Was ist schon sicher?

Kommende Kernschmelzen, riesige Wogen Wasser, weltbewegende Erdbeben. Unser Blick richtet sich gen fernen Osten. Vorerst vergessen sind Kämpfe in Libyen sowie Fußball- und Verkehrsunfälle im eigenen Land. Komischerweise sind die Börse und Landtagswahlen Topthemen. Bizarr.

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Letzten Freitag hatte ich keinen Überblick, was die Abendplanung anging. Im Endeffekt wurde aus einem Arbeitstag ein „ich-bin-mal-eben-weg-hab-da-einen-Termin“-Tag, der aus verdammt schlechten Kellnern und Küchen, aber dafür sehr unterhaltsamen Tisch- und Sofagesprächen bestand.

Nach dem Abklappern von einigen Events begann der entspannte Teil, als meine Patentante und ich uns mit einem Wegbier ins Bermudadreieck begaben, um die Erlebnisse des Tages zu rekapitulieren.

Da wir beide momentan in der medizinischen Forschung umherirren, waren die illegalen Patiententests an der Uni Gießen das erste Thema. Eine Katastrophe, die durch Menschenhand entstanden ist und „Tradition“ haben soll. Gleichgestellt haben wir die Problematik in Libyen.

Goju-no-to Pagoda von Senjō-kaku Tempel auf Miyajima nahe Hiroshima. Hoffentlich bleiben diese Sehenswürdigkeiten diesmal verschont. Foto: Privat

Goju-no-to Pagoda von Senjō-kaku Tempel auf Miyajima nahe Hiroshima. Hoffentlich bleiben bei dem drohenden GAU Japans Menschen und Sehenswürdigkeiten weitestgehend verschont. Foto: Privat

Am meisten aber echauffierten wir uns über die Berichterstattung über Japan. Grundsätzlich ist es gut, dass wir in der Lage sind, viele Informationen schnell über den ganzen Globus zu verteilen. Wie diese aber interpretiert werden, sieht man an den Hamsterkäufen von Jodtabletten (die sowieso zu niedrig konzentriert sind, immense Nebenwirkungen haben und keinen Nutzen haben, solange keine Wolke aus Radioaktivität in unmittelbarer Nähe ist) und der sofort einsetzenden Atomdebatte in Deutschland. Beides hätte man meiner Meinung nach ruhiger angehen können.

„Spiegel online“ hat mit „1015 Mikrosievert sind 1,015 Millisievert“ meinen Favoritensatz publiziert. Etliche Medien sprachen von einer „400fachen Erhöhung der Radioaktivität“. Die Frage aber, ob das nun gefährlich ist oder nicht, wurde nie konkret beantwortet. Experten sprachen von „gasförmigen Partikeln“, deren Aussehen ich gerne kennenlernen würde.

Die großartigste Aussage hörte ich aber beim Bahnfahren: „Ach was, die deutschen AKWs sind todsicher“ – eine rhetorische Pause lag in der Wortmitte von „todsicher“. Als ich unschuldig nachfragte, ob uns denn dann der Tod sicher sei, lief der Herr rot an und murmelte „ja so wirklich weiß ich das auch nicht“.

Deutschland – „das Sicherste der Welt“

Nicht die AKWs machen mir Sorge, sondern eher, wie Bundesbürger auf einen Atomunfall reagieren würden. Das ruhige und disziplinierte japanische Verhalten ist hier undenkbar. Zufälle, unvorhersehbare Unfälle und menschliches Versagen sind eben Teil der Wahrscheinlichkeit, dass auch uns in Deutschland eine Katastrophe blüht. Solange nichts passiert, ist sowieso alles „das Sicherste der Welt“. Aber eben auch nur, bis etwas passiert.

Tokyo vor den Erdbeben. Wahrscheinlich rätseln Hollywoodproduzenten jetzt schon, wie sie aus dem Unglück in geraumer Zeit Profit schlagen können. Und das, obwohl der Ausgang noch nicht klar ist. Foto: Privat

Tokio vor dem Erdbeben: Wahrscheinlich rätseln Hollywoodproduzenten jetzt schon, wie sie aus dem Unglück in geraumer Zeit Profit schlagen können. Foto: Privat

Als das zweite Wegbier in dieser lauen Nacht zur Neige ging, einigten wir uns auf die folgende Aussage des Abends: Das Risiko, dass wir in Deutschland eine Kernschmelze erleben werden, weil ein Erdbeben in einen Stromausfall mündet, ist gleich dem Risiko, jetzt von einem Taxi überfahren zu werden.

Kaum ausgesprochen, so ereignete sich Folgendes: Ein erstes Taxi fuhr vor das „Mandragora“ und rollte über eine leere Sektflasche, welche in geschätzte vier Teile zersprang. Kurz darauf kam ein zweites Taxi und fuhr beschwingt vor den Nebeneingang des Mandra.

Diesmal aber schlitzte eine Scherbe den linken Vorderreifen auf. Das ist ein wahrlich unglücklicher Zufall. Markerschütternd wurde der Zufall erst, als der Taxifahrer aus der Fahrertür fiel und erst beim zweiten Umtorkeln seines Fahrzeuges bemerkte, welcher Reifen beschädigt war.

Ein Betrunkener am Steuer mit Katastrophenpotenzial war somit in unserer Sichtweite. Soviel zu unserer Aussage des Abends: Sicher ist im Leben eben nur der Tod.

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Anne K. Dote ist eine Studentin des N-Gebäudes an der Ruhr-Universität Bochum, die sich regelmäßig auch in anderen Buchstaben verirrt. In ihrer Kolumne gibt sie einen persönlichen Einblick in den Kosmos RUB - und das normalerweise alle zwei Wochen. Grafik: F. Steinborn, Teaserfoto: pixelio.de / Dieter Schütz

6 Comments

  • Henry sagt:

    Peinlicher Text. Die Autorin wählt bestimmt auch FDP.

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  • Matthis Dierkes sagt:

    Im Prinzip ist hier schon alles gesagt worden, was auch ich zu dieser Kolumne beitragen würde. Trotzdem möchte ich hier nochmal kurz meinen Senf dazu tun, da es mir wichtig ist, dass die beiden Kommilitonen Unterstützung bekommen.
    Zunächst einmal hast du – Frau Dote – Recht damit, dass es nicht deine Aufgabe sein muss, eine Bewertung der gesundheitlichen Folgen radioaktiver Verstrahlung vorzunehmen. Eine Kolumne zur aktuellen Situation in Japan und den damit zusammenhängenden Ängsten der Deutschen ist eine sehr gute Idee und ich bin auch froh darüber, dass sich jemand wie du die Mühe macht, über solche Themen für die Pflichtlektüre zu schreiben.
    Leider bist du diesmal über das Ziel hinausgeschossen. Der Text hat für mich keine ernst zu nehmende Aussage. Hier wurde bereits von Stammtisch-Meinungen gesprochen. Und genauso liest er sich leider auch.
    Es wäre schön gewesen, zu erfahren, wie sich eine Bochumer Studentin in dieser Situation tatsächlich fühlt, wie sie vielleicht auch der neu aufkeimenden Debatte in Deutschland gegenübersteht. Das tust du zwar („ Beides hätte man meiner Meinung nach ruhiger angehen können.“) aber eine nachvollziehbare Begründung hast du nicht parat.
    Schade ist auch, dass du dir die Berichterstattung der Medien nicht differenzierter angeschaut hast. Wer wirklich wollte, konnte auch in den Massenmedien eine sehr überlegte, keineswegs reißerische Wiedergabe und Einordnung der Ereignisse verfolgen. Als Beispiel sei hier nur die Expertise von Ranga Yogeshwar in der ARD genannt.
    Meinungsfreiheit ist enorm wichtig. Das wird niemand abstreiten. Aber illegale Patiententests mit jahrzehntelangen Menschenrechtsverletzungen und einem neu ausgebrochenen Bürgerkrieg in Libyen auf eine Stufe zu setzen, ist für mich keine Meinung, sondern eine unüberlegt dämliche Einschätzung.
    Auf der Seite der pflichtlektüre wird selten über derart komplizierte Themen berichtet. Aber wenn sie denn stattfinden und sie so präsent sind, dass es auch unsere Pflicht ist, sie zu thematisieren, sollten wir das auf einem angemessenen Niveau tun. Und wenn nun einmal ein unüberlegter Kommentar geschrieben wurde, sollte das nicht noch einmal vorkommen. Du, Anne K. Dote, solltest noch einmal eine Kolumne zu Japan schreiben. Diesmal aber vielleicht über die eigene Unfähigkeit, Ereignisse richtig einzuordnen. Um es mit deinen Worten zu sagen: „Das hätte man etwas ruhiger angehen können.“

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  • Karen Grass sagt:

    Ich schließe mich Haluka voll und ganz an. Auch ich schäme mich dafür, dass eine so verfehlte „Anekdote“ in unserer Lehrredaktion eine Plattform findet. Viele Kommilitonen sitzen teilweise stundenlang an einem Beitrag, um zwar kritisch, aber eben nicht unreflektiert, verharmlosend, oder gar beleidigend zu berichten. Denn kritische und verantwortungsvolle Einordnung ist eine essentielle Aufgabe eines jeden Mediums. Wenn, wie die Autorin in ihrer fast unverschämt platten Replik schreibt, eine reflektierte Beschreibung der Umstände den Rahmen eines Beitrages sprengt, darf er eben nicht stattfinden.

    Lifestyle kann nicht Weltpolitik, das endet makaber.

    Meinungsfreiheit ist wichtig, deshalb verstehe ich die Gratwanderung der Redaktionsleitung im Bezug auf den Beitrag. Doch für mich ist eine Meinung etwas, das argumentativ aufgebaut ist- auch wenn sie noch so streitbar ist, man sollte ihr in jedem Fall folgen können. In dem Text der Autorin, die aus verständlichen Gründen lieber anonym bleiben will, finde ich leider keine Argumentationslinie.

    Was, bitte, ist die Aussage des Textes?

    Der Teaser verspricht eine kritische Analyse der Berichterstattung über die Atomkatastrophe in Japan, die nicht stattfindet. Stattdessen stellt die Autorin Missstände in Gießener Krankenhäusern mit den unvorstellbaren Menschenrechtsverbrechen Gaddafis auf eine Stufe. Woran sich dann undifferenzierte Äußerungen über die deutsche Atomdebatte anschließen, frei nach dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Natürlich hat sich seit vorvergangenen Freitag nichts an der Sicherheit der deutschen AKW verändert, ganz recht! Das Risiko einer unkontrollierbaren Technik ist permanent vorhanden! Und genau darum sollte man sich Sorgen machen, nicht nur wenn das Thema Aufmacherseiten füllt.

    Als roter Faden dient dem Text mangels Argumentationslinie der Verlauf des Abends, an dem die Autorin ihren Stammtisch-tauglichen Überlegungen nachhängt. Die Begründung der Replik, die Taxi-Anekdote stehe „in unmittelbarem Zusammenhang mit der hilflosen Feststellung, dass man auch hier in Deutschland eine AKW Katastrophe erleben kann“, ist unglaubwürdig. Denn die ironisch angehauchte Überschrift „Was ist schon sicher“ und die Verpackung der Gedanken in die abendliche Story lassen anderes vermuten. Falls die Kolumne tatsächlich „von Angst, Sorge und Unverständnis gegenüber welt- und innerpolitischen Themen getrieben wurde“, ist diese Botschaft unglaublich schlecht umgesetzt. Wie schon der Titel und diverse Kommentare leitet auch die Taxi-Anekdote nur auf eines hin: Auf die fast schon zynisch wirkende Feststellung „Sicher ist im Leben eben nur der Tod.“
    Womit wir bei der einzig auffindbaren Aussage des Textes angekommen wären. Angesichts der Ausmaße der kommentierten Geschehnisse in Nordafrika und Japan wirkt die platte Abhandlung höchst makaber.

    Lifestyle kann definitiv nicht Weltpolitik.

    Auf mich wirkt der Text stattdessen menschenverachtend und ich wiederhole: Ich schäme mich wie Haluka dafür, dass er hier publiziert wurde.

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  • Anne K. Dote sagt:

    Hallo Herr Maier-Borst, hallo Atzin,

    diese Kolumne mit genau dieser Thematik ist die Wiedergabe eines Tages an der RUB und in Bochum. Sie ist ein kleiner Bruchteil von dem, was im Moment in diese Thematik fällt und nicht Resultat einer „Sauftour“. Die Sektflasche und was mit ihr passiert ist steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der hilflosen Feststellung, dass man auch hier in Deutschland eine AKW Katastrophe erleben kann. Der letzte Satz war und ist immernoch der meistausgesprochene Satz zwischen Kernkraft- und Atomphysikern, sowie diversen anderen Naturwissenschaftlern an der RUB, die alle erschrocken auf die Ereignisse in Japan blicken.

    Eine ausschweifende Diskussion und Recherche für eine wissenschaftliche Kolumne, die aus Sicht eines Wissenschaftsjournalisten wertvoll gewesen wäre, sprengt den Rahmen dieser kleinen Kolumne über das Studentendasein an der RUB.

    Nun aber zum wichtigsten Teil: In keinster Weise war und ist beabsichtig, dass hier unterschlagen oder verhohnt werden soll, dass tausende Menschen alles verloren haben, dass es unzählige Opfer gibt und diese Katastrophe ein ganzes Land und die Welt erschüttert hat. Es ist eine immense Tragödie und unvorstellbar traurig. Selbstredend ist es egal, wenn Deutsche nicht mehr nach Japan reisen können. Und auch das Schicksal der Sektflasche ist hinfällig.

    Es ist eine persönliche Kolumne, die von Angst, Sorge und Unverständnis gegenüber welt- und innerpolitischen Themen getrieben wurde.

    Vielen Dank für eure Kommentare. Für eine realistische Darstellung der Situation verweise ich auf SP.ON, da deren Berichterstattung mittlerweile die Beste zu sein scheint.

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  • Atzin sagt:

    Eine geschmacklose, völlig überflüssige Kolumne! Zu einem Zeitpunkt, wo tausende Menschen in Japan von einer Katastrophe in den Tod gerissen werden und die Welt voller Entsetzen, Spannung und auch Angst nach Fukushima blickt, erzählt uns die Kolumnisten (der Name ist wohl kaum echt) von zerplatzenden Sektflaschen unter Autoreifen, die während einer ziellosen Sauftour durch Bochum beobachtet wurden. Na klasse!

    Dabei begeht sie den klassischen Fehler, den man immer wieder bei Kolumnen oder Essays, die aus der Ich-Perspektive geschrieben werden, beobachten kann: sie erzählt viel zu viel von sich selbst! Auch wenn eine Kolumne stets aus einer solchen Perspektive geschrieben ist und das auch deutlich machen soll, so muss sie ein deutlich erkennbares Thema haben, das den eigentlichen Sinn der Kolumne darstellt und nicht zwischen zwei Wegbier mit der Patentante flapsig abgehandelt wird.

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  • Haluka Maier-Borst sagt:

    Es ist traurig, dass die Kolumne wieder online ist, nachdem sie zeitweilig zu recht offline war. Hier meine persönliche Begründung:

    Ich sitze seit einer Woche nun in der Redaktion und versuche als Wissenschaftsjournalist mit japanischem Familienhintergrund das, was unsere Aufgabe als Journalisten sein sollte: Die Wahrheit der Geschehnisse so gut es geht abzubilden, den Leser zu informieren.

    Zurzeit ist zwar die Lage stabil aber immer noch kritisch. So wie es aussieht, wird Fukushima über Jahrtausende Sperrgebiet sein und die Gefahr für die 35-Millionen-Metropole(ein gutes Drittel der deutschen Bevölkerung) Tokio ist nicht abgewandt.

    In diesen Moment hinein, schreibt Anne K. Dote eine Kolumne, die das berechtigte Thema „Was ist schon sicher?“ hat und eine andere Sicht auf die aktuelle Geschehnisse werfen soll, nämlich aus dem Alltag eines Studenten. Dennoch könnte der Ton nicht schiefer, die Darstellungsweise nicht verfehlter, die Kolumne nicht pietätsloser sein.

    Eine Auflistung:
    -Würde es Anne K. Dote wirklich um die Libyen-Problematik oder generell um das Agenda-Setting in Medien gehen, wie Sie es im Teaser thematisiert, sollte Sie darüber auch sprechen. In Ihrem Text geht es hauptsächlich aber um ihre Kneipentour und ihre besserwisserische Attitüde.

    -Statt wirklich ihre Meinung zu äußern und Begründung zu liefern gleitet Sie auf einer Woge des Wegbieres und der Überzeugung des Allwissenden über die Themen, macht sich hier mal lustig über Spiegel Online, da mal über einen älteren Mann. Ich als jemand, der die japanischen Medien und die deutschen Medien verfolgt hat, muss sagen, dass Spiegel Online meiner Ansicht nach sehr gut und informativ berichtet hat. Von Isotopen, über Kernschmelze bis hin zu Gesundheitsfolgen hat SP.ON nach meiner Einschätzung mit die besten Erklärstücke gebracht. Wenn man wen kritisieren sollte, dann bspw. N24, die einen Pseudokorrespondenten hatten, der vom munteren Shoppen der Tokioter nach dem Beben sprach(ging nicht, da die Kaufhäuser nach dem Beben gar nicht auf hatten) oder einen dubiosen Experten, der sagte, dass nach einer Kernschmelze eine atomare Explosion eine ausgemachte Sache sei, was ebenfalls vollkommener Humbug ist.

    -Zu der Hysterie in Deutschland, die auch irgendwie im Text thematisiert werden sollte, es aber auch nicht wirklich wird: Ich stimme Anne K. Dote vollkommen zu, dass in den Medien und bei den Leuten ein Ausnahmezustand herrscht. Es wäre aber vielleicht hilfreich gewesen, sich zu fragen, wieso die Leute so reagieren. Fühlen sie sich in dem bestätigt, was sie der Regierung Merkel bereits vor einigen Monaten angekreidet haben, nämlich den Fehler der Laufzeitverlängerung? Ist das Thema Radioaktivität vielleicht so unübersichtlich und andererseits so weitreichend, dass es Hysterie begünstigt? Und ist vielleicht die „Atom-Lobby“ auch selbst dran Schuld, weil es immer wieder eklatante Verfehlungen gab. Undichte Castorbehälter, fehlende Borsäure in Philippsburg, Atommüll nach Majak, das hin und wieder als verschwiegenes Tschernobyl bezeichnet wird und auch der Zwischenfall in Schweden vor einigen Jahren sind Dinge, die nicht für die Zuverlässigkeit der Energieversorger in Sachen Sicherheit sprechen. Im Falle von Atomkraft potenziert sich die Schwere dieser Versäumnisse aber, da radioaktive Strahlung um einiges mehr gefährlich ist, als eine Sektflasche, die der Autorin fast ins Bein schiesst.

    -Die Bilder aus dem Japan-Urlaub der Autorin sind schon nichts sagend und fragwürdig, wenn das Land in Schutt und Asche ist. Die Bildunterschriften jedoch drehen jedem, der denken kann, den Magen um. „Hoffentlich bleiben bei dem drohenden GAU Japans Menschen und Sehenswürdigkeiten weitestgehend verschont“. Es sterben Menschen, Familien werden auseinander gerissen, Leute haben alles verloren, aber die Autorin macht sich nach den Menschen Gedanken über ihr Sightseeingspots. Übrigens sei gesagt, dass auf dem ersten Bild eine Pagode bzw. ein Goju-no-Tou aus Hiroshima abgebildet ist. Goju-no-Tou ist nämlich der japanische Begriff für Pagode und Hiroshima ist im übrigen in einem komplett anderen Landesteil von Japan. Wer Google-Maps bedienen kann, darf sich davon überzeugen. Zum zweiten Bild, geschossen aus Odaiba, Tokio und seiner Unterschrift: Diese Unterstellung, die nur so strotz vor besserwisserischen „Ich bin kritisch und diese Welt ist voll von rücksichtslosen Kapitalisten.“-Elementen. Fällt der Autorin ein glorifizierender Heldenepos-Film über 9/11 ein, der in den Kino-Charts hing und den alle gesehen haben? Wenn ja, könnte Sie hier ja mal den Amazon-Link hinschreiben.

    -Das Ende oder auch: Wie sorge ich dafür, dass ich alle bisherigen Verfehlungen toppen kann. Sicher ist im Leben nur der Tod ist ein so plumper, menschenverachtender Zynismus in dieser Situation, das man wirklich daran zweifeln sollte, ob die Autorin voll zurechnungsfähig ist.

    Ich schäme mich gerade dafür, dass so etwas auf der Seite des Online-Mediums des IfJ steht bzw. vor allem wieder steht, weil es zeigt, dass es kein Versehen, kein gravierender Fehler war, der aber eingestanden wurde. Es zeigt, dass einer Person Selbstdarstellung um jeden Preis wichtiger ist als alles andere und dass andere Leute, sie gewähren lassen.

      Zitat:  Antwort:

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