Das ganz große Geld

Nebenjobs_Mark

Studenten sind arm und sehen Geld eher selten – ein gängiges Klischee. Mark Kleymann hat fast jeden Abend große Summen vor sich liegen. Während andere Studenten im Café jobben oder Nachhilfe geben, zieht er den Smoking an.

Hohe Summen über den Tisch zu schieben, ist für ihn Alltag. Allerdings nicht am Tresen, sondern beim Pokern. Mark ist Pokerdealer im Casino Hohensyburg und Informatikstudent an der TU Dortmund. Drei Wochen dauerte Marks Ausbildung zum Croupier. Spielregeln und verschiedene Spielabläufe trainiert er in dieser Lehrzeit exzessiv.

Pokerdealer – ein Job wie jeder andere? Für Mark nicht. Er ist überzeugt, dass es selten und besonders ist, im Casino zu arbeiten. Denn es „geht um große Summen, das kann kaum einer behaupten, dass er mit so viel Geld hantiert.“

Tagsüber Vorlesung – nachts Casino

Mark arbeitet drei bis vier Mal pro Woche in einer der meist besuchten Spielbanken Deutschlands. Die ganze Nacht schuften und dann am nächsten Morgen in der Vorlesung sitzen? Für den 19-Jährigen ist das kein Problem. Seit zwei Semestern studiert er Informatik an der TU-Dortmund und finanziert sich am Pokertisch sein Studium. Hinter dem Tisch sitzt er zentriert, doch im Spiel ist er nicht im Mittelpunkt: „Ich gebe den Gästen nur die Spielkarten. Sie entscheiden über die Aktionen. Ich bin nur der Spielleiter.“

Mark Kleymann arbeitet nachts im Casino. Foto: Selina Dicke

 

Das Spiel ist leicht zu lernen. Es zu meistern, ist bedeutend schwerer.

 

Vom Jobangebot als Pokerdealer hat Mark durch eine Radiowerbung erfahren und sich dann spontan bei Oliver Niehoff beworben. Niehoff ist der stellvertretende Bereichsleiter des Casinos. Ihm seien vor allem studentische Mitarbeiter wichtig, denn sie brächten ein jugendlichen Esprit ins Haus. Als Student verdient Mark etwas mehr als den Mindestlohn. Hinzu kommt noch das Trinkgeld der Gäste in Form von Spielchips, die am Ende des Arbeitstages unter allen Croupiers aufgeteilt werden.

Jetons im Wert von 5000 Euro. Foto: Selina Dicke

Jetons im Wert von 5000 Euro. Foto: Selina Dicke

Poker – Spielspaß mit Verantwortung

Wer als Pokerdealer arbeitet, trägt viel Verantwortung – nicht nur für die Jetons, sondern auch für einen reibungslosen Spielablauf zwischen den Gästen. Im Casino lernt Mark ganz unterschiedliche Spielertypen kennen. Vom Studenten, der sich ein bisschen ausprobieren will, bis zum Pokerveteran, der schon seit Jahren spielt, ist alles vertreten. Zu Schichtbeginn holt sich jeder Pokerdealer Jetons im Wert von 5000 Euro. Diese gibt ein Angestellter ihm an einem Schalter aus dem Hochsicherheitsbereich heraus. Die Jetons bringt Mark dann als Wechselgeld mit an den Pokertisch.

Wer beim Pokern gewinnen will, braucht laut Mark nicht nur Glück. Eine Strategie und gelassenes Auftreten sind entscheidend: „Es gibt Spieler, die haben sich nicht unter Kontrolle, bei denen ist das viel Glück. Spieler, die sich unter Kontrolle haben, die gewinnen viel, die gewinnen oft. Regelmäßig.“

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Beitragsbild: Selina Dicke

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