Campuslauf lockt Sportler

2,5 Kilometer, 5 Kilometer, 10 Kilometer. Walken, Laufen oder Treppen hochsprinten: Beim diesjährigen Campuslauf an der TU Dortmund ist für jeden etwas dabei. Die pflichtlektüre zeigt vorab, was am Mittwoch los sein wird und damit euch nicht schon nach den ersten Metern die Puste ausgeht, gibt es auch ein paar Tipps vom Laufexperten.

Jan-Philipp Müller präsentiert stolz die neue Rekordteilnehmerzahl. Foto: Emmanuel Schneider

Jan-Philipp Müller präsentiert stolz die neue Rekordteilnehmerzahl. Foto: Emmanuel Schneider

Jan-Philipp Müller ist gut gelaunt. Der Leiter des Hochschulsports der TU Dortmund freut sich schon auf den 27. Campuslauf am Mittwoch. Das Wetter soll gut werden und uußerdem kann Müller eine Rekordteilnehmerzahl vermelden: Stattliche 1.353 Läufer und Läuferinnen haben sich für das Campus-Laufevent angemeldet. Das sind rund 100 mehr als im vergangenen Jahr. Die meisten Läufer starten über die 10-Kilometer-Strecke: Ungefähr 500 Sportler werden den 2,5 Kilometer langen Rundkurs gleich viermal bewältigen.

„Den Campus bewegen“

„Wir wollen den Campus bewegen und einen Beitrag zur Campuskultur leisten“, sagt der 32-jährige Müller und lobt zugleich auch die Fachschaften, die sich kräftig für den Lauf engagieren. „Es wird auch jedes Jahr das Team mit der kreativsten Verkleidung ausgezeichnet, da hatten wir von den Rittern der Kokosnuss bis zu asiatischen Drachen alles dabei. Ich sitze auch in der Jury“, sagt er grinsend.

Der Campuslauf bedeutet aber nicht nur Spaß, sondern benötigt auch viel Zeit in der Organisation. „Insgesamt sind 70 Leute mit der Organisation des Campuslaufs beschäftigt“, erklärt Müller. Sanitäter, Zeitmesser, Verkehrskadetten und das Hochschulsportteam. „Bisher ist aber immer alles glatt gelaufen.“ Auf ein Rahmenprogramm verzichten die Veranstalter bewusst. „Der Lauf trägt sich selbst sehr gut, das ist das Wichtigste.“  Für die Läufer gibt es nach dem Lauf kostenlos Äpfel und Bananen.  Die Zuschauer können ihren Durst an einem Getränkestand löschen.

242 Treppen zum Glück

Beim Mathe-Tower-Run steht für den Notfall ein Sanitäter mit Defribillator im Zielbereich bereit. Foto: Emmanuel Schneider

Beim Mathetower-Run steht für den Notfall ein Sanitäter mit Defibrillator im Zielbereich bereit. Foto: Emmanuel Schneider

Ein besonderer Schmankerl beim Campuslauf ist wieder der Mathetower-Run, der zum dritten Mal ein Teil der Veranstaltung ist. „Das war eine Initiative der Fakultät Mathematik, wir haben das dann aufgegriffen und integriert“, erklärt Müller. 70 Treppensprinter wagen sich die 242 Stufen hoch in das 10.Stockwerk des Mathetower-Nordflügels.

Einer von ihnen ist Informatik-Student Stefan Gleibs. Der 22-Jährige hat sich gerade die Startunterlagen für den Treppenlauf abgeholt. Hier zeigt sich, dass der Anspruch der Organisatoren „den Campus zu bewegen“ funktioniert. Gleibs ist zum ersten Mal dabei, normalerweise betreibt er keinen Sport. „Der Mathetower-Run ist eine gute Sache und eine Herausforderung für mich“, gibt er zu.

Danach habe er vielleicht den Ansporn mehr zu machen. „Nächstes Jahr lauf‘ ich dann vielleicht die 5 Kilometer. Sein Ziel: „Nicht Letzter werden!“ Die Stufen des Mathematikgebäudes hat er schon inspiziert, zu mehr Vorbereitung reichte es allerdings nicht.

Training für den Campuslauf

Isabel Wölke hat sich kein Ziel gesetzt. Christian Cösters möchte unter 22 Minuten bleiben. Foto: Emmanuel Schneider

Isabel Wölke hat sich kein Ziel gesetzt. Christian Cösters möchte unter 22 Minuten bleiben. Foto: Emmanuel Schneider

Isabel Wölke und Christian Cöster wagen sich zum ersten Mal über die 5-Kilometer- Strecke. Einen besonderen Grund zum Laufen brauchen sie nicht: „Wir machen aus Spaß mit“. Seit zwei Monaten trainieren die beiden ungefähr zweimal in der Woche, unter anderem an den Laufstrecken der Uni. Beim Wettkampf wird dann jeder sein individuelles Tempo laufen.

Jürgen Richter ist dagegen schon ein alter Laufhase. Der 57-jährige Herdecker nimmt die 10 Kilometer in Angriff. „Ich bin hier schon mehrfach gelaufen“, erzählt er und beschreibt die Strecke als „ziemlich anspruchsvoll, vor allem wegen der langen Steigung“. Dabei ist der 10-Kilometer-Lauf für ihn nur eine Etappe zu seinem größeren Ziel. Seit Anfang Januar trainiert er zielstrebig für einen anstehenden Marathon. Beim Campuslauf will er auf jeden Fall „unter 50 Minuten bleiben“.

Tipps vom Laufcrack

Jürgen Richter ist durch sein Frau, die an der FH Dortmund arbeitet, auf den Campuslauf gekommen. Foto: Emmanuel Schneider

Jürgen Richter ist durch seine Frau, die an der FH Dortmund arbeitet, auf den Campuslauf gekommen. Foto: Emmanuel Schneider

Damit es mit den vorgenommenen Zeiten auch klappt, gibt es hier noch ein paar nützliche Tipps von Thomas Hoffmann, der den Lauftreff beim Dortmunder Unisport leitet und schon „seit Ewigkeiten“ läuft.

  • Beim Laufen: „Die Strecke hat einen recht langen Anstieg. Am Berg sollte man sich nicht verausgaben, danach kann man es bergab ziemlich lange rollen lassen. Zwei-, dreimal richtig rein, dann ergibt sich das von selbst. Unten stehen viele Leute, die auch Lärm machen. Die „tragen“ den Läufer dann.“
  • Essen: „Während des Laufens braucht man eigentlich nichts essen, wichtig ist ein gutes Mittagessen und zeitnah zum Start vielleicht nochmal eine Banane oder einen Riegel. Blähende Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte sollte man vermeiden  Und ganz wichtig: Vor dem Lauf auf die Toilette gehen!“
    Thomas Hoffmann läuft seiner Schulzeit und besitzt einen Lauftrainerschein. Foto: Emmanuel Schneider

    Thomas Hoffmann läuft seit seiner Schulzeit und besitzt einen Lauftrainerschein. Foto: Emmanuel Schneider

  • Trinken: „Normalerweise muss man auch nicht während des Laufens trinken, aber bei Anfängern ist es durchaus sinnvoll, einen Becher beim Laufen zu trinken. Man sollte schon über den Tag verteilt viel Flüssigkeit zu sich nehmen.“
  • Aufwärmen: „Erfahrenere Läufer sollten sich ungefähr drei Kilometer einlaufen, unerfahrenere sollten die ersten Runden halblang machen und mit den Reserven am Ende das Tempo steigern.“
  • Seitenstechen: „Das ist ein Zeichen für Überanstrengung. Mann muss stark auf seine Atmung achten, besonders berghoch. Die Atmung sollte möglichst gleichmäßig sein. Es ist wichtig, in Ruhe auszuatmen.“
  • Muskelkater: „Nach dem Lauf sollte man sich auslaufen und dann stretchen. Zuhause kann man die Muskeln noch massieren oder mit Sportgel behandeln.“
  • Einen Tag vorher: „Gar nicht oder nur sehr dosiert und mit wenig Tempo laufen. Am besten auch nichts Ungewohntes ausprobieren.“
  • Mathetower-Run: „Man kann sich gut am Geländer festhalten und sich dort oder an den Wände ein bisschen abdrücken und hochziehen. Es bietet sich an, jeweils zwei oder drei Treppen zu nehmen.“

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