Betrug beim „Idiotentest“

Bochum. Ein im Ruhrgebiet ansässiges Institut soll jahrelang Gutachten für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) gefälscht haben, gab die Staatsanwaltschaft Bochum am Freitag bekannt. Im Zuge der Untersuchungen haben am Freitag Morgen Durchsuchungen von Büroräumen und Wohnungen in Essen und Dortmund stattgefunden. Aufgefallen war der Betrug bereits im Herbst 2011, als eine Begutachtungsstelle Anzeige gegen das Institut erstattete.

Die umgangssprachlich als „Idiotentest“ bekannte Untersuchung müssen Verkehrssünder über sich ergehen lassen, deren Führerschein zuvor eingezogen wurde. Dabei werden unter anderem Haarproben entnommen, um zu untersuchen, ob der Betroffene in den vergangenen Monaten Drogen konsumiert hat. Dem in Dortmund ansässigen Institut wird vorgeworfen, systematisch Untersuchungen von Haarproben und psychologische Gutachten gegen Geld gefälscht zu haben. „Insgesamt ermitteln wir gegen sieben Beschuldigte“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek in Bochum. Festnahmen habe es keine gegeben.