Wissenswert: Internationale Atomenergie-Organisation

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: flickr.com/poniblog

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Die USA, Großbritannien und Kanada verhängen scharfe Sanktionen gegen den Iran. Grund dafür ist ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der von einem wahrscheinlichen Atomwaffen-Programm des Iran ausgeht. Diese Berichte sind aber nicht die einzigen Aufgaben der Behörde.

Die „International Atomic Energy Agency“ (IAEA) wurde 1957 mit dem Ziel gegründet, die Nutzung der noch jungen Kerntechnik zu kontrollieren. Sie soll die friedliche Nutzung der Kernenergie, insbesondere zur Stromerzeugung, fördern und gleichzeitig die Entwicklung von Atomwaffen verhindern. Wichtig ist vor allem der Atomwaffensperrvertrag, für dessen Überwachung die IAEA seit 1970 zuständig ist.

Die Unterzeichner des Vertrags verpflichteten sich dazu, auf die militärische Nutzung der Kernenergie zu verzichten. Nur die fünf „Atommächte“ dürfen weiterhin Atomwaffen besitzen. Als diese gelten die USA, das heutige Russland, Großbritannien, Frankreich und China, da sie über Atomwaffen verfügten, bevor sie den Vertrag unterschrieben hatten und er in Kraft trat. Jedoch sind auch Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea im Besitz solcher Waffen. Nordkorea trat 2003 aus dem Vertrag aus, die anderen Ländern haben ihn nie unterzeichnet. Damit sind diese vier Länder die einzigen, die nicht Unterzeichner des Vertrages sind.

Mehr Aufgaben als nukleare Sicherheit

Die IAEA unterstützt auch Betreiber von Kernkraftwerken, indem sie Störfälle anhand der Bewertungsskala für nukleare Ereignisse einordnet. Eher unbemerkt von der Öffentlichkeit arbeitet sie auch im chemischen und biologischen Bereich. Zum Beispiel bekämpft die IAEA in Afrika die Tsetsefliege, den Überträger der Schlafkrankheit. Dazu werden einige Fliegen durch radioaktive Strahlung sterilisiert und danach wieder in die freie Wildbahn entlassen. So können sie immer noch Weibchen besamen, es schlüpfen jedoch keine Nachkommen aus den Eiern.

Die IAEA ist keine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie ist jedoch durch ein Abkommen mit ihnen verbunden und berichtet regelmäßig der Generalversammlung und auch dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, wenn sie eine Gefahr für die internationale Sicherheit durch Atomwaffen feststellt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will vorerst keine IAEA-Inspektoren in sein Land lassen, kündigte jedoch eine "engere Zusammenarbeit" mit der IAEA an. Foto: wikimedia.org/José Cruz

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will vorerst keine IAEA-Inspektoren in sein Land lassen, kündigte jedoch eine "engere Zusammenarbeit" mit der IAEA an. Foto: wikimedia.org/José Cruz

Der Streit mit dem Iran

In ihrem neuesten Bericht – basierend auf nachrichtendienstlichen Informationen – äußert die IAEA die Befürchtung, dass der Iran zumindest bis zum Jahr 2010 für Atomwaffen geforscht hat. Demnach habe der Iran nukleare Raketen und auch Teile einer Atombombe getestet. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wies die Vorwürfe zurück und betonte, sein Land führe sein Atomprogramm nur zu zivilen Zwecken fort. Dennoch setzte die IAEA dem Iran ein Ultimatum. Bis März soll das Land sein Atomprogramm offen legen.

Die USA, Großbritannien und Kanada verhängten währenddessen Sanktionen. Die US-Amerikaner zielen mit ihren Sanktionen vor allem auf den Energiesektor und das iranische Bankwesen ab. Matthias Heise vom Institut für Philosophie und Politikwissenschaft der TU Dortmund glaubt jedoch nicht, dass diese Strategie den Iran zum Einlenken bewegen wird. „Diese Sanktionen sind nicht international bindend, sie dienen eher als ein Zeichen nach innen und nicht nach außen“. Obama wolle damit eine harte Haltung gegenüber dem Iran einnehmen. Wirklich erfolgreich wären Sanktionen erst, wenn sie vom UN-Sicherheitsrat beschlossen würden. Dies sei jedoch recht unwahrscheinlich, betont Heise, da die Veto-Mächte Russland und China das wohl verhindern würden. Beide liefern nukleare Technik nach Teheran und versuchen den Iran als Gegengewicht zum relativ Amerika-freundlichen Saudi-Arabien zu positionieren.

1 Comment

  • Atommüll sagt:

    Unglaublich wie dumm die Leute sind, wer die Atomkraft kritisiert wird zu 80% mit Minus-Bewertungen überhäuft.
    Es MUSS einfach noch mehr passieren, vielleicht in Tschechien oder Deutschland, erst wenn jede Familie ein sterbendes Mitglied hat, dann wachen vielleicht mal ein paar auf.
    Die Herstellung einer Kilowattstunde Atomstrom kostet 1-2 Cent, die folgenden Kosten wohl so um die 50-1000 Euro die nächsten 20 Millionen Jahre 🙁
    http://live-counter.com/atomkraftwerk-landshut/

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