Wissenswert: Der Karneval

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: pixelio.de/Gerd Altmann

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: pixelio.de/Gerd Altmann

Der Karneval der Moderne beginnt am 11. November und endet am Aschermittwoch, dem Anfang der Fastenzeit.  Seinen Ursprung hat der Karneval bereits im frühen Mittelalter: Seit dem 12. Jahrhundert wird das katholische Fest gefeiert. Damals nahmen sich die Menschen die römischen Triumphzüge als Vorbild und läuteten mit dem Fest die fleischlose Zeit ein.

„Karneval kann man frei übersetzen als ‚Fleisch auf Wiedersehen!'“, erklärt Thomas Ruster, Professor der Katholischen Theologie an der TU Dortmund. „Damit wurde die Fastenzeit eingeläutet und folglich hatte man vorab noch ein Fest, an dem kräftig gefeiert werden durfte.“ Also nach dem Motto: Wer kräftig feiert, darf danach ordentlich fasten.

Auch weltweit wird Karneval gefeiert: Zum Beispie in Rio de Janeiro, in Rom oder auch in Venedig. Dort gibt es die Tradition, dass sich die "Narren" hinter Masken verstecken. Foto:pixelio.de/Grey59

Auch weltweit wird Karneval gefeiert: Zum Beispiel in Rio de Janeiro, in Rom oder auch in Venedig. Dort gibt es die Tradition, dass sich die "Narren" hinter Masken verstecken. Foto:pixelio.de/Grey59

An Karneval hatten die Menschen ein Mal im Jahr absolute Narrenfreiheit. „Das ist schon eine tolle Idee. In der Zeit kamen die Narren an die Macht und die gesellschaftlichen Konventionen und Regeln wurden an den Tagen aufgehoben“ sagt Ruster, der gebürtig aus Köln stammt ─ eine der Karnevalshochburgen. Und so ist mit Karneval ursprünglich die Zeit von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag gemeint. Am Aschermittwoch beginnt dann die bis Karsamstag dauerende Fastenzeit.

Einzug in das Bürgertum

Im 19. Jahrhundert entdeckte dann auch das Bürgertum den Karneval und gründete die Karnevalsgesellschaften. „Das hat mittelalterliche Quellen. Deswegen gibt es in großen katholischen Städten solche Traditionen“, sagt Ruster. Zum Beispiel in Köln, Aachen und Mainz ─ aber ebenfalls in Venedig oder Rom. „Der Karneval ist eine sehr katholische Tradition. Da hatten die Kleriker und Nonnen einen Freibrief und das wurde von der Kirche akzeptiert“, betont Ruster. „Die Protestanten haben das Fest übrigens abgeschafft.“

Trotzdem feiern es viele Leute, auch weil der Karneval im Laufe der Zeit einen kulturellen Verfall erlebt hat, so Ruster. „Es ist eine Sinnentleerung zu erkennen, weil eigentlich nach dem Feiern die Fastenzeit beginnen sollte. Mittlerweile ist es aber ein reines Feierfest, an dem man einen drauf macht“, sagt Ruster.

Beginn am 11.11. um 11.11 Uhr – aber warum?

Karnevalsumzüge gibt es deutschlandweit. Ein besonderes Spektakel sind diese aber in den Hochburgen Mainz, Köln und Aachen. Foto:flickr.com/Alex Kuhlmann

Karnevalsumzüge gibt es deutschlandweit. Ein besonderes Spektakel sind diese aber in den Städten Mainz, Köln und Aachen. Foto:flickr.com/Alex Kuhlmann

Und auch die Tradition bereits am 11. November zu feiern, ist eher eine neue Erscheinung. Denn eigentlich beginnen an diesem Tag nur die Karnevalssitzungen und der Prinz übernimmt das Regiment. Der Prinz ist der oberste Repräsentant des Karnevals.

Und das passiert in vielen Karnevalshochburgen exakt um 11.11 Uhr. Aber warum gerade um diese Uhrzeit? „Es ist die Narrenzahl, weil die Zahlen beliebig vertauschbar sind. Außerdem stehen sie für Unordnung und Unvollkommenheit. Die Zahl zwölf dagegen, aufgrund der zwölf Aposteln, gilt als die vollkommene Zahl“, erzählt der Theologieprofessor. Eine andere Erklärung: Die Zahl elf verkörpert die Sünde, weil sie die von Gott gegebenen Zehn Gebote überschreitet.