Akustikmusik mit Boyce Avenue

Wenn Boyce Avenue auftreten, heißt das: Akustikmusik, kristallklarer Gesang, Gänsehaut. Die drei Brüder aus Amerika sind auf der Erfolgsspur. Das Konzert am Gründonnerstag in der Zeche Bochum war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Ein Stimmungsbericht.

Alejandro Manzano (rechts) und sein Bruder Daniel. Boyce Avenue spielt viel Akustikmusik.

Alejandro Manzano (rechts) und sein Bruder Daniel. Boyce Avenue spielt viel Akustikmusik. Foto: Nicolas Miehlke

„How many of you discovered us on youtube?“, fragt Alejandro Manzano, der Leadsänger. Wie viele haben die Band auf der Internetplattform YouTube kennengelernt? Fast alle Hände gehen in die Höhe, manche klatschen, andere jubeln. Boyce Avenue ist so eines dieser Web-2.0-Phänomene. Immer wieder neue Songs und Videos auf Myspace oder eben YouTube lassen die Fangemeinde stetig größer werden. In Zeiten des Internets nicht die ersten, die sich auch ohne Plattenvertrag durchgesetzt haben. Auf YouTube haben Boyce Avenue 550.000 Abonnenten – nur ein knappes Drittel weniger als Justin Bieber. Auch der wurde über das Internet groß und füllt heute die ganz großen Hallen.

Akustische Coversongs

Nach einem rockigen Einstieg ins Konzert: Gitarrenwechsel. Alejandro spricht ins Mikrofon: „Do you mind, if we play some acoustic songs?“ Lautes Gejubel. Ohnehin eine rhetorische Frage. Die drei Brüder sind bekannt geworden durch ihre akustischen Coversongs von aktuellen Hits. So wird Taio Cruz‘ „Dynamite“ a capella vorgetragen, nur wenige Akkorde und das rhythmische Klatschen der Zuschauer begleiten den Gesang.

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„So etwas hat in der Konzertlandschaft lange gefehlt“, sagt Peer Meyer, Geschäftsführer der Zeche Bochum. „Eigene und Cover-Songs akustisch aufzubereiten, die Idee ist großartig.“ Das haben auch die großen Musikunternehmen gemerkt. Seit November 2009 stehen Boyce Avenue bei Universal unter Vertrag, neben etablierten Künstlern wie Jack Johnson oder 3 Doors Down.

Denn auch die selbst komponierten Stücke überzeugen. In „Briane“ verarbeiten die drei den Selbstmord eines nahen Freundes. Gefühlvoll, nachdenklich, einfach schön. Ein paar Mädchen in der ersten Reihe zücken ihre Handys, um ein Video aufzunehmen. Pärchen sitzen auf der Treppe gegenüber der Bühne, kuscheln sich aneinander. Ein junges Mädchen schließt die Augen und singt ganz leise für sich mit. Ein Gänsehaut-Moment.

Ein Leben für die Musik

Boyce Avenue, das sind die drei Brüder Alejandro, Fabian und Daniel Manzano. Aufgewachsen in Sarasota, Florida, gewinnen sie 2007 mehrere landesweite Songwettbewerbe. Zur gleichen Zeit beginnen sie, ihre ersten Youtube-Videos hochzuladen: Lovestoned, Umbrella, was damals so angesagt war – aber schon mit ihrer ganz eigenen akustischen Note.

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Keine vier Jahre später sind sie bereits auf ihrer vierten Europatournee. „This is what we love to do“, sagt Daniel Manzano. Er hat einen Abschluss an der berühmten Harvard University, ihm stehen alle Türen offen. Daniel entschied sich für die Musik. Zu Recht, findet Zechen-Betreiber Peer Meyer: „Die Jungs gehören auf größere Bühnen. Es gibt Gruppen, die hat man nur einmal. Depeche Mode sind hier 1983 aufgetreten, ’85 Grönemeyer. Auch da wusste ich: Die sehe ich in der Zeche nicht wieder.“ Nicht auszuschließen, dass wir auch von den drei Jungs aus Sarasota noch mehr hören werden. Viel mehr.

3 Comments

  • Moni sagt:

    Ein Toller Stimmungsbericht, den ich auf unserer Boyce Avenue Tour & Media Support Germany – Seite auf Facebook gepostet habe !! Danke! 🙂

  • Nina sagt:

    Sehr nett geschrieben, danke hierfür 🙂 Dennoch ein paar Anmerkungen:
    1. Boyce Avenue hat keinen Vertrag mehr bei Universal (zumindest hatten sie ihn im April 2011 schon länger nicht mehr)
    2. „Briane“ ist einem nahen Freund gewidmet, dessen Frau Selbstmord beging. Nicht der Freund selbst. Der Song handelt von den Worten Brianes, die sie ihrem Mann (aus dem Jenseits) sagen würde. D.h. es ist eine Annahme, denn wissen kann das niemand. Aber stimmt, sie wollten/wollen somit diese Situation verarbeiten.

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