Wenn ein Kindertraum erwachsen wird

Foto: A. Reinkober  / pixelio.de

Foto: A. Reinkober / pixelio.de

Ein Beitrag von Léonie Lauer und Lena Christin Ohm

Der Himmel über Bochum ist strahlend blau und die wenigen Zuschauer reiben sich ihre Hände aneinander um sie zu wärmen. Trotz der Februarsonne ist es klirrend kalt am Sportplatz des Rewirpowerstadions, doch auf dem Platz scheint man die Kälte nicht zu spüren: Die Spieler trainieren teilweise sogar in kurzen Hosen. Einer von ihnen ist Jonas Acquistapace (22). Der gebürtige Soester hat seit Anfang Februar 2012 einen Profivertrag beim VfL Bochum – eigentlich studiert er an der Ruhr-Universität Bochum Sport.

Platzhalter

Jonas Acquistapace (22) ist seit Anfang 2012 Profispieler beim VfL Bochum. Foto: VfL Bochum

Mit drei Jahren hat Jonas angefangen zu kicken und seit 2008 stand er für die zweite Mannschaft des VfL Bochum auf dem Platz. Seine Berufung als Innenverteidiger in den Profikader kam für Jonas trotzdem total überraschend – gegen den SC Paderborn durfte er im April 2011 das erste Mal in der zweiten Bundesliga spielen. Obwohl das immer sein Traum war, hatte er nicht damit gerechnet, dass es doch so schnell gehen würde. „Es haben mir alle vorher gesagt, dass Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, in dem es schnell nach oben gehen kann. Aber wirklich daran geglaubt habe ich nicht“, sagt Jonas.
Bis 2007 hat er bei Rot Weiß Ahlen gespielt – zusammen mit Kevin Großkreutz und Marco Reuss, die beide bereits den Sprung in die erste Bundesliga geschafft haben. Deswegen wurde Jonas in den Medien häufig als „Spätzünder“ bezeichnet.

Jetzt freut er sich daher umso mehr, endlich im Profifußball angekommen zu sein. „Es ist einfach ein super Gefühl, hier dabei sein zu dürfen.“ Zur Routine ist der Alltag als Profifußballer noch nicht ganz geworden. Die Nervosität wird zwar von Spiel zu Spiel weniger, doch ein bisschen Anspannung ist immer noch mit dabei.  „Als ich das erste Mal ins Stadion eingelaufen bin, war ich so nervös, dass ich es noch gar nicht richtig realisieren und genießen konnte“, erinnert sich Jonas.

Platzhalter

Acquistapace macht sich für's Training fertig - bei Minus 12 Grad in kurzer Hose. Foto: Lauer/Ohm

Jetzt gebe es für ihn nichts Schöneres, als ins Stadion einzulaufen und die Anfeuerungsrufe der Fans zu hören. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn du aus den Katakomben kommst, den frisch gemähten Rasen riechst und hörst, wie dich das halbe Stadion anfeuert“, schwärmt der 22-Jährige.

Sein Sportstudium an der RUB will Jonas trotzdem beenden. Für ihn ist das Studentenleben auch ein Ausgleich zu den Verpflichtungen eines Profisportlers. Ein bis zwei Mal pro Woche an der Uni sein, sich zwischen den Vorlesungen mit Kommilitonen im Café treffen und die theoretischen Aspekte des Sports kennen – so sieht Jonas‘ Alltag aus, wenn er gerade mal nicht auf dem Platz steht.

Dank der Kooperation zwischen VfL und RUB kann sich Jonas seinen Stundenplan so basteln, dass er nicht mit seinen Trainingszeiten kollidiert. „Durch das Training und die Spiele komme ich natürlich langsamer voran als meine Kommilitonen, aber ich habe ja auch keinen Zeitdruck“, sagt Jonas.

platzhalter

Auf sein erstes Tor beim VfL Bochum wartet Acquistapace noch. Foto: Ohm/Lauer.

Nach seinem Bachelor will der 22-Jährige noch den Master machen und später, nach dem Karriereende, in den Marketing- oder Sponsoringbereich eines Klub oder einer Sportfirma gehen.

Aber bis dahin arbeitet Jonas erst einmal am Aufstieg und seinem ersten Bundesligator.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.