidat Menderes Bagci. Doch der noch größere Gewinner wurde am 28. Februar in Los Angeles gekürt: Nach fünf erfolglosen Nominierungen hielt Leonardo DiCaprio endlich seinen Oscar in den Händen. Die sozialen Netzwerke freuten sich mit ihm als hätte das eigene Kind soeben das Abitur bestanden:

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Noch lange wird der 22. März in Erinnerung bleiben: Mehrere Terroranschläge ereigneten sich in ganz Brüssel. Schnell ging das Bild der Attentäter um die Welt. Die drei Männer zündeten Sprengsätze im Flughafen Brüssel und in einer Metrostation – zahlreiche Menschen starben. Kurz darauf beanspruchte der „Islamische Staat“ die Anschläge für sich. Die Attentäter sollen außerdem zum Teil in Verbindung mit den Terroristen vom 13. November 2015, die in Paris 130 Menschen töteten, gestanden haben.

Überall auf der Welt zeigten die Menschen ihr Mitgefühl:

Für ordentlich Beef sorgte im April der Satiriker Jan Böhmermann, nachdem er in seiner Show ZDFneo Magazin Royale ein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Erdoğan vorgetragen hatte. Die türkische Regierung forderte ein Strafverfahren gegen den deutschen Komiker. Die Entscheidung fällte schließlich niemand geringeres als Angela Merkel – sie gab die Strafermittlung frei. Diese Entscheidung blieb nicht ohne Reaktionen:

Die „Staatsaffäre Böhmermann“ fand im Oktober ein Ende: Das Verfahren wurde eingestellt. Doch im April bevölkerte nicht nur Böhmermann die Medien, sondern auch die sogenannten Panama Papers. Dabei handelte es sich um vertrauliche Unterlagen des panamaischen Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca. Ein Jahr lang forsteten sich rund 400 Journalisten, unter anderem vom Rechercheverbund NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung durch die Datenberge. Seit der Veröffentlichung wimmelte es in den Medien von Begriffen wie „Steuerschlupflöcher“ und „Briefkastenfirmen. Die Folge der Enthüllung waren öffentliche Debatten über Steuerdelikte und Steuermoral.

Was, Bayern München ist wieder Deutscher Meister? – Eine Nachricht, die wohl die wenigsten im Mai überrascht hat. Für ebenso wenig Reaktionen sorgte die neue Aufmachung von Zigarettenschachteln: Schockbilder sollen künftig Raucher abschrecken. Keine allzu überzeugende Methode, findet diese Twitternutzerin:

Richtiges „Schietwetter“ herrschte im Juni, was dazu führte, dass einige Festivals wortwörtlich ins Wasser fielen. Die Besucher von Rock am Ring, Southside und Hurricane versuchten die Situation und Ausfälle mit Humor zu nehmen: 

Schockierte Gesichter, Proteste und Bürger, die ihre Auswanderung ankündigten: Großbritannien wird die EU verlassen. Mit diesem Ergebnis des Brexit-Referendums hatte keiner so wirklich gerechnet. Dementsprechend reagierten auch die Deutschen in den Sozialen Netzwerken: 

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Im Juli stand die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich an. Die Portugiesen mit Stürmerstar und Frauenschwarm Cristiano Ronaldo sicherten sich den Pott. Herzerwärmend zeigten sich aber andere: Die irischen Fußballfans begeisterten mit ihrer Fankultur. Die Medien waren hin und weg.   

Erschütterung beherrschte das Monatsende: Nachdem ein Lkw bei einer Parade in Nizza, die anlässlich des französischen Nationalfeiertages am 14. Juli auf der Promenade des Anglais stattgefunden hatte, in die Menschenmenge raste und 86 Menschen starben, folgte wenige Tage später eine Schreckensnachricht aus Deutschland: In Würzburg war ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling in einer Regionalbahn, bewaffnet mit Axt und Messer auf mehrere Menschen losgegangen. Das Axt-Attentat sollte jedoch nicht der letzte Anschlag im Juli bleiben – knapp eine Woche später folgte diese Meldung aus Ansbach:

Mitten im Herzen der bayrischen Stadt zündete ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien eine Rucksackbombe. In allen drei Fällen beanspruchte der  „Islamische Staat“ die schrecklichen Taten für sich. 

 

Wer nicht gerade durch die Gegend irrte, um Pokémons zu fangen, der wurde über die Rückkehr von Mario Götze zum BVB informiert. Mit diesem Wechsel zurück in den Pott, löste der Ex-Liebling der Dortmundfans zwiespältige Reaktionen aus:  

Bei einem Putschversuch in der Türkei starben im Juli mehrere hundert Menschen, viele weitere wurden verletzt. Laut der Regierung steckte das türkische Militär hinter dem gescheiterten Putsch, der die türkische Regierung um Präsident Erdoğan stürzen sollte. Seit diesem Vorfall „reinigt“ Erdoğan den türkischen Staatssektor – viele tausende Polizisten, Staatsanwälte, Richter und Soldaten wurde festgenommen. Die „Säuberung“ dauert immer noch an … 

Trauer in München: Ein 18-jähriger Amokläufer tötete an einem Einkaufszentrum neun Menschen. Noch während die Verfolgungsjagd lief, reagierten die Menschen auf Twitter. Münchener boten unter dem Hashtag #offenetür Zuflucht für Passanten an. 

Im Zeichen des Sports stand der Sommer. Gleich zwei Großereignisse beherrschten die Medien: Die Olympischen Spiele im August und die Paralympics wenige Tage später. Deutschland holte insgesamt 35 Gold-, 35 Silber- und 29 Bronzemedaillen. 

Wie? Du hast keine 28 1-Literflaschen Wasser in deiner Studentenbude? Na, lass das besser nicht Bundesinnenminister Thomas de Maizière hören. Denn in dem von ihm vorgestellten Katastrophenplan zur zivilen Selbstversorgung, sind  2 Liter Wasser pro Tag vorgesehen –  und die sollte man für 14 Tage auf Vorrat dahaben. Die Aufforderung zu #Hamsterkaeufen erntete viel Spott: 

Während alle Welt schon auf den US-Wahlkampf blickte, nutzte der jetzige Ex-Präsident noch einmal seine Macht: Barack Obama zog am 26. August per Dekret die Grenzen eines Meeresschutzgebietes bei Hawaaii neu – und schuf so das größte Naturschutzgebiet der Welt. Das Papahanaumokuakea Marine National Monument umfasst 1,5 Millionen Quadratkilometer.

Der eine triumphierte im September, der andere eher weniger: Während Apple in diesem Jahr zum siebten Mal „das neue I-Phone“ vorstellte, hatte Samsung mit hochexplosiven Materialien zu kämpfen. Das Galaxy Note 7 musste aus dem Verkauf zurückgerufen werden – der Akku könnte explodieren. Dafür erntete das Unternehmen einiges an Spott: 

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Ein richtiges Drama meldete die Klatschpresse dann Ende des Monats. Nach einer filmreifen Auseinandersetzung vor Familie und Angestellten, gaben Brad Pitt und Angelina Jolie ihre Trennung bekannt. Das war’s dann mit „Brangelina“:  

Vorsichtig war, wer im Oktober einen Fuß vor die Tür setzte: Das Phänomen der Horrorclowns schwappte von Amerika über den Ozean herüber. Die Gruselgestalten sorgten für zahlreiche Polizeieinsätze und verschreckte Bürger. Im Netz wurde der Hashtag #horrorclowns gern mal zweckentfremdet:

Im Hashtag-Dschungel war im Oktober auch der Hashtag #Mannequinchallenge beliebt: Während Rae Sremmurds „Black Beatles“ gespielt wird, frieren die Leute wie Mannequins ein und lassen sich dabei filmen. Natürlich wurde das zum Trend: 

Im November schienen sich die Ereignisse zu überschlagen. Da einigen sich nach jahrelangen Kämpfen die Gema und Youtube miteinander, Tatortfans feierten die 1.000 Folge an einem Sonntagabend und Angela Merkel will noch einmal zur Kanzlerwahl antreten, um Mutti der Nation zu bleiben. 

Außerdem feierte ein ehemalige Profifußballer sein Comeback – aber nicht etwa am Ball. Tim Wiese, Ex-Nationaltorwart stieg unter seinem Kampfnamen „The Machine“ in den Wrestling-Ring. Dafür erntete er nicht unbedingt Anerkennung, sondern vor allem viel Spott: 

So richtigen Trubel brachte der 8. November mit sich, als sich die US-Präsidentenwahl entschied: Donald Trump gegen Hillary Clinton. Der Wahlkampf ging auch hier in Deutschland nicht einfach vorüber. Trump wurde belächelt und verhasst, aber auch Clinton fand nicht nur Anhänger in den sozialen Medien. Lange war daher unklar, wer die Wahl für sich entscheiden würde. Die westliche Welt hoffte auf einen Sieg der Demokratin Clinton. Doch die Amerikaner entschieden anders: Donald Trump wurde zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Das Entsetzen war groß und die Ungewissheit über die Zeit unter Präsident Trump scheint ungebrochen.

Ein kleiner Lacher blieb im November dann doch noch: Das Jugendwort des Jahres wurde gewählt.

Doof nur, dass die Jugend damit gar nicht so wirklich was anfangen konnte: 

Gerade noch zum Weltmeistertitel gejubelt, verabschiedete sich Formel-1-Fahrer Nico Rosberg Anfang Dezember aus dem Rennwagen. Ein anderer entschied sich, wieder einzusteigen: Uli Hoeneß ist zurück in der Allianzarena. Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern, wurde er wieder zum Präsidenten des Vereins gewählt. Die Rückkehr des Ex-Knackis und Steuerhinterziehers Hoeneß gefiel nicht allen: 

Ob Angie de Strapazen um eine weitere Kanzlerkandidatur auch wirklich gewachsen ist? Nach dem Internet traf Merkel auf dem CDU-Parteitag erneut auf „Neuland“:  

Nach der US-Wahl, dem Brexit und weiteren Ereignissen, in denen sich der Populismus immer wieder zeigte, konnte die Entscheidung zum Wort des Jahres wohl nicht anders ausfallen: 

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Wir zählten schon die letzten Tage bis Weihnachten. Nur noch wenige irrten über den Campus – die meisten waren schon längst in die Heimat oder hetzten mit  Weihnachtsstress im Nacken durch die Gegend. Gedanklich schon beim Christbaum-Menü, stockte uns dann aber am Abend des 19. Dezembers der Atem. Die Eilmeldungen überschlugen sich: Ein Lkw war in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gefahren

Ganz Deutschland kannte nur noch ein Thema. Der Hashtag #Breitscheitplatz war überall zu lesen: 

In diesen Tagen werden immer mehr Details über die Tat bekannt: Der mutmaßliche Attentäter ist der tunesische Islamist Anis Amri. Nach Informationen von ZEIT Online soll er seit 2011 in Italien gelebt haben, von wo aus der 24-Jährige vier Jahre später nach Deutschland einreiste. Er gab sich als Flüchtling aus und soll sich bis zu sechs unterschiedliche Identitäten zugelegt haben. Nach dem Weihnachtsmarktanschlag war er während seiner dreitägigen Flucht über Lyon in Frankreich weiter nach Italien gereist. Am 23. Dezember wurde er in Mailand bei einem Schusswechsel von der italienischen Polizei getötet. Er war den Behörden gut bekannt, was aus einem Personenprofil hervorgeht, das WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung vorliegt.
Der Fall hat europaweit Diskussionen über strengere Sicherheitsgesetze ausgelöst. Sowohl Angela Merkel als auch Innenminister Thomas de Maizière kündigten für Deuschland politische Konsequenzen wie schnellere Abschiebungen von Terrorverdächtigen an.

 

2016 war ein turbulentes Jahr. Politische Negativmeldungen schienen sich zu überschlagen und zwischendurch fragte man sich: Was soll da noch alles kommen? Trotzdem gab es auch Positives in 2016. Momente, die Mut machen, die uns ein Lachen auf’s Gesicht gezaubert haben. In wenigen Tagen werden wir wieder erwartungsvoll unser Glas erheben, denn dann heißt es: Herzlich Willkommen, 2017!

 

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