Fazit zur KMK: Neun Zielvorgaben hat es gebracht

Vieles ist am Donnerstag in Bonn bei der Kultusministerkonferenz diskutiert worden – viel über die Änderungen, die der neue Bachelor mit sich bringt. Insgesamt wurden neun Zielvorgaben gesetzt. Diese stellt die Pflichtlektüre hier vor:

1. Weniger Lernstoff in kurzer Zeit, es darf auch mal länger dauern.

Proteste bei der KMK.  „Es hat was gebracht“, so ist der Tenor in der Presse. Foto: Stephanie Feck

Proteste bei der KMK. „Es hat was gebracht“, so ist der Tenor in der Presse. Foto: Stephanie Feck

Hierzu soll das Vollzeitstudium in den Studiengängen auf zehn Semester angehoben werden. Der Bachelorstudiengang soll flexibel gestaltet werden. Er kann beispielsweise dann nicht mehr nur sechs Semester Regelstudienzeit umfassen, sondern je nach Studienumfang bis auf acht Semester ausgedehnt werden. Auch die Masterstudiengänge sollen je nach Umfang bis zu vier Semestern betragen. Dadurch soll den Studenten ermöglicht werden, auch Erfahrungen an anderen Hochschulen zu sammeln, oder die praktische Arbeit im späteren Beruf kennen zu lernen.

2. Weniger Zeitverlust beim Studium,  Leistungspunkte uni-extern erwerben.

Weiterhin sollen die Studienverläufe individuell gestaltet werden. Zukünftig sollen für den Bachelorabschluss nicht weniger als 180 EC TS Punkte nachgewiesen werden, wovon die Hälfte aber auch durch vergleichbare Leistungen außerhalb des Hochschulbereichs erworben worden sein kann. Für den Masterabschluss sollen unter Berücksichtigung des Bachelor 300 ECTS Punkte erworben werden.

3. Mehr Qualifizierung, die auf den Job vorbereiten soll

Es soll den Studenten ermöglicht werden, ihr Studium an ihren späteren Beruf anzupassen. Eine breite wissenschaftliche Qualifizierung soll es geben, das heißt nichts anderes, als die Grundlagenkompetenz, die Methodenkompetenz, aber auch die berufsfeldbezogene Qualifikation zu stärken.

4. Besseres Master-Zulassungssystem

Da während des Bildungsstreiks viele Studenten klagten, es gäbe zu wenig Masterplätze, soll es nun ein geeigneteres Zulassungssystem für die Masterstudiengänge geben.

5. Mehr Transparenz des Stufen-Modells

Hier tagte die Bundes- Kultusministerkonferenz in Bonn. 4.000 Protestierende kamen. Die Polizei sagte: „Es war friedlich“. Foto: Stephanie Feck

Hier tagte die Bundes- Kultusministerkonferenz in Bonn. 4.000 Protestierende kamen. Die Polizei sagte: „Es war friedlich“. Foto: Stephanie Feck

Für uns Studierende heißt das, die Trennung zwischen Grundlagenstudium und Weiterbildungsstudium. Das Bachelorstudium stellt hierbei die Grundlagen bereit, die für ein anschließendes Masterstudium benötigt werden.

6. Einschreibung nicht nur noch Numerus-Clausus-abhängig

Bereits bei der Einschreibung sollen verschiedene Kompetenzen geprüft werden. Beispielsweise könnten hier gegebenenfalls Praktika oder zusätzliche Prüfungen abgefragt werden. Erst nach Genehmigung dieser Leistungen wird man dann zum Studium zugelassen.

7. Gezielt Kompetenzen des Studiengänge benennen

Dies soll durch ein „Diploma Supplement“ möglich werden. In diesem wird dann der Studienverlauf des Studiums individuell aufgezeichnet.

8. Häufigen Prüfungsstress reduzieren

Es soll mehr Prüfungen geben, die mehreren Inhalte bündeln. Eine einzige Klausur dieser Art führt dann zum Abschluss eines Moduls. In Ausnahmefällen können auch eine Prüfung für zwei Module in einer zusammen gefasst sein. Anerkannt werden sollen Prüfungen  natürlich auch, wenn sie im Ausland oder außerhalb der Hochschule abgelegt worden. So ist auch die Anerkennung von Kompetenzen, die in den Semesterferien und außerhalb der Hochschule absolviert wurden, möglich.

9. Flexiblere Arbeitsbelastung

In der Regel soll ein Semester 30 Leistungspunkte  (CP) umfassen. Wobei ein CP einen Arbeitsaufwand zwischen 25 und  30 Stunden angibt. Die Arbeitsbelastung in Vollzeitstudium umfasst also pro Semester 750 bis 900 Stunden, die flexibel verteilt werden können.

Diese einzelnen Aspekte sind in der Kultusministerkonferenz am Donnerstag beschlossen worden. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Änderungen eine konkrete Verbesserung der Studiensituationen in den einzelnen Studiengängen mit sich bringt.

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