Kultur zum Nulltarif – KulturPott.Ruhr

Eine Vielzahl kultureller Angebote prägen das Ruhrgebiet: Theater, Museen, Kinos, Kulturbüros, Sportveranstaltungen und auch Konzerte sorgen für eine große Kulturszene. Dennoch bleiben immer wieder Plätze in den Sälen unbesetzt. Und dann gibt es vor den Türen Arbeitslose, Senioren mit geringer Rente oder Studierende, die sich die Attraktionen schlicht nicht leisten können. Dieses Problem löst der Verein KulturPott.Ruhr.   

Was tut der Verein?

Seit 2010 setzt sich KulturPott.Ruhr mit Hauptsitz in Gelsenkirchen dafür ein, alle Einwohner des Ruhrgebiets an der kulturellen Vielfalt teilhaben zu lassen. Finanzielle und soziale Grenzen sollen hierbei keine Rolle spielen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter vermitteln Restkarten von Kulturveranstaltungen an Menschen mit wenig oder keinem Einkommen. Bisher haben über 5000 Personen das Angebot genutzt, über 85000 Tickets wurden vermittelt. Auch Studierende haben die Möglichkeit, an kostenlose Karten zu kommen.

Bundesvereinigung Kulturelle Teilhabe

Wie läuft das Ganze ab?

Bei der Anmeldung gibt der Teilnehmer seine Interessen, mobilen Möglichkeiten und zeitliche Flexibilität an. Die Vermittler nehmen die Präferenzen in die Datenbank auf. Falls aktuelle Veranstaltungen mit den Angaben übereinstimmen, bekommen mögliche Interessenten einen Anruf. Die Ehrenamtlichen stellen das Angebot vor und wenn jemand Lust und Zeit bekundet, sichern sie der Person zwei Plätze auf der Gästeliste. „Bei einem Telefonat können wir ‚echtes Interesse‘ erkennen. E-Mails bedeuten oft einen Zwang oder führen zu keiner Reaktion“, erklärt Hannah Lütkenhöner-Krahe, Pressebeauftragte des Vereins. Außerdem können, wenn nötig, Alternativen beschrieben werden.

Was sind die Voraussetzungen?

Für die Anmeldung gelten gewisse Voraussetzungen. Um kostenlose Karten für Kulturveranstaltungen zu erhalten, muss der Teilnehmer weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung haben (es gilt die Armutsgrenze laut der OECD) oder Transferleistungen des Staates wie Arbeitslosengeld, Wohngeld, BAföG oder Sonstiges beziehen. Einmal im Jahr ist ein Nachweis beim Verein einzureichen. Die Daten werden vertraulich behandelt.

Kulturmentoren für Geflüchtete

Können auch Studierende teilnehmen?

Nur Studierende, die BAföG beziehen, können das Angebot wahrnehmen. Der Grund: Die Studierenden, deren Studium von den Eltern finanziert wird, leben in einem Familienverbund, durch den sie ihre monatlichen Einkünfte beziehen. Da die Eltern ihre Kinder finanzieren können, haben sie meist ein zu hohes Einkommen für Sozialleistungen. Die Studierenden hingegen, die BAföG bekommen, können nicht von den Eltern finanziert werden. Hier greift stattdessen eine Transferleistung des Staates. BAföG-Bezieher können sich daher mit ihrem Einkommensbeleg beim KulturPott.Ruhr anmelden. Das würden jedoch nur wenige machen, sagt Lütkenhöner-Krahe.

Viele Studierende wissen nichts von dem Kulturprogramm. Unter anderen sozialen Gruppen ist das Angebot verbreiteter.

Wie häufig kann man das Angebot wahrnehmen?

Ein Anruf erfolgt normalerweise einmal im Monat. Mithilfe der Datenbank soll es möglichst gerecht ablaufen. Die Ehrenamtlichen können herausfinden, wer in der vergangenen Zeit wie oft angerufen wurde. Das erleichtert die Orientierung. Bei spontanen Veranstaltungen verschicken die Mitarbeiter E-Mails. Hierbei gilt das Prinzip: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“

Wie meldet man sich an?

Interessierte mit den passenden Voraussetzungen können sich das Anmeldeformular auf der Website des Vereins herunterladen und gemeinsam mit dem Berechtigungsnachweis per Post oder E-Mail verschicken. Außerdem ist es auch möglich, sie an den verschiedenen Standorten des Vereins (Gelsenkirchen, Recklinghausen, Herten, Bottrop) abzugeben.

Mit welchen Kultureinrichtungen kooperiert der Verein?

KulturPott.Ruhr arbeitet mit über 100 verschiedenen Kulturinitiativen im Ruhrgebiet zusammen. Dazu zählen Kinos, Theater, Museen, Konzerthallen, Kulturbüros, Bibliotheken, Fußballvereine und, und, und. Wir haben die kooperierenden Einrichtungen aus den Universitätsstädten Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg in einer Karte dargestellt. Nicht alle Kulturpartner wollen jedoch öffentlich auftreten. Es kann also sein, dass auch Tickets anderer Einrichtungen angeboten werden, die nicht auf der Website auftauchen.

Beitragsbild: Kayla-Jane Barrie, lizenziert nach der creative commons license 

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