Stell dir vor, es ist Wahltag und keiner weiß davon

Nicht einkaufen – wählen gehen! Die Listen der StuPa-Wahl 2009

Die Qual der Wahl: Bei der StuPa-Wahl wissen viele Studenten gar nicht genau, wofür die Listen stehen, die sie wählen können.

Die Qual der Wahl: Bei der StuPa-Wahl wissen viele Studenten gar nicht genau, wofür die Listen stehen, die sie wählen können.

Studenten der TU Dortmund können sich dieses Jahr zwischen insgesamt acht Listen entscheiden. Wobei: Wer genauer hinsieht, erkennt, dass zwischen den Grundsätzen und Forderungen der Listen eher kleine Unterschiede bestehen.  Noelle O`Brien-Coker tat dies und stellte  für pflichtlektüre online das Wichtigste zusammen.

Über alle Listen lässt sich pauschal Folgendes sagen:

– Sie möchten sich für die Abschaffung beziehungsweise die Senkung der Studiengebühren engagieren. Einige Listen, die das nicht explizit erwähnen, heben zumindest hervor, dass sie sich für eine sinnvolle Verwendung der Gebühren und des Sozialbeitrags einsetzen wollen. Dafür möchten sie mehr Transparenz und Mitbestimmungsrechte für Studierende erkämpfen.
– Die Mitbestimmungsrechte von Studenten an der Uni wollen sie insgesamt ausbauen.
– Diskriminierung von Minderheiten lehnen alle Listen deutlich ab, während sie sich für die Gleichbehandlung aller aussprechen.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Listen vor allem dadurch, dass sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die folgenden, kurzen Portraits erheben deshalb keinesfalls den Anspruch, vollständig zu sein. Um Euch die Wahl etwas zu erleichtern, werden dort vor allem die feinen Unterschiede und die individuellen Schwerpunkte der Listen hervorgehoben.

Juso-Hochschulgruppe:
Die Jungsozialisten an der TU bilden eine Jugendorganisation der SPD und setzen dementsprechend besonders auf ein soziales Wirtschaften innerhalb der Uni. Das Thema Finanzen ist für sie momentan sehr wichtig, so setzen sie sich für die Abschaffung oder zumindest für die Senkung der Studiengebühren ein. Solange es Gebühren gibt fordern die Jusos mehr Möglichkeiten, sich unter bestimmten Umständen von diesen befreien zu lassen.

LSD – Liberale Studierende Dortmund:
Der Liste LSD ist es ein besonderes Anliegen, die Freiheit des Individuums im Auge zu behalten. Um effiziente, hochschulpolitische Arbeit leisten zu können, möchten sie weder Systemkritik betreiben, noch kollektiv einem Dogma anhängen. Eigenverantwortung und Toleranz sollen die Vielfalt der Menschen stärken. Sie fordern, dass keine Gelder des StuPa in Arbeitsgemeinschaften und Aktionen fließen, die letztlich auf Dogmatismus und Lobbyismus zielen. Die LSD weisen deutlich darauf hin, dass sie trotz ihres Namens nicht der FDP angehören.

Besser spät als nie: Die Wahlzeitung klärt über Wahlablauf und Listenprogramme auf. Leider erst drei Tage vor der Wahl.

Besser spät als nie: Die Wahlzeitung klärt über Wahlablauf und Listenprogramme auf. Leider erst drei Tage vor der Wahl.

Die-Multikulti-Liste:

Wie der Name bereits verrät, geht es dieser Liste vorrangig um Integration, interkulturellen Austausch und die Bekämpfung von Rassismus auf dem Campus. Mehr internationale Begegnungszentren und Kulturcafés sind deshalb angestrebte Ziele der Multikulti-Liste. Genauso wie die Organisation von Aktionen und Institutionen, die die Vielfalt und das Zusammenleben der Studierenden fördern.

 

Linke Liste:
Die Linke Liste weist Ähnlichkeiten mit den Linken in der Landes- und Bundespolitik auf. Sie betonen die Notwendigkeit, den Bildungssektor zu entkommerzialisieren und somit den Einfluss der Wirtschaft auf die Unis zu verringern. Dem Leistungsdruck an den Hochschulen möchten sie entgegenwirken, weil die Individualität aller gestärkt werden soll und die (Aus-) Bildung für alle Menschen gleichermaßen machbar und zugänglich sein soll.

Die Grünen:
Auch die Grünen ähneln denen, die man bereits aus der „großen Politik“ kennt. In vielen Punkten unterstreichen sie den Umweltschutz, indem sie sich zum Beispiel für einen fahrradfreundlicheren Campus und Recyclingpapier in der Uni einsetzen. Im sozialen Bereich, möchten sie sich besonders um verbesserte Bedingungen für Behinderte bemühen, gegen Fremdenfeindlichkeit vorgehen und das Angebot kultureller Events und Partys erweitern.

Die Piraten:
Die Piraten lassen sich in diesem Jahr zum ersten Mal zur Wahl stellen. Datenschutz und Transparenz sind die Themen, mit denen sie sich vorrangig auseinander setzen wollen, nachdem die Einführung von Studiengebühren und UniCard  gezeigt haben, dass diese Bereiche einen Ausbau benötigen. Was die Verbesserung der Transparenz angeht, haben sie sich vorgenommen, zunächst selbst tätig zu werden: Mit einem StuPa-Live-Blog wollen sie die Hochschulpolitischen Vorgänge für alle sichtbar machen.

Anwesenheitsliste:
Diese Liste möchte ihren Namen in die Tat umsetzen und dafür sorgen, dass das StuPa bei Abstimmungen beschlussfähig ist, indem sie regelmäßig an den Sitzungen teilnehmen. So soll die Arbeit des Parlaments vorangetrieben werden. In ihrem Programm erwähnen sie, dass es mit der Anwesenheit bei StuPa-Sitzungen nicht selten Probleme gab. Die Anwesenheitsliste betont ihre Unabhängigkeit von Ideologien und ihr Bemühen, durch sachliche Diskussionen Lösungen für Probleme zu finden.

Alternative Liste:
Mit der bisherigen Hochschulpolitik war diese Liste so unzufrieden, dass sie beschloss, sich dieses Jahr zum ersten Mal zur Wahl stellen zu lassen. Als wichtige Grundsätze nennen sie die Freiheit der Bildung, die gleichzeitig der individuellen Entwicklung dienen soll. Dafür fordern sie etwa die Abschaffung jeglicher Anwesenheitspflicht an der Hochschule. Außerdem möchten sie dem Einfluss der Wirtschaft auf die Bildung entgegenwirken.

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