Durchbruch im Tarifstreit: keine Bahnstreiks bis Jahresende

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich in ihrem Tarifstreit vorerst geeinigt. Streiks in der Weihnachtszeit sind daher vom Tisch. Im Januar sollen die Verhandlungen aber schon weitergehen.

Nach monatelangen Streiks sind der Personalmanager der Deutschen Bahn Ulrich Weber und GDL-Chef Claus Weselsky am Mittwochabend zu einem Kompromiss gekommen. Sie einigten sich rückwirkend für das zweite Halbjahr von 2014. Alle GDL-Mitglieder erhalten nun für diesen Zeitraum einmalig einen Betrag von 510 Euro, wie Bahn und Gewerkschaft mitteilten. Weselsky nannte den Kompromiss einen „Durchbruch“. Weber sprach nur von einem „Zwischenergebnis“.

Der Grund für Weselskys Euphorie: Die Zahlung der Bahn geht nicht nur an GDL-Lokführer, sondern unter anderem auch an Zugbegleiter und Bordgastronomen. Die Bahn unterteilt ihre Mitarbeiter bislang in sechs Berufsgruppen. Die GDL war bisher nur für die Lockführer zuständig, möchte ihre Zuständigkeit aber auf die anderen Berufsgruppen ausweiten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG will ihr Zuständigkeits-Monopol für diese Berufsgruppen aber nicht aufgeben.

Die endgültige Lösung des Tarifkonflikts sind die Verhandlungen von Mittwoch deshalb noch nicht. Im Januar müssen Deutsche Bahn und GDL zum einen den Tarif für die Zeit ab 2015 verhandeln. Auch die strittige Frage, welche der beiden Bahngewerkschaften künftig welche Berufsgruppe vertreten darf, bleibt noch offen. Bis zu den Verhandlungen im Januar müssen Bahn-Fahrgäste aber nicht mehr mit Streiks rechnen, darauf haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber geeinigt.

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