Essen am Tatort

Hier wird eifrig diskutiert, wer der Mörder ist. Foto:Lea Grote

Hier wird eifrig diskutiert, wer der Mörder ist. Foto:Lea Grote

Ein spannender Krimi zum Mitmachen, das verspricht das sogenannte „Krimidinner“. Die Pflichtlektüre hat für euch getestet, was so ein Abend zu bieten hat.

Wer selbst einmal ein Krimidinner besuchen möchte, kann das mittlerweile in jeder größeren Stadt in Deutschland tun. „Das Krimidinner ist quasi Essen mit Theater“, erklärt Tourmanagerin Alexandera Lefringhausen. „Das heißt, man kann Theater gucken, gleichzeitig gibt es ein Vier-Gänge-Menü und drum herum passiert der Leichenschmaus der Familie Ashtonbury.“

Nach dieser kurzen Erklärung möchte die pflichtlektüre sich selbst einen Eindruck verschaffen. Im Pullman-Hotel in Dortmund läuft derzeit der Edgar-Wallace-Krimi „Ein Leichenschmaus“. Das Besondere an diesem Abend ist, dass der Zuschauer selbst ein Teil der Geschichte wird. Jeder Gast wird bereits im Foyer des Hotels als Verwandtschaftsmitglied empfangen „Guten Abend, meine Liebe“, Lady Ashtonburry kommt um ihre Gäste zu begrüßen: „Sind Sie schön auf  Schloss Darkwood angekommen – trockenen Fußes hoffe ich – zur Leichenfeier meines doch so früh verstorbenen Gatten?“ Als Gast befindet man sich also mitten im Geschehen auf dem Schloss des schottischen Lords, dessen Testament heute verlesen wird. Stilgetreu im Schottenrock betritt ein Butler den Raum. „Mylords, Myladies, Lady Ashtonbury ist nun bereit, sie zu empfangen, der Festsaal ist eröffnet. Nun, wenn Sie mir bitte folgen möchten“, fordert er die Gesellschaft in Abendgarderobe auf. Die Teilnehmer des Krimidieners betreten nach ihm einen festlich geschmückten Saal, der eine perfekte, geheimnisvolle Atmosphäre schafft. Dadurch wird das Stück realistisch und spiegelt die perfekte Illusion wieder.

Sehen wir hier etwas den Mörder? Foto: Lea Grote

Sehen wir hier etwa den Mörder? Foto: Lea Grote

In Erwartung auf den ersten Gang spielen einige Schauspieler des Theaterteams die Zwietracht innerhalb der Familie Ashtonburry vor. Als dann auch noch der Bruder des Verstorbenen auftaucht, ist Streit vorprogrammiert. Nach einem Glas Wein bricht er plötzlich tot zusammen. Während sich einige Gäste spontan als Leichenträger betätigen, beginnen die Schauspieler, sich gegenseitig zu verdächtigen. Im Stück ist die Trauergemeinde durch eine Sturmflut von der Außenwelt abgeschnitten und der Mörder ist mitten unter ihnen. Bis zum Ende des Essens weiß der Zuschauer nicht, wer die Tat begangen hat. Die Gäste dürfen aktiv am Verlauf der Geschichte mitwirken und dabei helfen, den Mord aufzuklären.

Gelangweilt hat sich an diesem Abend niemand und es gab viel zu lachen. Die Show ist rundherum gelungen und absolut empfehlenswert. Wenn das Event mit 79 Euro pro Person auch keine preiswerte Angelegenheit ist.

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