Bachelor – und dann?

Den Bachelorabschluss in der Tasche, was jetzt? Berufsleben, Masterstudium, Ausland? Dr. Irene Szymanski gibt Antworten, sie ist die stellvertretende Abteilungsleiterin im Zentrum für Information und Beratung an der TU Dortmund. Außerdem stellen wir auf den nächsten Seiten vier Masterstudenten und -absolventen vor, die ihren Werdegang beschreiben.

ZIB_Irene Szymanski

Dr. Irene Szymanski weiß, welche Möglichkeiten Bachelorabsolventen haben. Teaserbild: Benjamin Klack / pixelio.de, Foto: Hannah Biermann

Nach ihrem Abschluss haben Bachelorabsolventen die Qual der Wahl. In welchen Fachbereichen ist ein unmittelbarer Berufseinstieg empfehlenswert?

Dr. Irene Szymanski: Der Bachelor ist der erste berufsqualifizierende Abschluss, ein Berufseinstieg ist somit prinzipiell immer möglich. Vor allem im Lehramt besteht allerdings die erste Qualifikationsphase an der Hochschule aus einem Bachelor- und Masterstudium, ein Übergang in die zweite Ausbildungsphase, den Vorbereitungsdienst, ist ohne Master nicht möglich.

Nun sind Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten von Fach zu Fach verschieden. In welchen Bereichen ist es sinnvoll, einen höheren akademischen Abschluss anzustreben?

Szymanski: Ein Masterstudium erhöht generell die Qualifikation und damit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Vor allem in den Naturwissenschaften – dort gehört die Promotion häufig zur universitären Ausbildung – ist ein Masterstudium sinnvoll. Dies gilt ohnehin für alle Studierenden, die eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Hochschule anstreben.

Die Auswahl ist groß: Wo können sich Studierende über entsprechende Masterprogramme in Deutschland informieren?

Szymanski: Das komplette Studienangebot Bachelor und Master in Deutschland kann auf der Seite „Hochschulkompass“ abgerufen werden. Regionale und überregionale Mastermessen informieren gezielt über das Masterangebot an den einzelnen Hochschulen. Beispiele hierfür sind „Master and More“ oder „Mastermap“. Das Onlineportal „Masterwiki“ ist eine vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als Hochschulperle des Monats ausgezeichnete Initiative, die bei der Suche nach einem Masterstudiengang und bei der Bewerbung unterstützt.

Welche Möglichkeiten haben Bachelorabsolventen, die ihre akademische Laufbahn im Ausland fortsetzen wollen?

Szymanski: Mobilität der Studierenden ist ein erklärtes Ziel der Bolognareform. Neben den Zugangsvoraussetzungen spielen möglicherweise Sprachnachweise eine Rolle.

Stichwort Bewerbung: Was ist wichtig?

Szymanski: Die Zugangsvoraussetzungen für die Masterprogramme und Fristen. Sobald diese erfüllt sind, ist auch ein Hochschulwechsel nach dem Bachelorabschluss möglich – ebenso der Wechsel von der Fachhochschule zur Universität.

Welche Zugangsvoraussetzungen müssen Studierende in der Regel erfüllen – und worauf kann man schon während des Bachelorstudiums achten?

Szymanski: Die Abschlussnote im Bachelorstudium ist entscheidend für die Zulassung zum Masterstudium. Deshalb sollten Studierende im Bachelorstudium die Abschlussnote nicht außer Acht lassen und sich frühzeitig darüber informieren, welche Einzelnoten und mit welcher Gewichtung in die Bachelorgesamtnote einfließen. Weiterhin kann unter Umständen die Wahl der Schwerpunkte im Bachelorstudium eine Rolle spielen, um bestimmte Masterprogramme studieren zu können.

Masterplätze sind rar und heiß umkämpft. Welche Alternativen haben Studierende, die im Bewerbungsverfahren leer ausgehen?

Szymanski: An der TU Dortmund gibt es bis jetzt keine zulassungsbeschränkten Masterstudiengänge. Das heißt Masterinteressierte, die die Zugangsvoraussetzungen erfüllen, können sich einschreiben. Alternativen sind eine breit gestreute überregionale Bewerbung, ein Masterstudium im Ausland oder berufsbegleitende Masterprogramme, beispielsweise an einer Fernuni oder an privaten Hochschulen.

Studieren kostet: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Szymanski: Konsekutive Masterstudiengänge werden durch Bafög gefördert. Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit stellen Stipendien dar, so zum Beispiel das Deutschlandstipendium. Eine Übersicht über Förderungsmöglichkeiten zahlreicher Stiftungen ist auf der Seite „Stipendienlotse“ zu finden, der Stipendien-Datenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Über Begabtenförderung informiert „Stipendium Plus“. Die Suchmaschine „myStipendium“ ist ebenfalls als Hochschulperle des Monats vom Stifterverband ausgezeichnet worden und unterstützt bei der individuellen Suche nach dem passenden Stipendium.

1 Comment

  • Sandra sagt:

    Man muss beim Wechsel nach dem Bachelor für einen Master zwischen Universitäten und auch von der FH oder Hochschule zur Universität damit rechnen, „Angleichsleistungen“ zu erbringen, die je nach Angebot bis zu zwei Semester kosten können. Das ist nicht so leicht, wie es hier klingen mag!

      Zitat:  Antwort:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.