TU: Abschlussbilanz des AStA

Nur rund zehn Monate war der derzeitige AStA im Amt. Die Zusammenlegung der Senats- und Stupa-Wahlen haben zu einer deutlichen Verkürzung der Legislaturperiode geführt. Wie der AStA damit umgegangen ist und wie das eigene Fazit ausfällt, erklärt der Vorsitzende Marc Hövermann im Interview.

pflichtlektüre: Im vergangenen Jahr hatten viele Studierende Probleme mit dem BaFöG – die Anträge wurden gar nicht oder erst sehr spät bearbeitet. Ihr hattet deshalb im vergangenen Interview die Einrichtung eines BaFöG-Blogs angekündigt, der Studiereden bei Problemen helfen soll. Wann geht der Blog online?

Marc Hövermann ist der Vorsitzende des AStA. Der 28-Jährige studiert Wirtschaftswissenschaften. Foto:

Marc Hövermann ist der Vorsitzende des AStA. Der 28-Jährige studiert Wirtschaftswissenschaften. Foto: Strukamp

Marc Hövermann: Das System steht schon, wir müssen uns noch mit dem BaFöG-Amt auf einen gemeinsamen Start-Termin einigen. Zum kommenden Wintersemester wollen wir dann mit Info-Veranstaltungen und dem Blog für die notwendigen Informationen sorgen.

In der Germanistik (Anm d. Red.: Gemeint ist das Institut für Deutsche Sprache und Literatur in der Fakultät Kulturwissenschaften) habt ihr einige Studierende bei einer Klage gegen das Institut unterstützt – ist so ein Vorgehen auch zukünftig denkbar?

Dass im Fall der Germanistik die 21 Studierenden klagen mussten, finden wir schade, das war die Ultima Ratio. Prinzipiell sind wir aber bereit, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Rechte der Studierenden durchzusetzen.

Seid ihr auf den Geschmack gekommen?

Wir sind nicht auf den Geschmack gekommen, aber es gibt durchaus auch aktuell Fälle, in denen wir wieder in Erwägung ziehen, juristische Schritte zu ergreifen. Das ist die schnellste Möglichkeit, um Ergebnisse zu erzielen, wenn einzelne Akteure der Hochschule sich nach längeren Gesprächen nicht bewegen. Da helfen auch keine Dienstanweisungen oder Erlasse aus dem Ministerium. Anscheinend hilft da nur noch die deutliche Sprache aus Gelsenkirchen (Anm. d. Red.: dort sitzt das zuständige Verwaltungsgericht).

Im vergangenen Interview hattet ihr angekündigt, für Veranstaltungen das Haus Dörstelmann am Campus Süd in Betrieb zu nehmen. Wie ist da der Stand?

Richtig genutzt wird das Gebäude seit Anfang März. Einige Fachschaften haben die Räume auch schon angemietet und derzeit bewerben wir die TU Salsa Parties, die dort stattfinden.

Das AStA-Auto ist nun schon seit einiger Zeit in Betrieb, aber ein richtiges Vergabesystem zur Ausleihe gibt es noch nicht. Warum?

Es gibt eine Nutzungsrichtlinie, die vorher noch vom StuPa abgesegnet werden muss. In der vergangenen Sitzung war das StuPa aber nicht beschlussfähig – ich hoffe, dass in der kommenden Sitzung darüber abgestimmt werden kann.

Der Aufschrei in der Germanistik war groß. Das Institut bot nicht nicht genügend Seminarplätze. 21 Studierende klagten deshalb - am Ende wurde ein Vergleich geschlossen

Der Aufschrei in der Germanistik war groß. Das Institut bot nicht nicht genügend Seminarplätze. 21 Studierende klagten deshalb - am Ende wurde ein Vergleich geschlossen.

Das Auto ist aber seit März zugelassen – es ist zwar primär für den Copy-Shop angeschafft worden, aber in der Zeit hätte man das Auto doch noch besser nutzen können.

Das Auto steht ja nicht ungenutzt auf dem Hof. Der AStA nutzt es ja auch beispielsweise bei Veranstaltungen. Die Auslastung, wie sie sein könnte, haben wir aber leider noch nicht. Das liegt nicht in unserem Einflussbereich, solange das StuPa nicht darüber abgestimmt hat, können wir nichts machen.

Wenn die kommenden Wahlen einen ähnlichen AStA hervorbringen wie derzeit, würdest du weiter als Vorsitzender zur Verfügung stehen? Was würdest Du ändern – unabhängig vom Einfluss der Listen?

Ich kann mir vorstellen, das Amt noch einmal zu übernehmen. Mit dem derzeitigen Team hat es sehr gut geklappt, da sind auch Freundschaften entstanden. Ich würde das Team allerdings ergänzen, um weitere Ziele in Angriff zu nehmen.

Zusammengefasst: Wie fällt dein Fazit zur vergangenen Legislatur-Periode aus?

Wir sind mit sehr vielen Zielen gestartet und haben fast alle erfüllt. Natürlich gibt es Sachen, auf die wir kaum Einfluss haben, wie bei der BaFöG-Geschichte. Ich denke aber, dass wir im Soll sind.

Keine selbstkritischen Töne?

Wir waren zu ambitioniert, was die Anzahl der Referenten angeht. Im vorherigen AStA waren wir 13 Referenten, jetzt haben wir mit zehn Referenten mehr Arbeit übernommen. Da waren wir vielleicht etwas zu sparfreudig. Das Programm war sehr ambitioniert, mehr Referenten hätten für einige Personen deutlich mehr Freizeit bedeutet.

Letztes Jahr lag die Wahlbeteiligung bei gerade mal fünf Prozent. Glaubst du, die Wahlbeteiligung fällt dieses Jahr höher aus?

Wir hatten in dieser Legislaturperiode viele Probleme in der Lehre und mit dem BaFöG. Ich hoffe, dass das den Studierenden gezeigt hat, dass es sinnvoll ist, sich am demokratischen Prozess zu beteiligen.