Icelandic Dreams: Ein Erasmus-Jahr

„Eine sehr außergewöhnliche lebensverändernde Erfahrung“, so bezeichnet Patrick Doodt sein Erasmus-Jahr in Island. Mit seinem Film „Icelandic Dreams – An Erasmus Story“ bringt er das Erasmus-Leben näher und entführt den Zuschauer mit wundervollen Naturaufnahmen, verrückten Momenten und trivialen Dingen des Alltags.

Wie sollte man sein Leben führen? Diese Frage hat Philosophie-Student Patrick Doodt (24) lange interessiert. Seine Gedanken in der Praxis anzuwenden konnte er zu Hause nicht. Denn für ihn war klar: In der Umgebung von Menschen, die dich gut kennen, führt ein außergewöhnliches Verhalten zu direktem Widerstand. Wenn man aber ein Jahr dort verbringt, wo einen keiner kennt und keiner Vorurteile hat, kann man viel Neues ausprobieren und dabei auch viel Neues erfahren. Denn wenn man in einer neuen Umgebung sei, könne man auf seine Welt von außen schauen und bekomme einen neuen Blickwinkel.

Neue Erkenntnis

Auch Schönheit der isländischen Natur macht den Film besonders sehenswert. Teaserbild und Fotos: Patrick Doodt

Auch die Schönheit der isländischen Natur macht den Film besonders sehenswert. Teaserbild und Fotos: Patrick Doodt

So sei das Erasmus-Jahr in Island für Patrick eine Chance gewesen, die sein Leben verändert habe. „In Island habe ich verstanden, wie viel mehr man aus seinem Leben machen kann“, erzählt er. Wenn man nur einen begrenzten Zeitraum habe, mache man mit der Zeit, die zur Verfügung steht viel mehr. „Es führt dazu, dass du die ganze Zeit Action hast: man macht jedes Wochenende einen Trip und Partys ohne Ende. Es gibt einfach keine Zeit dafür, beleidigt oder faul zu sein.“

Wie wichtig es ist, sein Leben und seine Zeit zu schätzen, die Augen und den Geist offen zu halten, hat Patrick erst in Island verstanden. Diese Erkenntnis hat er nach Deutschland genommen und möchte sie in seinem Film zeigen. Verrückte Partys, Reisen durch das Land, lustige Situationen in der Mensa oder Bibliothek – solche Momente, machen unser Leben aus. Solche Momente machen auch den Film von Patrick aus. Viele kleine Videos, die zu Musik geschnitten sind, zeigen wie viel man in einem Jahr machen kann und wie wertvoll jeder Augenblick sein kann.

Learning by doing

Kamera hatte Patrick immer dabei.

Die Kamera hatte Patrick immer dabei.

Über zwei Jahre hat Patrick an dem Film gearbeitet. Die ersten Szenen hat er noch in Deutschland vor der Abreise gedreht. Fertig ist der Film erst in dieser Woche geworden. Wie man das Video bearbeitet, Animation und Sounddesign macht, hat er sich selbst beigebracht. „Ich habe versucht, es ordentlich zu machen, mit den Mitteln, die ich hatte. Ich habe keine professionelle Kamera, keine Ausbildung. Es war auf jeden Fall „learning by doing“.“

Seine ersten Videos hat Patrick mit 14 gedreht. „Wir sind mit meinen Kumpels in Büsche gesprungen, fanden es total lustig und haben später daraus ein Film gemacht.“ Was Ähnliches wollte er auch in Island machen. Nur hat Patrick dann ganz schnell gemerkt, dass viel mehr Potenzial dahinter steckt und dass er viel mehr daraus machen kann, als nur ein paar lustige Szenen zu drehen, wenn zum Beispiel jemand nackt vor einem Geysir herumläuft. „Ich wusste, dass es eine geniale Zeit werden wird und wollte das unbedingt festhalten“.

Liebe zu Details

Egal, wo er war und was er machte, seine Kamera war immer dabei. Hat es mit dem Ausparken nicht ganz perfekt geklappt, ist jemand vom Stuhl gefallen oder hat einer Luftballons durch die Küche geworfen – die Kamera hat alles festgehalten.

Das Jahr in Island hatte viele schöne Momente.

Das Jahr in Island hatte viele schöne Momente.

Genau deshalb, weil der Film so viele Details und Facetten hat, glaubt Patrick, dass er trotz seiner Länge – 2 Stunden 19 Minuten – unterhalten und nicht langweilen wird. „Ich glaube, ich habe es geschafft, das Erasmus-Leben zu portraitieren und werde mit dem Film auch andere Studenten motivieren, aus ihren Häuschen herauszukommen und sich der Gefahr auszusetzen, ihre eigene Meinung auf die Probe zu stellen und wirklich eine Story zu haben. Denn das ist eine Bereicherung, die man für den Rest seines Lebens mitnehmen kann“.

Der Film „Icelandic Dreams – An Erasmus Story“ von Patrick Doodt feiert seine Premiere am 21. November um 19 Uhr im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ).

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.