Nachtischmagen – Eis geht immer!

Eis geht immer. Foto: flickr/ Peter Hartl

Eis geht immer. Foto: flickr/ Peter Hartl

Mit großer Mühe schiebt man sich den letzten Bissen des Festessens in den Mund. Und dann gibt es zu allem Überfluss auch noch Nachtisch. Ermattet abwinken? Zu spät: Das Dessert ist bereits verschlungen. Nachtisch geht schließlich immer. Doch warum kommt das gefräßige Kuchen-Monster in uns hoch, obwohl wir schon völlig gesättigt sind?

Der hedonistische Hunger ist Schuld am Appetit aufs Dessert. Foto: flickr/Karen

Der hedonistische Hunger ist Schuld am Appetit aufs Dessert. Foto: flickr/Karen

Der Grund: Hunger ist nicht gleich Hunger. Wenn wir Hunger haben, heißt das meist, dass wir neue Energie brauchen. Während des Essens sendet der Magen Sättigungsimpulse zum Gehirn. Dadurch weiß das Gehirn, wie sehr sich der Magen ausgedehnt hat und welche Nährstoffe aufgenommen worden sind. Doch manchmal haben wir Hunger, obwohl unsere Energiereserven völlig gedeckt sind. Dann spricht man vom „hedonistischen Hunger“: Dem Hunger aus Lust an Genuss. Und genau dieser macht uns den Nachtisch schmackhaft.

In einer 2012 veröffentlichten Studie einer italienischen Forschergruppe wurde der hedonistische Hunger an acht Testpersonen näher untersucht. Fünf Frauen und drei Männern bekamen mehrfach ihr Leibgericht und ein unliebsames Essen mit den gleichen Nährstoffen und Kalorien serviert. Ihr Lieblingsgericht würden die Testpersonen nach eigener Aussage auch essen, wenn sie keinen Hunger mehr hätten, das nicht so köstliche Essen wie zum Beispiel Brot jedoch nicht. Vor und nach den Speisen füllten die Probanden Fragebögen zu ihrem Hungergefühl aus und die Wissenschaftler entnahmen ihnen im Verlauf der Studie regelmäßig Blutproben.

Genuss macht glücklich. Foto: flickr/Bonita Suraputra

Genuss macht glücklich. Foto: flickr/Bonita Suraputra

Unter anderem war die Ausschüttung von Grehlin signifikant höher während die Studienteilnehmer ihre Lieblingsspeise aßen als während des Verzehrs der anderen Gerichte. Grehlin wird auch als „Hunger-Hormon“ bezeichnet und führt zur Appetitanregung. Es wird davon ausgegangen, dass es uns zum Genussessen verleitet. Grehlin spielt eine wichtige Rolle für unser Belohnungssystem und die damit zusammenhängende Ausschüttung von Dopamin. Deshalb macht uns das Dessert, welches wir aus reiner Lust am Geschmack essen, nicht nur kugelrund, sondern auch glücklich.

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