Sommer 2011: Setzen, sechs!

Der Kulthit von Rudi Carell lag in den letzten Wochen bestimmt vielen in den Ohren: Wann wird´s mal wieder richtig Sommer? Der Deutsche Wetterdienst zieht Bilanz: NRW war im Sommer 2011 mit durchschnittlich 16,4 Grad das zweitkühlste Bundesland hinter Schleswig-Holstein! Vor allem Freibäder und Landwirte hatten schwer mit den kühlen Temperaturen und dem vielen Regen zu kämpfen.

Am Boden zerstört: Wintergerste mit abgeknickten Ähren. Den Landwirten machte der trockene Frühling und der feuchte Sommer schwer zu schaffen. Foto: Landwirtschaftskammer NRW/Günter Kortmann

Am Boden zerstört: Wintergerste mit abgeknickten Ähren. Den Landwirten machte der trockene Frühling und der feuchte Sommer schwer zu schaffen. Foto: Landwirtschaftskammer NRW/Günter Kortmann

Meteorologisch gesehen haben wir seit gestern, dem 1. September, jetzt sogar schon Herbst. Es steht fest: Der Sommer 2011 ist vorbei und bei allen unten durch. Bernhard Rüb, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer NRW, bestätigt die schwierige Lage vieler Bauern: „Durch den Zickzacksommer ist vor allem die Getreideernte heftig in Verzug geraten. Es war im Frühling zu trocken, dann aber im Sommer viel zu nass. Dadurch sind auch Heu und Stroh in diesem Jahr teuer wie noch nie.“ Alleine die Erträge von Hafer und Sommergerste lagen in diesem Jahr rund zehn Prozent unter den sonstigen Werten. Erfreulich sind immerhin die Ernteaussichten für Mais und Zuckerrüben.

Spinnweben auf der Luftmatratze

Mit den Freunden chillen im Freibad – in diesem Jahr wohl absolute Seltenheit. Beachvolleyball und Luftmatratze mussten viel zu oft im Keller bleiben. Michael Ruhl ist Sachgebietsleiter für Bäder in der Stadt Essen. „Wir hatten die beste Saison aller Zeiten“, scherzt er „wir wissen gar nicht, wohin mit dem ganzen Geld!“ Auch wenn es zumindest die Verantwortlichen mit Humor nehmen, der Blick auf die Umsatztabelle bringt jeden Unternehmer zum Weinen: Im Vergleich zum Vorjahr verbuchten die Essener Freibäder minus 176.000 Besucher und dementsprechend waren am Ende auch 295.935 Euro weniger in der Kasse.

Erst Blitz dann Blaulicht

So richtig heiß war es dieses Jahr nicht am See oder im Freibad, sondern im Himmel. Pro Gewitter zählten die Meteorologen tausende Blitze. Foto: flickr.com/User: not so nice duck

So richtig heiß war es dieses Jahr nicht am See oder im Freibad, sondern im Himmel. Pro Gewitter zählten die Meteorologen tausende Blitze. Foto: flickr.com/User: not so nice duck

Unser Sommer war in diesem Jahr nicht nur feucht und kühl, sondern hatte auch viel Wumms! Von Dortmund bis nach Duisburg – der Pott hat ordentlich gekocht, vor allem im Himmel. Blitzeinschläge in Dachstühle, ausgefallene Bahnen und überflutete Straßen waren das Ergebnis der vielen Unwetter im Sommer 2011. Laut Thomas Lembeck, Pressesprecher der Feuerwehr Essen, waren die Gewitter in diesem Sommer besonders schwer: „Ein Unwetter mehr bedeutete direkt etliche Einsätze mehr in der Bilanz!“ Alleine bei dem Gewitter am 18. August mussten die Essener Einsatzkräfte ganze 103 Mal ausrücken.

Münz-Mallorca oder direkt ab in den Süden

Wenn die Sonne schon nicht am Himmel war, dann musste man sie eben aus der Steckdose holen. „Wir konnten auf jeden Fall eine Umsatzsteigerung bemerken“, erzählt Bianka Murarczyk von „Sun King“ in Bottrop. „Es gab aber auch viele, die dann direkt in den Urlaub fliegen wollten.“ Thomas Wenglikowski, Geschäftsführer von „Kozica Reisen“ in Essen kann das zum größten Teil bestätigen: „Wenn das Wetter schlecht ist, kommen viele und wollen einfach nur in die Sonne flüchten!“ Tja, dann hoffen wir mal, dass man im Sommer 2012 gar nicht erst flüchten möchte. Und vielleicht wird´s ja sogar in diesem Jahr noch was – zumindest mit einem goldenen Herbst. Die Aussichten für´s Wochenende sind schon mal gar nicht so schlecht!

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