Obama begnadigt Chelsea Manning

Nach sieben Jahren in Haft kommt Chelsea Manning im Mai dieses Jahres aus dem Gefängnis frei: Barack Obama hat ihre Haftstrafe um 28 Jahre verkürzt. Außerdem gewährte der US-Präsident am Mittwoch, 17. Januar, zusätzlich 64 Begnadigungen sowie 209 Straferlässe. 

Nach sechs Jahren in Isolationshaft ist die Whistleblowerin Chelsea Manning, die wegen Spionage zu einer 35-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war, begnadigt worden. Berichten der Süddeutschen Zeitung zufolge war Chelsea Manning 2009, damals noch als Bradley Manning, für die US-Armee im Irak im Einsatz gewesen. Dort erhielt sie Zugang zu Depeschen der US-Diplomatie und vertraulichen Dokumenten über die Einsätze der US-Armee in Afghanistan und dem Irak, die sie später WikiLeaks zuspielte. Wegen der Weitergabe geheimer Dokumente wurde sie 2010 zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Am Tag nach ihrer Verurteilung verkündete sie, von nun an als Frau leben zu wollen. Trotzdem wurde sie in ein Männergefängnis gebracht, wo die 29-Jährige bis Mai inhaftiert bleiben wird. Menschenrechtler kritisierten mehrfach ihre Haftbedingungen, die psychisch instabile Manning unternahm 2016 zwei Selbstmordversuche.

Obama hat in seiner Amtszeit bereits mehr Menschen begnadigt, als alle vorherigen US-Präsidenten zusammen, wie die Washington Post berichtet. Führende Republikaner äußerten der Zeitung gegenüber außerdem ihre Sorge, Obama könnte dadurch einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen haben. Edward Snowden, der WikiLeaks 2013 massenweise NSA-Dokumente zugespielt hatte, begrüßte auf Twitter die Begnadigung Mannings und bedankte sich bei Obama. Er selbst steht jedoch nicht auf dessen Begnadigungsliste. Der Fall des im russischen Asyl lebenden Whistleblowers sei nicht mit Manning vergleichbar, sagte Josh Earnest, Sprecher des Weißen Hauses, nach Angaben von tagesschau.de.

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