Das typische Abgabeproblem

Eigentlich bin ich pflichtbewusst und meistens so pünktlich, dass ich noch keine Abgabe versäumt habe. Selbst wenn Probleme aufgetreten sind, so habe ich diese frühzeitig erkannt und für eine dementsprechende Verlängerung mit einer charmanten Email gesorgt. Bis diese Woche.

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Alles war fertig. Mein Computer hatte alle Anstrengung ohne Absturz überlebt, die Fußnoten waren nicht beim Konvertieren zum pdf verrutscht und sogar die Seitenzahlen vollständig anwesend. Selbst die zahlreichen Bilder präsentierten sich im neuen Format exzellent! Doch dann kam, was kommen musste:

Mein Drucker wollte diese Glanzleistung nicht ausdrucken. Der angezeigte Fehler E43026 war nicht im Handbuch auffindbar. Selbst Google hatte keine Antwort, und auch die übliche „Laienreparatur“ durch Stromentzug half nicht weiter. Fehler E43026 war hartnäckig.

Natürlich war es Sonntag und eine technische Hilfe vom Hersteller ebenso utopisch wie ein offener Copyshop. Das einzige Produkt dieses Elektromonsters war ein ohrenbetäubendes Pfeifen, das sich sofort in meinem Rückenmark festgesetzt hat. Das Schmuckstück nur per Email zu senden, war leider keine Option, denn dieser Professor gehört zu den alten Eisen, die alles nur in handfester Form akzeptieren. Eine Email zur Verlängerung der Abgabefrist fiel also ebenso raus. Mit Gänsehaut und zitternder Hand konnte ich nur noch alle Verbindungen des Monsters kappen und auf die Suche nach einem anderen Drucker gehen.

Glücklicherweise erinnerte ich mich daran, dass mein Nachbar letztens von seinem neuen Vier-in-eins Farblaserdrucker geschwärmt hatte, den er sogar zum Ausdrucken von farbenfroher Wahlwerbung hergegeben hatte. Hier bot sich eine Rettung, denn der Schwarz-Weiß-Tintendrucker meines Mitbewohners reichte nicht für die farbenfrohe Arbeit. Kurze drei Stunden, zwei Weißweinflaschen und mehrere Layoutprobleme später lag das Druckergebnis zwischen unseren Gläsern. Ein Ausdruck, der abgabebereit war. Selbstredend habe ich heute das Unmögliche versucht, indem ich meinen Drucker vorsichtig anschaltete, um eine Tabelle auszudrucken und siehe da: Er läuft wieder. Man kann die schiefgedruckte Tabelle sogar lesen! Vermutlich brauche ich bald ein neueres Modell, aber noch bleibe ich ihm aus finanziellen Gründen treu.

Nächsten Montag erhole ich mich erstmal von diesem selbstkreierten Chaos. Es ist in Bochum wieder ein Science Slam, bei dem man bei einem kühlen Schlegel den Abend mit Wissenschaft in einer entspannten Atmosphäre ausklingen lassen kann – bevor mich der nächste Abgabetermin stressen wird.

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Anne K. Dote ist eine Studentin des N-Gebäudes an der Ruhr-Universität Bochum, die sich regelmäßig auch in anderen Buchstaben verirrt. In ihrer Kolumne gibt sie einen persönlichen Einblick in den Kosmos RUB - und das normalerweise alle zwei Wochen. Grafik: F. Steinborn

1 Comment

  • Lexi sagt:

    ja jaaaaaaaaaaaaaa … das ist das tolle druckerproblem bei wichtigen unterlagen. trifft genau das was ich während meiner bewerbungszeit eigentlich bei jeder bewerbung erlebt habe.

    ein hoch auf den nachbarn 😉

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