Beruf 2.0: Social Media Manager

Den ganzen  Tag vor dem Computer sitzen. Ein Facebook-Post hier, ein Youtube-Video da. Und zwischendurch mal einen Tweet raushauen – so oder so ähnlich stellt man sich die Arbeit eines Social Media Managers vor. Arbeitet man aber nicht gerade für eine prominente Person, ist diese Vorstellung eher überholt. Es steckt schon ein bisschen mehr dahinter.

An der IHK-Fortbildung zum Social Media Manager nehmen die Leute nicht teil, weil sie als Ghostwriter für Prominente arbeiten wollen, sondern weil sie Antworten suchen. Zum Beispiel auf die Frage: „Wie vermarkte ich mich selbst und mein Unternehmen im Internet?“

Eva Ihnenfeldt ist Social Media-Expertin und  Mit-Initiatorin der IHK-Fortbildung, für sie gehören in der Welt der Sozialen  Medien drei Dringe zur Grundlage: Authentizität, Beharrlichkeit und Transparenz. Wie man diese Kriterien erfüllt und umsetzt, lernen die Teilnehmer der Fortbildung in insgesamt 80 Stunden, verteilt über knapp drei Monate.

Social Media Expertin Eva Ihnengfeldt hält Vorträge bei der Fortbildung zum Social Media Manager. Foto: Muckphoto

Social Media Expertin Eva Ihnenfeldt hält Vorträge bei der Fortbildung zum Social Media Manager. Foto: Andreas Muck/ Teaserbild: Viktor Mildenberger / pixelio.de

Dabei lernen sie zunächst die verschiedenen Social Media-Portale kennen. Was ist Xing? Warum ist Twitter so wichtig? Die Teilnehmer erarbeiten Marketing-Strategien, lernen etwas über Suchmaschinenoptimierung und werden zusätzlich ins Medienrecht eingeführt. Danach dürfen Sie sich dann „Social Media Manager“ nennen.

Selbstvermarktung kostet Überwindung

So wie Andreas Maldai. Nach seinem Studium zum Diplom-Designer an der Dortmunder FH entschied er sich für die Selbstständigkeit. Da kam ihm die Fortbildung sehr gelegen.

„Gerade bei Kreativen ist das immer so, dass sie mit eigener Werbung sehr zurückhaltend sind“, beschreibt Andreas. Er sieht sich durch seine Fortbildung im Vorteil. „Durch Social Media kann ich relativ offen mit mir als Person werben“ sagt der 30-Jährige.

Laut Eva Ihnenfeldt kommen knapp ein Viertel aller Teilnehmer der Fortbildung zum Social Media Manager aus ähnlichen Gründen wie Andreas: sie wollen sich selbst vermarkten. Andere werden von ihren Firmen geschickt. Viele wollen aber auch einfach ihre Jobchancen durch eine zusätzliche Qualifikation erhöhen.

Andreas sieht den Titel des Social Media Managers nicht als Aushängeschild, sondern als Bereicherung für seine Arbeit. „Gerade in den Bereichen Web-Design und der Konzeption von Marketingstrategien hat man schon einen kleinen Bonus“, sagt der Diplom-Designer. Er kennt sich in den Sozialen Medien aus: „Ich muss nicht lange recherchieren, um meinen Kunden einen dementsprechenden Service anzubieten. Oder ich kann es zur Selbstvermarktung nutzen.“

Andreas Maldai und Eva Ihnenfeldt bei der Zertifikatvergabe. Foto:

Andreas Maldai und Eva Ihnenfeldt bei der Zertifikatvergabe. Foto: Andreas Maldai

Einzige Hürde: Die Finanzierung

Ganz günstig ist diese zusätzliche Qualifikation aber nicht. Die Teilnehmer müssen knapp 1.300 Euro für die Fortbildung bezahlen. Durch den Bildungscheck NRW ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, einen Zuschuss von 500 Euro zu bekommen.

Eine kostenfreie Variante gibt es zurzeit noch nicht. Das IHK-Zertifikat ist momentan die einzige Möglichkeit, um sich offiziell als Social Media Manager bezeichnen zu können. Eva Ihnenfeldt würde am liebsten ganze Studiengänge mit Themen rund um Soziale Medien füllen. Für sie hat die Entwicklung der letzten Jahre gezeigt, dass Soziale Medien mehr als nur ein vorübergehender Trend sind.

„Als ich vor drei Jahren in Unternehmen Workshops gegeben habe, hieß es immer, dass sei eine Mode, die wieder weggehe“, sagt Ihnenfeldt. Vor einem Jahr sei dann die Angst vor Shitstorms entstanden. „Die Unternehmen fragten sich, was alles passieren kann. Seit dem fragen sie nur noch ‚Was sollen wir tun?'“, sagt die Social-Media Expertin.

Für den Social Media Manager gibt es in den nächsten Jahren also noch einiges zu tun. Zumindest so lange, bis auch der letzte „Digital Immigrant“ (Generation vor Web 2.0) hinter die Geheimnisse der großen weiten Welt der Sozialen Medien  gekommen ist.

1 Comment

  • Nadine Pfeil sagt:

    Ich arbeite jetzt schon lange im Social Media bereich und man muss immer up to date bleiben, ständig gibt es Neuerungen etc. Ich habe vor einiger Zeit begonnen selbstständig in diesem Bereich zu arbeiten, da ich so sehr flexibel bin, ich erstelle Konzepte und führe aus. Für ersten Kundenkontakt miete ich mich immer wieder in Business Center, um professionell aufzutreten, da leider Social Media oft noch nicht so ernst genommen wird. Da viele denken, wie oben beschrieben funktionierts. Gut, dass es nun immer mehr Kursangebote gibt!

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