Mythos 4: Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Bereits als der Kaffee in der frühen Neuzeit aus seiner äthiopischen Heimat über Arabien nach Europa gelangte, warnten Skeptiker vor dem exotischen Gebräu. Es entwässere den Körper und schade der Gesundheit. Diese Sorge hat sich bis heute erhalten – aber ist sie auch berechtigt?

Wer Kaffee zum Durst löschen trinkt, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Aber, jetzt die gute Nachricht für alle Kaffee-Junkies: Der Flüssigkeitshaushalt von Kaffee- und Wassertrinkern unterscheidet sich kaum. Wer Kaffee genießt, scheidet bis zu 84 Prozent der aufgenommenen Flüssigkeit innerhalb eines Tages über den Urin aus. Wer reines Wasser zu sich nimmt, kommt auf 81 Prozent. Schlappe drei Prozent Unterschied.

Macht dick, ist schlecht für den Blutdruck, entwässert: Um Kaffee ranken sich zahlreiche Mythen. Foto: Wikimedia Commons/Hendrike

Macht dick, ist schlecht für den Blutdruck, entwässert: Um Kaffee ranken sich zahlreiche Mythen. Foto: Wikimedia Commons/Hendrike

Weil Koffein die Filterfunktion der Nieren anregt, muss man als Kaffeetrinker trotzdem öfter aufs Klo. Das ist aber nur ein kurzfristiger Effekt – und Gewöhnungssache. Hardcore-Kaffisten und Skandinavier entwickeln dagegen eine gewisse Toleranz. Weitere Kaffee-Mythen: Kaffee erhöht Blutdruck und Blutzucker, schädigt langfristig Herz und Kreislauf. Mehr als zwei Tassen am Tag: Ganz schlecht.

Lange Zeit war auch die Wissenschaft dieser Meinung. Mittlerweile ist das kalter Kaffee. Im Gegenteil: Kaffee erhöht den Zellschutz und hat keine negativen Auswirkungen auf Blutdruck, Body Mass-Index und Blutzuckerspiegel. Überraschendes Ergebnis einer US-amerikanischen Studie: Bohnenlose Frechheiten wie entkoffeinierter Kaffee bewirken genau das Gegenteil. Eine finnische Untersuchung ergab, dass die Sterberate bei regelmäßigem Kaffeekonsum sank. Übrigens: Nach 18 Uhr darf man nicht nur Essen, sondern auch Kaffee trinken.

Auch als Betthupferl taugt das schwarze Gold. Denn in den ersten 15 Minuten nach dem Genuss wirkt Koffein beruhigend. Wer sich dann hinlegt, entgeht dem Koffeinrausch und schläft schnell ein.

Jetzt die schlechte Nachricht für alle Praktikanten: Fünf bis sieben Tassen Kaffee am Tag sind nicht schädlich. Also, ran an die Maschine!

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