Der Wichtel Tomte Tummetott

Es sind fabelhafte Wesen, die sich in nordischen Sagen umhertreiben. Einer von ihnen ist Tomte Tummetott, ein Wichtelmann mit roter Zipfelmütze und einem langen, weißen Bart. Wichtel, das müsst ihr wissen, tun Gutes, sind treu und loyal. Astrid Lindgren erzählt von Tomtes Lebtag auf einem alten Hof in Skandinavien und verrät, warum der Wichtel des Nachts über verschneite Felder und Wiesen schleicht. Eine wunderbare Geschichte zum Fest.

„Nun ist es Nacht. Der alte Bauernhof schläft. Es schlafen alle, die dort wohnen. Der Bauernhof liegt tief im Walde. Vor langer Zeit kam ein Mann in den Wald und rodete ihn und baute dort ein Haus. Wer es war, weiß niemand mehr. Die Sterne funkeln am Himmel, der Schnee leuchtet weiß, es ist bitterkalt. In einer solchen Nacht geben die Menschen Acht, dass das Feuer im Herd nicht erlischt. Auf dem einsamen, alten Hof schlafen jetzt alle, alle außer einem… Tomte Tummetott.“

So beginnt die Weihnachtserzählung Tomte Tummetott von Astrid Lindgren, die 1960 erschienen ist und auf einem Gedicht des schwedischen Schriftstellers Viktor Rydberg basiert. Ein Muss für nostalgische Winterliebhaber und Fans von nordischen Sagen und Mythen – denn das Märchen lässt Platz für jede Menge fantastische Ideen.

Tomte hinterlässt Fußspuren im Schnee. Teaserbild: Hannah Biermann, Foto: Martin Benhofer/pixelio.de

Tomte hinterlässt Fußspuren im Schnee. Teaserbild: Hannah Biermann, Foto: Martin Benhofer/pixelio.de

Für mich persönlich gibt es kein Weihnachtsfest ohne Tomte. Jahr für Jahr am Heiligen Abend zieht meine Mutter das schmale Büchlein aus dem Regal und liest uns daraus vor – im Original, auf Schwedisch. Die Sprache ist magisch wie das Märchen selbst. Im Winter vor zwei Jahren habe ich Licht ins Dunkel gebracht und mir ein Exemplar in deutscher Sprache gekauft. Seither lese ich heimlich mit, unter dem Tisch wohlgemerkt.

Zur Geschichte: Tomte Tummetott ist ein uralter Wichtelmann, der seit Hunderten von Jahren auf dem Heuboden eines Bauernhofes lebt. In eisigen Winternächten verlässt er sein Versteck, um über die schlafenden Menschen und Tiere zu wachen, die sehnsüchtig vom Sommer, von der Weide, vom Gras und vom Klee träumen. Um ihnen Mut zu machen, raunt Tomte den Hofbewohnern Wichtelworte zu: „Viele Winter und viele Sommer sah ich kommen und gehn. Geduld nur, Geduld! Der Frühling ist nah.“

Fußstapfen im Schnee

Niemand hat Tomte je gesehen, doch alle wissen, dass es ihn gibt. Denn der Wichtelmann hinterlässt winzige Fußstapfen im Schnee, wenn er des Nachts auf Zehenspitzen umherschleicht. In diesem Sinne: „Winter und Sommer kommen und gehen. Jahr folgt auf Jahr. Solange auf dem alten Hof mitten im Walde Menschen wohnen, so lange geht Tummetott Nacht für Nacht dort auf leisen Sohlen umher und wacht.“

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