Drei Rektoren, drei Antworten

Kooperation statt Konkurrenz: Die Ruhr-Universitäten in Dortmund, Duisburg-Essen und Bochum haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen. Das bedeutet für die drei Rektoren, dass sie verstärkt zusammenarbeiten. Höchste Zeit für ein, beziehungsweise drei Gespräche mit ihnen. Wir haben Ursula Gather, Ulrich Radtke und Elmar Weiler getroffen und nachgehakt. Jeden Tag veröffentlichen wir eine Frage –  und drei Antworten:

Die Landesregierung hat die Studiengebühren abgeschafft und dafür Kompensationsmittel eingeführt. Halten Sie diesen Schritt für sinnvoll?

Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund:

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Foto: TU Dortmund, Teaserfoto: flickr.com/CommVault Systems

„Für die Universitäten in NRW sind die Qualitätsverbesserungsmittel sehr wichtig. Schließlich sind aus den Studienbeiträgen unverzichtbare Maßnahmen zur Verbesserung des Studiums und der Lehre finanziert worden. Ohne die Kompensation dieser Einnahmen hätten wir das nicht weiter finanzieren können. Die Qualität von Studium und Lehre hätte sich verschlechtert.

Die TU Dortmund erhält für das Wintersemester 6,9 Millionen Euro Qualitätsverbesserungsmittel – das sind 140.000 Euro weniger als wir im Semester zuvor durch Studienbeiträge eingenommen haben. Allerdings ist zu bedenken, dass die Zahl der Studierenden sehr stark gestiegen ist und wir nun folglich pro Kopf weniger Geld zur Verfügung haben. Die Finanzsituation der Universitäten im Land ist insgesamt angespannt: Seit 2006 ist die Grundfinanzierung der Universitäten nicht erhöht worden, obwohl die Ausgaben steigen, zum Beispiel besonders stark bei den Energiekosten.  Bis 2015 wird sich am Haushalt jedoch nichts ändern.“

Begrüßen Sie die Abschaffung der Studiengebühren?

„Nein, ich begrüße die Abschaffung nicht. Es wären andere, sozial gerechte Alternativen möglich gewesen. Schauen Sie zum Beispiel nach Australien: Hier werden die Studiengebühren erst nach Abschluss des Studiums abbezahlt. Wie beim BAföG sind die Raten an das Einkommen angepasst. Diese Lösung ist sozial gerechter: Zum einen wird niemand durch die Gebühren vom Studium abgeschreckt. Zum anderen zahlen nur diejenigen für das Studium, die später auch davon profitieren.  Jetzt trägt allein der Steuerzahler die Kosten.“

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