Forscher müssen über Tierversuche aufklären

Aufgeschnittene Tierkörper, offene Schädel, Kadaver in Mülltonnen – es kursieren erschreckende Bilder zum Thema Tierversuche. Die Informationen von Forscherseite sind dünn, während radikale Gruppen eine Kampagne nach der anderen starten. Das muss sich ändern.

Ein Kommentar von Sarah Müller

Autorin Sarah Müller fordert mehr Transparenz bei Tierversuchen

Autorin Sarah Müller fordert mehr Transparenz bei Tierversuchen

Die Wissenschaftler, die an der Uni Bochum und anderen deutschen Universitäten an Tieren forschen, täten gut daran, besser über ihre Arbeit aufzuklären. Die meisten Informationen über Tierversuche liefern noch immer radikale Gruppen. Diese Informationen werden naturgemäß weniger angezweifelt, wenn es an Gegendarstellungen fehlt. Doch viele Forscher der Uni Bochum halten sich bedeckt, geben Informationen nur widerwillig heraus und wollen in Berichten über ihre Arbeit oft nicht genannt werden. Dadurch, dass zum Beispiel die Bochumer Wissenschaftler Journalisten den Zutritt zu den Versuchen verweigern, kann die Öffentlichkeit kein adäquates Bild von den Umständen bekommen, unter denen an den Tieren geforscht wird.

Die Forscher müssen kommunizieren, dass Tierversuche langfristige Erkenntnisse in der Hirnforschung liefern – und warum das wichtig ist. Wenn die Wissenschaftler die Gesellschaft nicht mit einbeziehen, entsteht schnell der Eindruck, sie wollten etwas verbergen. Anstatt zu informieren, hoffen sie, dass ihnen niemand über die Schulter guckt und eine Diskussion entfacht.

Durch das Schweigen der Forscher entsteht eine einseitige Informationslage, die keine sachliche Diskussion über Tierversuche zulässt. An die Stelle von Argumenten rücken Bilder von treuen braunen Tieraugen, die den Betrachter traurig ansehen. Forscher müssen etwas entgegensetzen – denn wir brauchen in der Gesellschaft eine sachliche Diskussion über Tierversuche zwischen Menschen, die gut informiert sind.

So wird in Bochum an Tieren geforscht: Tierversuche in Bochum umstritten

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