Identitäre Bewegung auch in Dortmund aktiv

Ihr Feindbild ist der Islam, ihr Auftreten jung und hipp: Die Identitäre Bewegung Deutschland profiliert sich als Schutzmacht deutscher Traditionen. Nun ist die rechtsextreme Gruppierung offenbar auch in Dortmund aktiv. Doch sowohl Polizei als auch Rechtsextremismus-Experten rätseln, wer hinter der Gruppe steckt.

Sie trugen rosa Schweinsmasken, als sie kamen, um ihre Botschaft zu verbreiten. Stundenlang zogen sie durch Dortmund und beklebten Wände an der B1 und Laternenpfähle am Florianturm. Auch am Campus, unauffällig zwischen Partypromotion, pappten sie Plakate, schwarz-gelb-weiß gestaltet, gedruckt auf DIN A 3-Papier, an die Litfaßsäulen. „Heimat, Freiheit, Tradition“ stand auf manchen, „Reconquista“ (spanisch für Rückeroberung) und eine zum Himmel gereckte Hand zeigten andere. Und auf allen war das gelbe Lambda, das Logo der Identitären Bewegung Deutschland (IBD), zu sehen.

Auch auf dem Campus klebte die IBD Plakate an (Foto: Jannis Carmesin).

Auch auf dem Campus klebte die IBD Plakate an. Foto: Jannis Carmesin

Die IBD ist das deutsche Gegenstück zum französischen „bloc identitaire“, der Anfang des neuen Jahrtausends von verschiedenen rechtsextremen Politikern begründet wurde. Am 1. Dezember kamen Aktivisten zu einem bundesweiten „Vereinigungstreffen“ in Frankfurt am Main zusammen. Mittlerweile gibt es überall in Europa verwandte Ableger, die nach Informationen verschiedener Blogs untereinander gut vernetzt sind. „Die Identitäre Bewegung gehört zur muslimfeindlichen Neuen Rechten“, sagt der Rechtsextremismus-Experte Alexander Häusler von der Fachhochschule Düsseldorf. „Sie kämpft gegen die Islamisierung Europas und vor allem gegen die Entstehung multikultureller Gesellschaften.“

Neues Label, alte Inhalte

Die IBD profiliert sich als rebellische Jugendbewegung – und bemüht sich dabei, die Zielgruppe nicht durch offenen politischen Extremismus abzuschrecken. „Identitär“ ist für die Identitären, wer sich zu seiner regionalen, nationalen und kulturellen Herkunft bekennt.“Nicht rechts, nicht links – nur identitär“ findet sich als Marschroute auf der Homepage der Bewegung, „100% Identität – 0% Rassismus“ lautet eine andere. Bei einem Blick in die Positionen der Bewegung erscheinen solche Sätze wie eine Farce. „Uns Identitären geht es um den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität, die heute durch den demographischen Kollaps, die Massenzuwanderung und die Islamisierung bedroht ist“, heißt es da. „Als Patrioten können wir unsere Heimat in der Stunde der Gefahr nicht im Stich lassen.“

Experte Alexander Häusler nennt die Identitäre Bewegung mit ihrem Gedankengut „ein neues Label für alte Inhalte“ aus der rechten Szene. Die IBD setzt auf die Macht starker Bilder und erinnert damit beispielweise stark an die „Unsterblichen“, die Anfang des Jahres auf einem Essener Karnevalsumzug auftauchten und mit nächtlichen Fackelmärschen durch verschiedene deutsche Innenstädte auf sich aufmerksam machte.

IBD profiliert sich mit bildstarken Aktionen

Im Internet finden sich Videos verschiedener Aktionen. Vor wenigen Wochen stürmten maskierte IBD-Aktivisten mit Ghettoblaster die Eröffnungsfeier eines interkulturellen Zentrums in Frankfurt. Auf ihren Schildern stand „Multi-Kulti wegbassen“, eine offensichtliche Adaption des Mottos „Atomkraft wegbassen“ aus der linken Anti-Atomkraft-Szene. „Die Identitäre Bewegung zeigt, dass die muslimfeindliche Rechte gewillt ist, sich neue Formen zu geben, um junge Leute anzusprechen“, sagt Häusler. Als ernstzunehmende Massenbewegung will er sie aber noch nicht bewerten.

Zumindest im Netz zeichnet sich mittlerweile ein rascher Zuwachs ab. Zuletzt sprossen zahlreiche Seiten lokaler Ortsgruppen aus dem Boden. Fotos auf der Facebook-Seite der Dortmunder Gruppe legt den Verdacht nahe, dass sie hinter der Plakatieraktion aus der vergangenen Woche steckt. Darauf tragen die Aktivisten Schweinemasken und posieren vor den Plakaten an verschiedenen Orten in der Stadt.

Köpfe hinter Dortmunder Gruppe noch unbekannt

Experte Häusler: "Die IBD ist ein neues Label für alte Inhalte." (Foto: privat)

Experte Alexander Häusler: "Die IBD ist ein neues Label für alte Inhalte." Foto: privat

Wer sich hinter den Masken verbirgt, ist bislang völlig unklar. Auf Anfrage der pflichtlektüre erklärte ein IBD-Sprecher nur, die Dortmunder Gruppe sei Anfang November gegründet worden und repräsentiere „einen Querschnitt der Bevölkerung“. Die Aktivistenzahl liegt nach seinen Angaben im dreistelligen Bereich, überprüfen lässt sich diese Zahl nur schwer. Sowohl Experten als auch das Dortmunder Antifa-Bündnis rätseln noch über die Zusammensetzung der Gruppe. Auch die Polizei Dortmund sagte gegenüber der pflichtlektüre, ihr sei die Gruppierung bislang nicht bekannt.

Dass ein Zusammenhang zwischen der Identitären Bewegung und der vor allem in Dortmund-Dorstfeld ansässigen Neonazi-Szene besteht, ist nach Einschätzung von Alexander Häusler unwahrscheinlich. Nachdem NRW-Innenminister Ralf Jäger im Sommer mit dem Nationalen Widerstand Dortmund die wohl wichtigste Gruppierung der Autonomen Nationalisten verboten hat, haben die Neonazis ihre institutionelle Heimat in der neu gegründeten Partei „Die Rechte“ gefunden, die vor Kurzem ein Büro in Dortmund-Huckarde eröffnet hat und auch bundesweit Schlagzeilen machte.

„Die Dortmunder Neonazis gehen in einer zentralen Frage in eine völlig andere Stoßrichtung“, erklärt Alexander Häusler. „Sie sind knallharte Anti-Semiten.“ Die IBD positioniert sich in ihren Positionen hingegen bislang pro-israelisch. Für wahrscheinlicher hält Häusler Überschneidungen mit der Pro-Bewegung um Pro NRW und Pro Deutschland, die ideologisch wie die IBD ebenfalls zur Neuen Rechten zu zählen seien. „Allerdings versucht auch die NS-orientierte Rechte neuerdings, Aktions- und Inszenierungsformen der IBD aufzugegreifen“, so Häusler. Aktuelle Beispiele hierfür sehe man bei der Jugendorganisation der NPD und bei Neonazi-Kameradschften in Ostdeutschland, dort jüngst in Rostock.

TU geht das Thema nur zögerlich an

Das Motto "Reconquista" ist spanisch für "Rückeroberung" (Foto: Jannis Carmesin).

Das Motto "Reconquista" ist Spanisch und bedeutet "Rückeroberung". Foto: Jannis Carmesin

Den Verantwortlichen der Technischen Universität Dortmund waren die IBD-Plakate auf dem Campus bis zu einem Anruf unserer Redaktion bei der Pressestelle noch nicht aufgefallen. Die Aushänge werden laut Pressesprecherin Angelika Mikus nur „gelegentlich“ überprüft. Generell akzeptiere die TU als weltliche Einrichtung allerdings weder politische noch religiöse Propaganda, „schon gar nicht, wenn sie von verfassungsfeindlichen Organen ausgeht“, so Mikus. Wer zukünftig entsprechende Materialien entdecke, solle diese bei einem der Pförtner melden.

Im Umgang mit den Plakaten der Identitären Bewegung reagierte die Universität allerdings eher zurückhaltend. Bevor die Plakate entfernt würden, wolle man die Inhalte noch einmal prüfen, teilte Pressesprecherin Mikus mit. Letztlich kamen der TU allerdings ohnehin andere zuvor: Da überklebten Unbekannte die rechte Propaganda kurzerhand mit Werbung für eine Party am Wochenende.

13 Comments

  • Claus sagt:

    Was die Menschen in den westlichen Demokratien zu denken haben, wird in New-York, London,
    Paris und Berlin von Personenkreisen entschieden, deren Namen nirgendwo zur Wahl stehen
    und welche die Leitmedien und die Politiker als ihre Marionetten und Erfüllungsgehilfen nicht
    nur betrachten, sondern einsetzen. Deswegen ist z.B. auch der Werbeslogan des führenden
    deutschen Boulevardblattes “ Bild Dir eine Meinung “ an Ironie kaum zu überbieten. Die Lizenz-
    medien sind, wie Oswald Spengler schon Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte, die Artillerie
    und die Leser sind deren unfreiwillige Soldaten. Heute wird, was als nicht politisch korrekt vor-
    gegeben wird, schlicht und einfach totgeschwiegen. Stattdessen plappern und schreiben täglich tausende von Redakteuren, Kommentatoren und sogenannte Experten den wörtlichen und inhaltlich unsäglichen Müll einer “ Willkommenskultur “ das Wort. Diese vollkommen zu recht als “ Lügenpresse “ bezeichneten Medien maßen sich an, Bürger als nationalistisch, rassistisch, faschistisch, rechtsradikal usw. zu bezeichnen, wenn ihre Einstellungen nicht zu dem Weltbild passen, welches die Medien ihnen täglich in die Köpfe hämmert. Ganz sicher
    empfinden weite Kreise der Bevölkerung einen regelrechten Ekel vor dieser Meinungsdiktatur.
    Das Ergebnis zeichnet sich bereits ab – und zwar in Form einer inneren Distanzierung von
    diesem politisch-gesellschaftlichen System. Beispiel gefällig ? Im Kreis Bergstraße wurde der
    neue Landrat mit einer Wahlbeteiligung von 22 % gewählt. Von diesen 22 % erhielt er etwas
    mehr als 50 %. Ergo: Wir haben jetzt einen Landrat, der von ca. 12 % der Bevölkerung seine
    Stimme erhalten hat. Und da stellt sich der CDU Kreistagsvorsitzende vor die Presse und
    spricht sinngemäß von einem phantastischen Erfolg seines Parteikollegen. Fazit.: Die 78 %
    der wahlberechtigten Bürger sind die, welche schlicht und einfach die Schnauze voll haben
    von diesem politischen System und zur Zeit noch keine Alternative sehen.

  • niekisch sagt:

    Hallo Gerti,

    da ich viel zu tun habe bitte ich um Verständnis, daß ich direkt in Deinen Text schreibe.

    „Hallo Niekisch!
    Es ist ja lieb, daß Du hier die von mir im Detail beschriebene Pauschal-Verunglimpfung zurückweist; sinvoller wäre aber die Verwendung von Argumenten, Beispielen und Zitaten.“

    Das halte ich nur in der Form für sinnvoll, daß ein Vorwurf dezidiert erhoben und dann per Replik zu widerlegen versucht wird. Ein IB – Sympathisant wie ich hat sich nicht zu exculpieren:-)
    „Wenn ich aber bei dieser Gelegenheit auf Deinen “Namen” eingehen darf:
    Dieser trug doch der führende Nationalbolschewist der Weimarer Zeit, der nebenbei auch noch krasser Antisemit war und aus dieser Position heraus Hitler-Kritiker war und ins KZ kam; was ihn allesamt wiederum trotz für eine SED-Karriere prädestinierte . . ..
    Dies war sicher ein voll-identitärer Deutscher, ein ehrlicher Idealist, aber eben
    ein Destillat der übelsten Sorte, – und
    ebenfalls ein Beweis dafür, daß der politische Raum trotz aller manipulativen Polarisierung nicht links/ rechts ist.“

    Ich habe den nn „niekisch“ lange vor der Geburt der Identitären Bewegung gewählt. Und zwar nicht deswegen, weil ich „Nationalbolschewist“ bin, sondern einzig und allein deswegen, weil Ernst Niekisch einen unabhängigen Geist repräsentiert, den wir alle gut gebrauchen könnten.

    „Sollte deutsche Identität einen begründet guten Klang und Inhalt bekommen – und m. M. kann das kein wie auch immer kollektivistisches “Volksdeutschland” sein, sondern nur ein (demokrat-)republikanisch RE-KONSOLIDIERTES, durch “volkseigene” Verteidigung und Erweiterung der demokratischen Rechte und Freiheiten und neu organisierte gesellschaftliche Tätigkeit — dann kann NIEKISCH nur als komplex negatives Lehrbeispiel dienen.“

    Einverstanden, Gerti. Wir sollten Personen allerdings nicht alleine aus heutiger Sicht, sondern primär in ihrer Zeit bewerten. Wenn auch vielleicht unbewußt hat immerhin Ernst Niekisch geradezu prophetisch die Auswirkungen des Globalismus auf unsere Gesellschaft beschrieben.

    Wikipedia möchte ich nicht bemühen, Gerti. Meine Bibliothek umfaßt fast 4000 Bände, da finde ich über Ernst Niekisch genügend.

  • Gerti Bux sagt:

    Hallo Niekisch!
    Es ist ja lieb, daß Du hier die von mir im Detail beschriebene Pauschal-Verunglimpfung zurückweist; sinvoller wäre aber die Verwendung von Argumenten, Beispielen und Zitaten.

    Wenn ich aber bei dieser Gelegenheit auf Deinen „Namen“ eingehen darf:
    Dieser trug doch der führende Nationalbolschewist der Weimarer Zeit, der nebenbei auch noch krasser Antisemit war und aus dieser Position heraus Hitler-Kritiker war und ins KZ kam; was ihn allesamt wiederum trotz für eine SED-Karriere prädestinierte . . ..
    Dies war sicher ein voll-identitärer Deutscher, ein ehrlicher Idealist, aber eben
    ein Destillat der übelsten Sorte, – und
    ebenfalls ein Beweis dafür, daß der politische Raum trotz aller manipulativen Polarisierung nicht links/ rechts ist.
    Sollte deutsche Identität einen begründet guten Klang und Inhalt bekommen – und m. M. kann das kein wie auch immer kollektivistisches „Volksdeutschland“ sein, sondern nur ein (demokrat-)republikanisch RE-KONSOLIDIERTES, durch „volkseigene“ Verteidigung und Erweiterung der demokratischen Rechte und Freiheiten und neu organisierte gesellschaftliche Tätigkeit — dann kann NIEKISCH nur als komplex negatives Lehrbeispiel dienen.
    – nähere Details zu „Niekisch“ siehe bitte, wenigstens zum Einstieg WIKIPEDIA

  • niekisch sagt:

    Als sympathisierender Wegbegleiter der Identitären Bewegung Deutschland (IB) von Anfang an weise ich alle Vorwürfe des Extremismus, insbesondere des Rechtsextremismus zurück:

    Die IB ist friedfertig, undogmatisch und fern jedes Rassismus verortet. Das läßt sich aus allen bisherigen Verlautbarungen leicht und schnell entnehmen.

    [von Moderation editiert]

  • Borusse sagt:

    Der Verfassungsschutz stuft die Identitären nicht als „rechtsextrem“ ein, wie im auch sonst mangelhaft recherchierten Artikel behauptet wird: http://www.verfassungsschutz.sachsen.de/1372.htm
    Ich wäre mit solchen nicht durch Fakten gedeckten Vorwürfen sehr vorsichtig, denn die Betroffenen könnten sie als üble Nachrede verstehen. Eine Korrektur der fehlerhaften Darstellung bzw. eine Gegendarstellung ist daher sehr zu empfehlen.

  • pflichtlektüre sagt:

    Liebe User,

    wir sind um eine faire und sachliche Diskussion bemüht. Deshalb bitten wir euch, unserem Autor nicht jeglichen Aktionismus geschweige denn Unfähigkeit zu unterstellen. Ansonsten sehen wir uns gezwungen, hier einzugreifen.

    Vielen Dank
    Redaktion pflichtlektüre

  • Weidmann sagt:

    Immer wieder lustig wie schlecht die selbsternannten Aufklärer recherchieren.

    Erstens ist die IBD nicht muslimfeindlich, sondern die IBD wendet sich lediglich gegen die Islamisierung Europas.

    Zweitens ist die IBD auch nicht pro-israelisch. Das Motto der IBD lautet: „Weder Kippa, noch Pali“

    Mit ein wenig Mühe kann man dieses alles auf der Internetpräsenz der IBD nachlesen.

    (von Moderator editiert)

  • Besorgter Bürger unseres Landes sagt:

    Der Artikel beweist mal wieder, dass „Journalisten“ wie der liebe Herr Carmesin und vermeintliche Experten nicht nur politisch unausgereift sind, sondern auch unfähig, sich mit anderen Meinungen und Sichtweisen ernsthaft auseinanderzusetzen. Diese Paranoia gegen Rechts, die rechte Verschwörung etc, die in der heutigen Zeit die Linke so sehr beschäftigt ist nur sofern realitätsnah, wie der letzte Streifen von Tarantino mit den Nazis aus dem Weltall. Leider dominiert sie aber ihr Weltbild. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass die ideologischen Kompagnons (ja, ich habe es gesagt) von Herrn Carmesin mit einer vom Grunde aus antidemokratischen Haltung alles diffamieren, was in deren Weltbild nicht reinpasst. Der Begriff Rechts, Rechtsextrem wird dabei für so viele unterschiedliche Sachen verwendet, dass es mittlerweile nur begrenzt Sinn ergibt und ein klarer Inhalt damit auch nicht mehr zu definieren ist. Es ist ja allgemein bekannt, dass der Mensch seit dem Beginn seiner Existenz, im Versuch seine Umwelt zu verstehen, alles vereinfacht, simplifiziert. Dies ist umso zutreffender, wenn es um Sachverhalte geht, die man nicht erklären kann oder möchte. Ich bitte Herr Carmesin an dieser Stelle nur um eins: den rationalen Gebrauch von Wörtern. Vergessen Sie bitte mal ihre politische Agenda, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass einem während des Studiums eine eingeengte und ignorante Sichtweise abverlangt und eingeprägt wird. Solche Beiträge, die der Propaganda ziemlich nahe kommen, sind für die offene und rationale Diskussion wie pures Gift und dementsprechend auch nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

  • krull sagt:

    Schon die Tatsache, daß man sich nicht inhaltlich mit den Identitären auseinandersetzen will, sondern nach mutmaßlichen “Hintermännern” sucht, zeigt, daß es Carmesin und Häusler weder um journalistische noch um akademische Anliegen geht, sonder um Aktivismus. Die verzweifelt wirkende Suche nach den “Hintermännern” ist Ausdruck eines frustrierten Strebens danach, Bezüge bei den Identitären zu finden, die man ihnen anstelle sachlicher Einwände zum Vorwurf machen kann. Carmesin und Häusler haben sich mit ihren Äußerungen jeweils als journalistische und akademische Amateure entlarvt, die in erster Linie aktivistische Ziele verfolgen und dabei hilflos einem neuen Phänomen gegenüberstehen, das sie sichtbar überfordert.

  • Winfried Messner sagt:

    Was genau soll an den Identitären bitteschön „rechtsextrem“ sein? Also soweit ich informiert bin, sprechen sie sich ganz klar gegen Gewalt aus und für einen friedlichen Diskurs. Man muss ja ihre Ansichten vom „Erhalt der Ethnokulturellen Identität“ nicht unbedingt teilen aber sie deswegen gleich als „rechtsextrem“ zu bezeichnen und ins politische Tabu schieben zu wollen geht da doch entschieden zu weit! Man kann nicht einfach jede Meinung die einem selbst unliebsam ist kriminalisieren, so etwas ist nicht demokratisch und widerspricht dem Recht auf Meinungsfreiheit!
    Die Identitären haben ein gutes Recht ihre Meinung zu vertreten so lange dies gewaltlos geschieht, was offensichtlich der Fall ist.
    Dieser Artikel ist meines Erachtens nach eher ein Ausdruck der Bequemlichkeit: man ist zu faul um sich darüber zu informieren, was wirklich hinter dieser Bewegung steckt und schiebt sie einfach stattdessen mal schnell ins zurecht verpönte Rechte Eck!! So etwas ist keine Objektivität und zeugt nicht gerade von gutem Journalismus…

  • Der Martin sagt:

    An der Uni gibt es viele Gruppen, die sich für ganz verschiedene Identitäten stark machen und diese in unserer bunten Gesellschaft repräsentieren. Warum soll ausgerechnet eine Gruppe, die deutsche und europäische Identität vertritt, nicht Teil dieser Vielfalt sein dürfen?

  • D. Herzberg sagt:

    Dieser Artikel ist beleidigend für jeden Insider sowie für jeden der etwas von Politik versteht.

    Punkt 1.

    Die Identitären wurden nicht von Rechtsextremen oder Rechtsradikalen gegründet, sondern von Rechten Demokraten. Und wie meine Vorrednerin schon sagte: Wieso wird die IBD von „Experten“ als rechtsextrem bezeichnet? Soweit ich weiß ist die Bezeichnung denen zu geben ,die mit Gewalt und anderen extremen Mitteln versuchen ihre Politik durchzusetzen. Und Mitbürger mit lauter Musik zu stören ist nun nicht wirklich extrem…

    Punkt 2.

    „Experte Alexander Häusler nennt die Identitäre Bewegung mit ihrem Gedankengut “ein neues Label für alte Inhalte” aus der rechten Szene.“ – Dies ist ebenso wenig richtig wie der vorgeworfene Extremismus. Die IBD hat „alte Inhalte“ die sie für passend hielt übernommen und Andere verworfen und wieder Andere angepasst.

    Fazit: Ein Großteil diesen Beitrags ist schlichtweg falsch. Der Punkt ,dass die extrem Rechten die Identitären nicht unterstützen und einige Nationalsozialisten die Präsentation der Identitären aufgreifen ist allerdings richtig. Der Rest ist pure Propaganda und Stigmatisierung einer Bewegung die der herrschenden Ordnung nicht passt.

  • Rosemarie Könen sagt:

    Wenn mir nur endlich mal jemand erklären könnte, weshalb etwas, das sich gegen Multikulti und gehen eine verfassungswidrige Religionsideologie richtet, rechtsextrem sein muss!? Es MUSS eine höher Wahrheit geben, die mir Normalsterblichen nicht zugänglich ist. Ist Multikulti diese Wahrheit? Wenn ja, warum? Seit der Mensch existiert, denkt und fühlt, lebt er in weitgehend homogenen und überschaubaren Verbänden. Das entspricht der Natur des Menschen. Sobald die Unterschiedlichkeit zu groß wird, gibt es regelmäßig Zoff. Das lehren Geschichte und Gegenwart. Das soll jetzt nicht mehr gelten? Mein Gott, was ein Schwachsinn, was aus der lukrativen Sozialindustrie so alles verlautet, um sich an den Töpfen des Kampfes gegen Rechts und für „Integration“ satt zu fressen.

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