Früher-Heute: Highlights der Unistädte

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Die Ruine Hohensyburg zu Dortmund. Foto: Thomas Max Müller/ pixelio.de/ Teaserbild: Kulturhauptstadtjahr 2010. Foto: Dieter Schütz/ pixelio.de

Kaum zu glauben. Vieles, was wir heute beim Bummel durch unsere Studistadt sehen, sah früher ganz anders aus. Und viele Sehenswürdigkeiten haben in ihrer Geschichte Form und Funktion völlig verändert. Wir haben uns in den drei Studentenstädten Dortmund, Bochum und Essen-Duisburg einmal auf Entdeckungstour gemacht und an einigen Sehenswürdigkeiten umgesehen: Was ist hier heute und was war früher hier? Pflichtlektüre- Autorin Katharina Kalhoff hat sich für euch in den Timetunnel der Geschichte begeben.

Teil 1: Dortmund 

Hohensyburg

Wo früher nur der Adel residierte, tummelt sich heute der schaulustige Plebs. Bei dem Ausblick ist das auch nicht erstaunlich. Denn die Hohensyburg befindet sich in zugleich erhöhter wie auch erhabener Lage über der Flussmündung von Lenne und Ruhr. Die Anlage geht bis auf das Mittelalter zurück. Auf dem Friedhof gibt es heute noch uralte Gräber aus dem 13. Jahrhundert. Wenn man die vielen Gräber sieht, kann man sich gut vorstellen, dass die Burg viele Kämpfe von Rittern in Turnieren und um Minnefräulein gesehen haben könnte. Die Historiker sprechen etwas nüchterner von der Zeit der Karolinger. Heute ist die Hohensyburg ein beliebter Ausflugsort für Familien, Naturliebhaber und für Freunde der Glücksspiele. Denn überregional bekannt ist die Hohensyburg hauptsächlich für das Spielcasino. Für den mittellosen Studierenden gibt es aber auch ohne feinen Zwirn und mit wenig Kleingeld viele Spuren aus vergangenen Zeiten zu entdecken. Neben der alten Burgruine steht für Fans der jüngeren Geschichte das Kaiser- Wilhelm Denkmal, erbaut von 1893 bis 1902 zu Ehren Kaiser Wilhelms des Ersten. Wer nicht gern allein (oder zu zweit) durch die Vergangenheit schlendert, für den gibt es auch jährlich stattfindende Großereignisse. Mit einem Mittelaltermarkt und einer Pfingstkirmes können viele Besucher für die Hohensyburg interessiert werden. Außerdem bietet die nahgelegene Naturbühne Hohensyburg ein abwechslungsreiches Theaterprogramm an. Wen es jetzt nicht mehr an der Uni hält und wer dem Geschichtsunterricht im Freien entgegenfiebert, für den ist der Hauptbahnhof der ideale Startpunkt für die Live-Geschichtsreise. Man steigt am Dortmunder HBF einfach in die U41 und am Bahnhof Hörde um in die Buslinie 432, die zur Haltestelle Dortmund Syburg fährt. Jetzt noch ein kurzer Fußmarsch und dann ist es schon geschafft. Hier kann man den schönen Ausblick bei gutem Wetter genießen und davon träumen, was hier im Mittelalter oder zu Zeiten Kaiser Wilhelms so alles abgegangen ist. Bei schlechtem Wetter sollte man unabhängig von der bevorzugten Geschichtsperiode an Gummistiefel, Regenschirm und warme Socken gedacht haben.

Depot

Der Name passt. Hier ist ein Kultur-Vorratslager. Wer unterhaltende und kurzweilige Kultureindrücke sucht, der ist hier bestens aufgehoben. Filmbegeisterte finden im kleinen Programmkino Kino „Sweet Sixteen“ Streifen abseits des Mainstreams. Schauspiel-live gibt es in einem Theater und interessante Menschen oder Dinge werden regelmäßig in Kunst- und Fotoausstellungen präsentiert. Für den kleinen oder großen Hunger gibt es eine Gastronomie. Wo sich heute Kunst- und Kulturinteressierte sammeln, war früher Sammelstelle für Straßenbahnreparaturen. Die Bauarbeiten für das ehemalige Straßenbahndepot starteten 1915. Über acht Jahrzehnte diente das Depot als zentrale Werkstatt für Wartung und Reparatur von Trambahnen. Mittlerweile sind Straßenbahnschienen im Stadtbild selten geworden. Das Depot als Institution der Stadtgeschichte hat sich in seiner neuen Funktion als Ort der Kultur und des öffentlichen Lebens durchgesetzt. Jetzt steht es kurz vor seinem 100. Geburtstag und dafür hat es mit Besuchern und Veranstaltungen einen wirklich lebendigen jungen Kern.

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Der Florianturm im Westfalenpark ragt hoch hinaus. Foto: Rolf Krekeler/ pixelio.de

Westfalenpark

Ursprünglich eine grüne Lunge in der Industriestadt und jetzt aus dem grünen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Der Westfalenpark ist ein Anziehungspunkt für Jung und Alt aus Dortmund und Umgebung. Wer mitten in der Stadt Erholung in der Natur sucht oder mit seinen Kindern im Grünen spielen will, der ist hier richtig. Entstanden ist der Westfalenpark auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Hains, einer verwilderten Kleingartenanlage, des Buschmühlenparks und einer ehemaligen Mülldeponie. Eröffnet wurde er 1959 zur Bundesgartenschau. Bis heute zentraler Sammelpunkt im Park ist der Florianturm. Auf dem ehemaligen Sendeturm mit Fernmeldeeinrichtungen und Antennenanlagen locken heute eine Aussichtsterrasse und ein Restaurant in die obere Turmetage. Wer Unterhaltung am Boden sucht, der findet neben dem Rosengartenauch Angebote wie Gondelfahrten, ein Puppentheater mit Stücken für Jung und Alt und große Veranstaltungen wie etwa das Lichterfest oder das Juicy Beats Festival. Und im Sommer lädt ein Open-Air Kino an der Seebühne zu Filmerlebnissen unter freiem Sternenhimmel ein.

 

 

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