Die Bunkerhöhle – großer Einsatz für eine kleine Story

Eine gute Story benötigt viel Einsatz – heißt es. Dass sich dieser Satz in der Bunkerhöhle in Iserlohn voll und ganz bestätigen würde, war mir zu Anfang meiner Recherchen noch nicht bewusst: Ein paar schöne Bilder, eine Reportage und ein kleines Video (siehe unten) sollten bei dem „Besuch“ in der Höhle herausspringen – eine deutliche Fehleinschätzung meinerseits.

Die Höhlenforscherin Dana Riechelmann meinte vorab, es würde ein bisschen eng und ein wenig schmutzig werden – eine glatte Untertreibung ihrerseits. Es war nicht nur ein wenig eng in der Höhle, sondern so eng, dass ich zeitweise in den Löchern stecken blieb.

Auch die Kleidung hat beim Höhlenbesuch gelitten, Foto: Maria Latos

Auch die Kleidung hat beim Höhlenbesuch gelitten. Foto: Maria Latos

Ich hing also in einem Loch. Diese Situation ist ja schon allein für sich ziemlich peinlich. Doch hinzu kamen noch 30 Metern Fels über mir; absolute Dunkelheit, die allein durch den kleinen Strahl meiner Kopflampe durchbrochen wurde und natürlich keine Ahnung, wie ich aus diesem Loch wieder rauskommen sollte. Die mich begleitenden vier überaus erfahrenen Höhlenforscher müssen sich wohl ihren Teil dabei gedacht haben, als sich mich das ein oder andere Mal durch Löcher schieben mussten.

Die Situation kommt mir jetzt zum Glück schon ziemlich irreal vor. Eingekeilt zwischen Lehm, Staub, feuchtem Boden und vor allem Fels war ich mir fast sicher, dass ich in dieser Höhle das Zeitliche segnen würde. Ade schöne Welt – und das alles für einen Artikel.

Nennt man das nun Einsatz oder ist das eher Wahnsinn? Eine Antwort hab ich noch nicht gefunden. Vielleicht ist es ein bisschen von Beidem? Ich meine, ich lebe – und abgesehen von dem unglaublichen Muskelkater, diversen blauen Flecken und zerrissener Kleidung bin ich doch unbeschadet wieder in der Wirklichkeit gelandet – mit einer schönen Story und der Erfahrung, dass ich wahrscheinlich nie wieder in diese Höhle steigen werde.

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