Grüne kritisieren Polizeieinsatz bei Nazi-Demo

Dortmund. Nach der Nazi-Demo am vergangenen Samstag, 3. September, kritisieren die Dortmunder Grünen den Einsatzablauf der Polizei. Außerdem wollen sie noch mehr Blockaden beim Nazi-Aufmarsch im nächsten Jahr errichten.

„Die öffentlichen Aufrufe, sich an Blockaden zu beteiligen, haben nicht nur friedliche Bürger, sondern auch so viele gewaltbereite linke Autonome nach Dortmund gelockt wie nie zuvor“, hatte der Dortmunder Polizeipräsident Hans Schulze nach den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende geäußert. Diese Vermutung wies Mario Krüger, Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, als „hanebüchen“ zurück. Auch ohne einen Blockadeaufruf seien auch in den Vorjahren gewaltbereite Linksautonome nach Dortmund gekommen.

Auch bei der Auflösung von zwei Sitzblockaden an der Schützenstraße sei die Polizei mit unnötiger Härte vorgegangen. Im Gegensatz dazu sei das städtische Friedensfest in Dorstfeld, welches von Nazis gestrümt worden war, völlig unzureichend geschützt gewesen. Diesen Vorfall will Krüger im Polizeibeirat zum Thema machen.

Ihrer eigenen Taktik wollen die Grünen weiterhin treu bleiben. Sie sehen friedliche Sitzblockaden als ein gutes Mittel des Protestes an: „Unser Ziel ist es, diese Protestform noch auszuweiten“, erklärt Ratsfraktions-Sprecherin Ingrid Reuter. Sie sei zuversichtlich, dass es im nächsten Jahr noch mehr und noch größere Blockaden geben könnte, die Bereitschaft, etwas gegen Rechte zu unternehmen, sei gewachsen. Doch trotz aller Kritik stellen die Grünen klar: „Nicht die Polizei ist der Gegner. Es sind die Nazis“.

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