Christlicher Hip Hop – bitte was?!

„Wir wollen durch unsere Musik zeigen, wie sehr Gott euch liebt.“ So einfach ist die Erklärung von Mirko Cavar über seine Musik. Zusammen mit Daniel Mura, besser bekannt als Myrical-l, bildet er die Band WORD. Ihr Musikgenre: Christlicher Hip Hop.

Die beiden wissen genau, dass ihr christlicher Ansatz ein paar Vorurteile ertragen muss. Hip Hop steht für viele Laien für eine Musik der harten Jungs, die sich durch provokante Texte beweisen wollen. „Wir beleidigen doch aber niemanden“, sagt Daniel und Mirko ergänzt: „Die meisten harten Hip Hopper sitzen in Wirklichkeit bei Mama auf der Couch und sind richtig nett.“ Hip Hop und Glaube stehen für sie nicht im Konflikt. 

Mit den Songs soll missioniert werden

Seit 2013 machen die beiden zusammen Musik, vorher beide nur für sich allein. Es war ein Hobby, bis sie gemerkt haben, dass sich Musik und Gott verbinden lassen: „Warum auch nicht? Wir lieben Musik, wir lieben Gott. Das passt“, meint Daniel.

Seit dem Beginn ihrer Band haben sie dasselbe Ziel: Die Verbreitung des Evangeliums von Jesus Christus. „Der Missionsauftrag der Bibel steht für WORD an erster Stelle“, so steht es auf der Internetseite der Band. „Wir proklamieren Gott. Ganz klar. Wir wollen auf ihn aufmerksam machen und seine Ideen und seine Liebe verbreiten“, sagt Mirko. In Gesprächen beenden sie manche Sätze mit „Amen“ und oft sagen sie mitten im Satz: „So wahr es Gott will.“

In ihren Texten geht es um Jesus Christus und das Evangelium – in welcher Form auch immer. Wie bei ihrem Song „Lukas 10 19″: Komm lieber jetzt ins Team Jesus, mein Freundchen! Nur ein Beispiel von vielen. „Es klingt alles etwas krasser, als es ist“, sagen sie.

Keine Hardcore-Christen

Denn als Hardcore-Christen würde Mirko sich und seinen Mitstreiter Daniel nicht bezeichnen. „Dann würden wir uns anmaßen, ein christliches Vorbild für andere zu sein. Wir nehmen einfach die Bibel als Fundament für unser Leben.“ Das heißt: radikal zu lieben, zu vergeben und Menschen Hoffnung schenken“, erklärt Mirko.

Die beiden spielen oft bei Jugendevents. Foto: wordmusiq

Ihre Fans allerdings leben nicht alle genau nach diesem Stil, wie die beiden Musiker es machen. Den Lebensstil brauchen sie aber auch nicht, um die Texte von WORD zu verstehen. „Wir wollen nicht nur irgendwelche Bibelverse aufsagen. Wir sprechen gesellschaftliche Themen an, mit denen sich alle identifizieren können“, erklärt Mirko.                                   

In dem Song „Fürchte dich nicht“, den die beiden von der Gruppe Capo Di Capi gecovert haben, geht es beispielsweise darum, dass jeder Mensch mit Hindernissen im Leben zu kämpfen hat:  Geldnot und deswegen Zukunftsangst – ein ganz allgemeines Thema also. WORD singt: „Du hast Angst vor den anderen zu versagen. Doch glaub‘ mir: Gesegnet sind die Werke deiner Hände.“ Und weiter: „Du bist gesegnet von Kopf bis Fuß. Fürchte dich nicht! Er ist bei dir.“ In anderen Songs geht es um das Thema Mobbing. Die Antwort von WORD darauf ist: Mit Nächstenliebe – die wichtigste Botschaft von Jesus – ist die Welt besser dran.

WORD kämpft gegen Vorurteile von allen Seiten

In einer Gesellschaft in der Jugendliche immer weniger Verbindung zum Glauben und zu Gott haben, stoßen die Texte der Band auch auf Unverständnis. WORD kämpft deshalb regelmäßig gegen Vorurteile. Daniel macht das aber nicht etwa wütend oder traurig, er kann diese Einstellung sogar nachvollziehen: „Wir hatten beide nichts mit Gott am Hut, als wir aufgewachsen sind. Wir haben auch erst später zu ihm gefunden.“ Von daher sei das okay, dass nicht alle sofort ihre Hintergedanken beim Musikmachen verstehen oder mögen.

Richtige Anfeindungen sind aber eher die Ausnahme. Wenn dann Mal welche kommen, ist es für die Band interessant zu sehen, von wem sie kommen. Böse Nachrichten bei Facebook und Co. werden

Die Band Word nachdenklich. Foto: wordmusiq

meistens nämlich nicht von bekennenden Atheisten verschickt. Von ihnen kommt sogar Zuspruch, sagt Daniel: „Uns schreiben Menschen an, die sich als Christen verstehen und sagen: ,Rumhüpfen in Videos zu biblischen Texten? Das geht gar nicht!‘ Wir sehen das nicht so und drücken unsere Freude aus.“

Schon zwei Alben veröffentlicht

Die Idee von einer missionierenden Band ist kein lockerer Gedanke mehr. Schon lange nicht. Bereits 2014 kam ihr ersten Album „Folge mir nach Deutschland“ heraus. Damals studierten beide noch. Heute sind sie verheiratet und fest im Berufsleben verankert. Ende 2016 folgte das zweite Album „Ruinen“. Beide CDs sind professionell aufgenommen worden und zu einzelnen Singles gibt es sogar professionelle Musikvideos. Dafür haben die beiden via Crowdfunding fast 11.000 Euro gesammelt. „Wir bekommen wirklich richtig gute Unterstützung“, sagt Mirko.

Leben können sie von ihrer Musik allerdings noch nicht. Sie arbeiten beide in Bürojobs. „Wenn Gott es will, dann werden wir unsere Leidenschaft aber irgendwann ganz ausleben können“, sagt Mirko. 

WORD spielen ihre Songs nicht nur in Kirchen und während Gottesdiensten. Sie treten auf Festivals auf, auf eigenen Konzerten und Jugendevents. Manchmal vor mehreren Tausend Besuchern – meist Jugendlichen. „Das ist ein super Gefühl zu sehen, dass Gottes Botschaft auch ankommt“, sagt Daniel. 

Einen kleinen Ausschnitt von ihrer Musik bekommt ihr hier. Freedom von WORD ft. Luna Simao

Titel- und Beitragsbild: wordmusiq