Hausarbeiten an Halloween

Hausarbeiten können öfters mal zu einer gruseligen Angelegenheit werden. Auf die Essays der Anglistik-Seminare „Are You Scared Yet? British Horror“ und „The Good, the Bad, and the Bloody – Vampires in American Literature and Culture“ an der TU Dortmund trifft das im wahrsten Sinne des Wortes zu.

Es ist dunkel und nebelig. Nora, Karo und ich versuchen uns einen Weg durch die Gänge zu suchen, drängen uns dicht aneinander. Da springt auf einmal ein Clown mit blutverschmierter Fratze aus einer Ecke hervor und bedroht uns mit seinem Messer. „Weg hier!“, kreischt Karo. Wir rennen weiter. Auf einmal fangen alle an zu lachen: Der Horrorzirkus und der Clown sind eigentlich nicht echt, wir befinden uns im Movie Park Germany.

Und all das soll Teil einer Hausarbeit sein? Um es mit Peter Lustigs Worten zu sagen: Klingt komisch, ist aber so. Anhand der Erlebnisse im Movie Park sollen wir Studenten einen Essay schreiben, in dem wir uns mit unserer eigenen Angst und den Mechanismen, die dahinter stecken, auseinandersetzen. Gar nicht so abwegig – bei genauerer Betrachtung.

Theorie selbst erfahren

Alice im Wunderland mit Horror-Hasen. Fotos: Ildiko Holderer

Alice im Wunderland mit Horror-Hasen. Fotos: Ildiko Holderer

„Horror ist ein großer Teil unserer Kultur, geprägt von den Unsicherheiten in unserem täglichen Leben“, sagt Christian Lenz, Dozent des „British Horror“-Seminars. „Meiner Meinung nach ist es für Studierende interessanter, Theorien zu lernen, indem sie diese selbst erfahren, als nur über Büchern zu hocken. Warum soll Lernen nicht auch Spaß machen?“, so Lenz.

In seinem Seminar geht es unter anderem darum, wie Angst entsteht und inwiefern Monster ein Produkt der Kultur darstellen. Dazu gibt es natürlich auch Fachliteratur mit den allseits beliebten Bandwurm-Sätzen.

Im Park gibt es einige Dinge, auf die wir Studenten besonders achten sollen. Wann wir uns zum Beispiel erschrocken haben und warum, welche Art von Angst die Attraktionen in uns hervorrufen sollen und inwiefern die Monster, die überall herumlaufen, Einfluss auf unsere Kultur haben. Außerdem sollen wir uns mit den anderen Gästen unterhalten und eine kleine Befragung durchführen.

Exkursion mit dem Rollstuhl

„Letztes Jahr habe ich auch mit meinem Geographiekurs eine Art Exkursion gemacht“, erzählt Lenz. „Die Studierenden sind mit Rollstühlen durch die Dortmunder Innenstadt gefahren, um mal eine ganz andere Lebenswelt zu erfahren, und zum Beispiel an Primark oder Hollister gescheitert, weil die nicht barrierefrei gebaut sind“, sagt der Anglistik-Dozent.

Die Exkursion sei ein voller Erfolg für die meisten Studierenden gewesen, die gezeigt habe, dass solche „field trips“, wie Lenz sie nennt“, durchaus sinnvoll sein könnten. Vor allem auch wegen der „Soft Skills“.

Freundin Karo in blutiger Gesellschaft.

Freundin Karo in blutiger Gesellschaft.

„Horror Skills“ ausgebaut

Nora, Karo und ich haben neben unseren „Soft Skills“ im Movie Park Germany auch unsere „Horror Skills“ vorschriftsmäßig ausgebaut und uns trotz aller guter Vorsätze und den Theorien im Hinterkopf so richtig erschrecken lassen. Jetzt fehlt nur noch das Essay. Worüber wir das jetzt genau schreiben ist noch die Frage – aber eines ist sicher: Es wird auf jeden Fall gruselig.

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