Sitzstreik vor dem Büro der TU-Rektorin

Am Dienstagmittag haben einige Dutzend Studenten vor dem Büro der TU-Rektorin Prof. Ursula Gather protestiert. Auslöser war eine aus Platzmangel abgebrochene Vorlesung.

Nach Berichten einiger Erstsemester hatte der Professor einer Elekrotechnik-Vorlesung wegen Überfüllung des Raumes einige Studenten zum Verlassen des Hörsaals aufgefordert. Aus Sicherheitsgründen sollten alle, die nur noch auf den Treppen Platz gefunden hatten der Veranstaltung fern bleiben. Als diese sich jedoch weigerten, habe der Professor die Vorlesung für beendet erklärt.

Er habe seine Anweisungen mit einem Zitat aus einem Medienbericht begründet. In diesem habe die Rektorin Gather versichert, dass es in allen Lehrveranstaltungen genügend Plätze für die Studenten gebe. Anschließend habe der Professor den wütenden Studenten per Overhead-Projektor auf dem Lageplan der TU den Weg zum Rektorat gezeigt.

Die Studenten zogen los und führten einen Sitzstreik vor dem Büro der TU-Rektorin durch. Dieser wurde nach einem Gespräch zwischen zwei Sprechern der Studenten und dem Rektorat beendet.

Der Leiter der Rektoratsadministration Bernd Lilienthal sagte der pflichtlektüre, dass sie an dem Problem arbeiteten. So solle es bald eine weitere Veranstaltung dieser Elektrotechnik-Vorlesung geben, um den Platzmangel auszugleichen.

1 Comment

  • Stefan sagt:

    An dieser Stelle wäre vielleicht noch eine Anmerkung zu der Presseerklärung des derzeitigen AStA angebracht, der sich anscheinend immer mehr als Öffentlichkeitsstelle des Rektorats versteht. Statt die schwierige Situation der Studierenden aufzuzeigen, entsolidarisieren sie sich mit den Studierenden und diskreditieren den Dozenten, der die Studierenden ermutigt hat, sich zu beschweren. Die Studierenden werden als willenlose Individuen dargestellt, die nicht selbst entscheiden können, ob sie Protest artikulieren oder nicht.
    Die Tendenz jede Form von Kritik zu unterbinden und wenn sie sich gegen das Rektorat richtet, als Königsbeleidigung zu behandeln, ist äußerst befremdlich. Der AStA spielt in diesem Trauerspiel den Hofnarr der königlichen Eminenz Gather, die diesen immer wieder vorschickt, wenn das Volk droht aufzubegehren. Entsprechend läuft die Kommunikation des Rekorats innerhalb der Hochschule. Frau Gather regiert nur noch per Dekret, der vom Hochschulrat abgesegnet wird, und stellt die Studierende und Fakultäten vor vollendete Tatsachen, die sie im Senat scheindemokratisch abnicken dürfen. Ob dies Senkungen von Geldern, Benennung von Prorektoren oder Schließung von Studiengängen sind, es wird einfach erlassen und der AStA steht stumm daneben oder bietet dem Rekorat das Studierendenvotum als Hilfe an.
    Der AStA sollte sich seiner Kernaufgabe widmen und sollte die Studierenden vertreten und sie nicht als willenlose Instrumente eines Dozenten beschreiben, womit ihr Unmut und Protest heruntergespielt wird. Allerdings möchte dieser AStA in die Analen des Rektorats eingehen und keine ernsthafte Hochschulpolitik betreiben.

    PS.: Wenn der AStA als demokratische Instanz wieder ernst genommen werden wollte, sollten sie die Kommentarfunktion auf ihrer HP wieder aktivieren. Ansonsten könnte man den Eindruck gewinnen, dass sie einen Austausch und mag er kritisch sein unterdrücken will.

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