Erhebliche Wissenslücken bei Studienanfängern in Nordrhein-Westfalen

Über eine zunehmende Studierunfähigkeit von Schulabgängern klagen laut einem Medienbericht viele nordrhein-westfälische Universitäten und Fachhochschulen. Wie die Regionalzeitung WAZ in ihrer Onlineausgabe am Donnerstag (27.10.2016) berichtet, brauchen fast alle Erstsemestler einen Uni-Vorbereitungskurs. Als Auslöser für die Wissenslücken wird die Verkürzung der Gymnasialzeit (G8) diskutiert.

Laut dem Chef der Landesrektoren der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen, Marcus Baumann, sind die Kenntnisse mancher Erstsemestler besonders in den Bereichen Mathe und Rechtschreibung katastrophal. Entsprechend kritisch äußerte sich Baumann am Mittwoch (26.10.2016) vor dem Landtag in Düsseldorf.

Viele Rektoren machen G8 für die Defizite verantwortlich. „Heute gibt es kaum einen Studienanfänger, der nicht einen Vorbereitungskurs absolvieren muss, um sich fehlendes Schulwissen anzueignen. Wir verstehen uns nicht als Reparaturbetrieb der Gymnasien“, sagte Ingo Böckenholt, Präsident der privaten Hochschule International School of Management (ISM) in Dortmund der WAZ. Viele junge Erstsemester seien noch nicht reif genug für das Studium und hätten schon Probleme bei der Studienwahl. 

Für die Bildungswissenschaftlerin und Prorektorin der Universität Duisburg-Essen, Isabell van Ackeren, ist das Problem hingegen nicht neu. Gegenüber der WAZ erklärte die Expertin, dass es keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen den Erstsemestlern von jetzt und früher gebe. Die Hochschulen müssten sich vielmehr darauf einstellen, dass mittlerweile mehr und mehr Jugendliche das Gymnasium besuchen.

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