Kommentar: Valentinstag? Stress pur!

Oh nein, schon wieder Valentinstag! Spätestens am 13. Februar verfallen Männer und Frauen wieder wie jedes Jahr in Panik, weil sie noch das perfekte Valentinstagsgeschenk für ihren „Schatz“ suchen. Was für ein Stress! Hat das wirklich noch was mit Liebe zu tun? Wohl eher nicht. Ein Kommentar.

Den Valentinstag kennt jeder. Den Ursprung allerdings nicht. Zugegeben, um diesen Tag ranken sich viele Geschichten und auch Professoren und Priester sind mit der Frage nach dem Ursprung dieses Tages überfordert. Die verbreitetste Theorie führt zurück bis ins dritte Jahrhundert zum Heiligen Valentin, dem Bischof von Terni, einer Stadt im heutigen Italien. Der traute Paare in einer christlichen Zeremonie.

Das klingt jetzt erst einmal ziemlich normal, gefiel dem damaligen Kaiser Claudius allerdings gar nicht. Er wollte seine Soldaten mit zufällig ausgewählten Frauen verheiraten, schließlich sollten sie nicht auf die Idee kommen, bei ihrer Familie bleiben zu wollen. Da sich Valentin dem wiedersetzte, wurde er am 14. Februar 269 enthauptet. Circa 100 Jahre nach seinem Tod wurde Valentin heiliggesprochen wurde. Bekannt war er auch für seine Begeisterung für das Gärtnern. Jungen verliebten Paaren soll er stets eine Rose geschenkt haben, wenn sie an seinen Klostergärten vorbeigingen.

Nehmen wir nun an, dass diese Geschichte der wahre Ursprung des Valentinstags ist. Heutzutage finden wir am am 14. Februar nur eines davon wieder, nämlich die Blumen. Ansonsten eigentlich nichts. Kein Gedenken an einen Märtyrer, keine Kirchenbesuche und besonders: keine große Liebe. Stattdessen brauchen wir erst wieder einen Tag, der uns daran erinnert, unserem Partner Aufmerksamkeit zu schenken. Das würde dem Heiligen Valentin bestimmt nicht gefallen.

Die Wirtschaft freut sich

Der große Gewinner an diesem Tag ist die Wirtschaft. Nicht zu Unrecht munkelt man, dass doch die Wirtschaft der eigentliche Erfinder des Valentinstags ist. Traditionell profitieren besonders die Blumenverkäufer. Schließlich kaufen die verzweifelten Männer am Valentinstag so ziemlich jede Blume. Egal, ob es dann am Ende Rosen, ein Brautstrauß oder Grabblumen sind.

Aber nicht nur die Blumenverkäufer machen an diesem Tag ein gutes Geschäft, denn Blumen reichen den Verliebten schon lange nicht mehr aus. Heutzutage verschenkt man lieber direkt einen diamantenbesetzten Ring oder eine Reise in die Karibik, um seine Liebe ja auch richtig zur Schau stellen. Es zählt also nicht mehr die Geste, viel wichtiger ist die Höhe der Rechnungssumme und der Angebefaktor. Damit profilieren sich die Paare an diesem Tag vor Freunden, Kollegen oder anderen Paaren. Viel wichtiger als die Zweisamkeit ist da fast schon der Wettbewerb, der untereinander ausbricht. Jedes Paar will das augenscheinlich glücklichste sein. Wenn das nicht klappt, gibt es gleich Stress. Das war’s dann mit der Harmonie.

Wirklich logisch kann man dieses Verhalten nicht nennen. Der Wirtschaft kann das egal sein, sie fährt weiterhin ihre Gewinne ein. Den eigentlichen Kerngedanken des Valentinstags, die Liebe, spiegelt dieser Drang zur Selbstdarstellung und Verherrlichung aber nicht wieder. Kreative und günstige Liebeserklärungen, die tatsächlich von Herzen kommen, findet man da schon seltener. Und das, obwohl der Valentinstag doch eigentlich an einen Mann erinnert, der für die wahre Liebe gestorben ist.

 

Beitragsbild: erstellt mit Canva

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