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Beim Apfelbauern: Bereits hier wird schon aussortiert. Foto: cornerstone/pixelio.de. Teaserbild: SueSchi/pixelio.de
2,5 Tonnen Lebensmittel – so viel werfen wir in NRW pro Jahr in die Tonne. Diese vermeidbaren Abfälle entstehen auf unterschiedlichen Ebenen: „Denn auf der ganzen Versorgungskette wird weggeworfen“, erklärt Christine Göbel von der FH Münster. Bis zum Beispiel ein Apfel bei uns im Einkaufswagen landet, ist es ein langer Weg.
Es geht los beim Apfelbauer: Bereits er sortiert seine Ernte. Denn er weiß, dass er das Obst, das schon braune Stellen hat, nicht verkaufen wird. Der nächste Stopp: die industrielle Verarbeitung. Hier werden die Äpfel gesäubert. Auch an dieser Stelle landet einiges Obst in der Tonne. Die übrigen Äpfel erreichen nun den Handel: Aber auf die Ladentheke kommen nur diejenigen, die schön rund, knackig und rot sind. Erst jetzt landet der Apfel im Einkaufswagen und somit beim Verbraucher.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass in NRW zu viele Lebensmittel weggeworfen werden. Jetzt geht es darum, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung zu entwickeln. Denn das Ziel des europäischen Parlaments ist es, die Menge der vermeidbaren Lebensmittelabfälle bis 2020 zur Hälfte zu reduzieren – und das gilt für alle Regionen. „Damit das gelingt, haben wir in NRW den Runden Tisch ‚Neue Wertschätzung für Lebensmittel‘ eingerichtet“, berichtet Christine Göbel.
In Reih und Glied: Bild: Im Supermarkt kommt nur das Beste auf die Ladentheke. Foto: martin-fels/pixelio.de
Auf Grundlage der Studie hat der Runde Tisch vier Strategien entwickelt. „Bei der ersten Strategie überlegen wir, welche Rahmenbedingungen wir verändern können“, erklärt Christine Göbel. Hier geht es darum, die Gesetze, Normen und Regeln, die zur Verschwendung führen, zu lockern oder abzuschaffen. Dabei wird besonders auch das Mindesthaltbarkeitsdatum geprüft. Denn diese Richtlinie bringt viele Gefahren mit sich: Verbraucher neigen dazu, Lebensmittel an dem gesetzten Tag wegzuwerfen – obwohl die Produkte noch einige Tage genießbar sind. Denn das Datum gibt schließlich an, wie lange die Lebensmittel mindestens noch haltbar sind – und nicht höchstens.

- Hier landen in NRW 2,5 Tonnen Lebensmittel im Jahr: in der Tonne. Foto: GoldstadtTV/flickr.com
„Als dritte Maßnahme wollen wir die Wertschätzung für Lebensmittel erhöhen“, sagt Christine Göbel. Hier steht vor allem die Ernährungsbildung an Schulen im Mittelpunkt. Für das Thema Lebensmittelverschwendung hat die Universität Paderborn Arbeitsmaterialien erstellt. „Diese verwenden Kölner Schulen bereits im Unterricht“, so die Ernährungsexpertin. Auch für Mitarbeiter im Handel wurden Fortbildungen konzipiert, um die Wertschätzung für die Produkte zu verbessern.
web: Studie - Verringerung von Lebensmittelabfällen in NRW
web: Homepage des Films “Taste the Waste”
web: Die neue Plattform gegen Lebensmittelverschwendung: Food Sharing
web: “Zu gut für die Tonne” - Infos vom Bundesministerium für Ernährung
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