Ein geschenktes Jahr

Reisen, Praktika machen oder ein freiwilliges soziales Jahr – nach dem Abitur oder dem Bachelor braucht so mancher erst einmal Abstand von Lehrbüchern und stundenlanger Büffelei. Die einen gehen auf Backpacker-Tour durch Australien, die anderen sammeln lieber praktische Erfahrungen. So oder so, es geht darum etwas Neues zu erleben und sich  zu orientieren. Genau diesen Prozess möchte die Studierenden-Gesellschaft Witten/Herdecke mit einem Stipendium unterstützen. Dem Pfad.finder-Stipendium. 

„Wir suchen junge Leute, die sagen: ich möchte etwas Neues ausprobieren“, sagt Levka Meier von der Studierenden-Gesellschaft. Die Gesellschaft ermöglicht sonst Studenten der Uni Witten/Herdecke ihre Studienbeiträge später abzubezahlen. Seit diesem Jahr ist die Studierenden-Gesellschaft auch Herausgeber des Pfad.finder- Stipendiums. Mit 700€ monatlich werden die Stipendiaten ein Jahr lang unterstützt.

Eine gute Idee ist die einzige Voraussetzung

Bis zum 31.August kann man sich noch für das Pfad.finder-Stipendium bewerben.

Bis zum 31.August kann man sich noch für das Pfad.finder-Stipendium bewerben. Teaserbild: Rainer Sturm / pixelio.de

Das Pfad.finder-Stipendium richtet sich an junge Menschen, die in ihrem Leben an einer Gabelung stehen und einen neuen Weg einschlagen müssen. Das kann zum Beispiel nach dem Schul- oder Bachelorabschluss der Fall sein. „Wir wünschen uns, dass die Bewerber Ideen mitbringen, die sie umsetzen wollen“, beschreibt Levka Meyer das Konzept der Förderung, „etwas, das sie persönlich weiterbringt“. Ein Jahr lang haben die Stipendiaten dann Zeit, um an ihrem Projekt und ihrer Idee zu arbeiten.

In einem Motivationsschreiben oder einem Youtube-Video können die Bewerber ihre Projektideen vorstellen und online einsenden. Levka Meyer ist von den seit Mai eingesendeten Ideen begeistert: „Ein Bewerber möchte zum Beispiel einen Weinverkauf in einem Park eröffnen und im Winter dann einen Onlinehandel betreiben, der Kunst jedem zugänglich machen kann.“ Die Projektideen reichen vom Entwickeln einer Onlinezeitschrift, bis zur Hilfsorganisation für psychiatrische Behandlung in Afrika. Ob diese Ideen eins zu eins in die Tat umgesetzt werden, wird nicht überprüft. Die Stipendiaten bekommen aber einen studentischen Mentor der Uni Witten/Herdecke zur Seite gestellt, der sie während des Jahres betreut und berät.

Entschieden wird im Internet

Von den Bewerbern werden maximal zehn Finalisten von einem fünfköpfigen Gremium ausgewählt. Das Gremium besteht aus Studenten aus verschiedenen Fakultäten der Uni Witten/Herdecke. Die Finalisten stellen danach sich und ihre Idee im Internet vor. Wer das Stipendium bekommt entscheiden die Internetuser in einer Onlineabstimmung.  Es gibt zwei Runden, in denen Stipendien vergeben werden. Der Einsendeschluss für die erste Vergaberunde endete bereits Ende Mai. Bis zum 31.August kann man sich aber für die zweite Vergaberunde bewerben. „Wie viele Stipendien in welcher Runde vergeben werden, steht noch nicht genau fest“, sagt Levka Meyer, „drei sind bis jetzt insgesamt geplant.“

1 Jahr lang haben die Pfad.finder-Stipendiaten Zeit um ihren ganz eigenen Weg zu finden. Foto: Oliver Mohr /pixelio.de

Ein Jahr lang haben die Pfad.finder-Stipendiaten Zeit um ihren ganz eigenen Weg zu finden. Foto: Oliver Mohr /pixelio.de

Keine Verpflichtungen nach dem Stipendium

Studenten der Uni Witten/Herdecke sind vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen. „Das Stipendium ist an Leute außerhalb unserer Universität gerichtet“, erklärt Levka Meyer die Absichten der Studierenden-Gesellschaft. Die Vermutung, dass die Uni Witten/Herdecke das Pfad.finder-Stipendium nutzen könne, um die Stipendiaten an sich zu binden, lehnt Levka Meyer ab: „Es bestehen zwar Verknüpfungen durch den Mentor und die Stipendiaten dürfen auch am Kursprogramm der Uni teilnehmen, aber per se hat die Uni nichts davon.“ Nach Ablauf des Stipendiums müsse sich niemand an der Uni Witten/Herdecke immatrikulieren, betont sie.

Finanziert wird das Pfad.finder-Stipendium allein von einem privaten Freund und Förderer der Universität, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Auch der Förderer hat nichts von diesem Stipendium,  er findet die Idee einfach gut und möchte junge Leute unterstützen“, so Levka Meyer. Ein wenig Druck nehmen und den Orientierungsprozess von jungen Menschen entschleunigen, das möchte die Studierenden-Gesellschaft mit ihrem Pfad.finder-Stipendium erreichen.

 

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