Drei Rektoren, drei Antworten

Die Landesregierung hat die Studiengebühren abgeschafft und dafür Kompensationsmittel eingeführt. Halten Sie diesen Schritt für sinnvoll?

Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen:

Foto: Universität Duisburg-Essen

Foto: Universität Duisburg-Essen

“Die Universitäten sind auf diese sogenannten Qualitätsverbesserungsmittel (QVM) dringend angewiesen. Das Problem ist nur, dass sie in ihrer Höhe festgeschrieben sind. Sie wachsen also nicht in gleichem Maße wie die explodierenden Studierendenzahlen.

Grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass man durchaus diejenigen an den Studiengebühren beteiligen sollte, die später den größten Nutzen von einem Studium haben: die Studierenden. Bislang schon musste sich niemand von einem Studium abschrecken lassen, der über wenig eigene Einkünfte verfügt. Die Politik sieht das anders.
Alle, die bedürftig waren, haben wir nämlich von den Gebühren freigestellt. Trotzdem war es erklärter politischer Wille, die Studiengebühren abzuschaffen, daran gibt es nichts zu deuteln.

Ob sich diese Entscheidung langfristig halten lässt, bezweifle ich allerdings. Ich plädiere für nachgelagerte Studienbeiträge. Mit diesem Modell zahlt man die Beiträge erst nach dem Studium. Das ist meiner Ansicht nach fair, aber die Politik sieht das anders.“

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