Kino im U – Ein Raum mit Verbesserungspotential

Allseits bekannt ist es noch nicht, dass es im Dortmunder U ein Kino gibt. Das ist auch das größte Problem für die Verantwortlichen: kaum Resonanz. Außerdem wenig Gelder, kaum Spieltage und ein Grundkonzept, das hinkt. All diesen Problemen muss sich der „Verein Kino im U“ stellen, der eigens zur Gründung des Kinos ins Leben gerufen worden ist. Trotzdem ist die Idee, ein Kino im U zu etablieren, durchaus gut.

Ein einziger Raum. 174 Sitzplätze. Betritt man den Saal bekommt man das Gefühl, man bade in heißem Wasser, sind die Wände doch komplett in rot gestrichen. Seit dem 12. Januar dieses Jahres ist das Kino im U für Besucher geöffnet. Zweimal die Woche und an einem Sonntag im Monat wird Programm gemacht und dem Zuschauer werden ganz spezielle Filme geboten.

Filmreihen, mit besonderen Schwerpunkten

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Sehr modern ist der Kinosaal im U ausgestattet. Foto: Meier/Erhard Visuelle Kommunikation

Der Verein hat vier Filmreihen für das Programm eingeführt. Die erste Reihe nennt sich „Kennen Sie die schon?“ und gibt unter anderem externen Interessenten wie Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen aus Dortmund die Möglichkeit sich vorzustellen. So stellte sich unter anderem in einer Filmreihe der „Italienverein Dortmund“ mit dem Film „Italy. Love it or leave it“ vor.

Die zweite Reihe hat den Namen „Kunstlicht“ und zeigt, begleitend zum Ausstellungsprogramm im U, Filme, die inhaltlichen Bezug zu den Kunstwerken haben. Die dritte Filmreihe heißt „Festivalfunde“. Hier zeigt der Verein Filme, die er vorab auf Filmfestivals gesehen, und als gut empfunden hat. Die vierte und letzte Reihe soll noch etabliert werden und steht unter dem Motto „Das Leben? Abgedreht!“. Sie soll sich vorrangig an Jugendliche richten.

Ausgesucht werden die Filme für alle vier Filmreihen von Frau Barbara Fischer-Rittmeyer. Sie ist die Leiterin des Kinos. Und da das Grundkonzept des Us für Zusammenarbeit steht, spricht sie das Programm vorher mit den Partnern im Haus ab. Partner vom „Verein Kino im U“ sind alle Parteien im Dortmunder U, wie zum Beispiel die FH Dortmund oder das RWE Forum. Auch sie können den Saal, je nach Bedarf, anmieten und nutzen.

Nicht wirklich ein Kino, sondern eher ein Multifunktionssaal

Frau Barbara Fischer-Rittmeyer steht hinter den Konzepten des Dortmunder Us und des Kinos im U. Foto: Anna Dörnemann

Frau Barbara Fischer-Rittmeyer steht sowohl hinter dem Konzept des Dortmunder Us als auch des Kinos. Foto: Anna Dörnemann

In dem Saal befindet sich nämlich ein komplett professionelles Kinoequipment plus Vorführraum. Der Raum wird aber eben nicht nur ausschließlich als Kino genutzt. Denn während in einem „normalen“ Programmkino tägliches Programm und Popcorn dazu gehören, kann das Kino im U für andere Veranstaltungen angemietet werden; beispielsweise für Tagungen. Dann, wenn der Verein kein Programm macht. Es kann also eher von einem Kino mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten gesprochen werden; ein „Multifuntionssaal“ wie es Fischer-Rittmeyer beschreibt.

Hauptsächlich wird der Raum aber von den internen Partnern im U genutzt. Die FH Dortmund zum Beispiel, nutzte den Raum bereits für eine Lesung. Aber auch externe Interessenten können den Raum gegen Bezahlung buchen. Eine wichtige Voraussetzung ist dabei, dass die Anfrage terminlich und inhaltlich zum Konzept des Kinos passen muss. Wer jetzt also schon geplant hat, das Kino für den nächsten Geburtstag anzumieten, muss sich leider eine andere Location suchen.

Viele Ideen, jedoch zu wenig Geld

Trotz multifunktionaler Nutzung läuft das Programm also; fernab von kommerziellen Filmen. Endlich werden auch mal kleinere Independentfilme gezeigt, die Kultur bekommt Gehör und hat eine Bühne auf der großen Leinwand. Oder doch nicht? Allzu idealistisch ist Fischer-Rittmeyer nicht; und träumerisch schon gar nicht.

Obwohl anfänglich geplant war, jeden Tag Programm im Kino zu machen, musste der Ursprungsplan vorerst verworfen werden. Gründe für die Änderung des Plans sind die knappen Geldressourcen, zu wenig Besucher und Personal. Denn eine feste Stelle gibt es für die Leitung des Kinos nicht. Nur einen Honorarvertrag mit dem Verein.

Rund 30.000 Euro steht dem Verein jährlich von der Stadt zur Verfügung. Das ist nicht viel, bedenkt man, welche Kosten ein Kinobetreiber hat – selbst wenn es sich um kleine Filmproduktionen handelt. Es müssen unter anderem Filmrechte gekauft werden und Teile der Einnahmen müssen wieder an den Verleih, die FFA (Filmförderungsanstalt) und GEMA abgetreten werden. Außerdem darf der Verein, da er gemeinnützig ist, keinen Gewinn durch sein Programm und die Vermietung des Raums machen. Die Einnahmen reduzieren lediglich die öffentlichen Mittel.

Seite 2: Die Zukunft des Kinos im U