Im Innovationslabor wachsen Ideen

Ein Beitrag von Christina Schönberger

Im Innovationslabor entwickeln Gründungsteams aus den Hochschulen und junge Unternehmer aus der Region  Dortmund und den Kreisen Unna und Hamm mit externen Partnern Hightech-Ideen. Die erste Runde des Labors ging jetzt zu Ende, zwei weitere werden folgen.

Andreas Lewandowski (li.) und Volker Köster (re.) haben eine Warnsystem für Baustellensicherheit entwickelt. Foto: Christina Schönberger.

Andreas Lewandowski (li.) und Volker Köster (re.) haben eine Warnsystem für Baustellensicherheit entwickelt. Foto: Christina Schönberger.

Ein funkbasiertes Warnsystem, das die Sicherheit auf Baustellen erhöhen soll – diese Idee haben Andreas Lewandowski und Volker Köster am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der TU Dortmund entwickelt. Das Innovationslabor hat ihnen geholfen, diese Idee so weit voranzubringen, dass sie jetzt bereits kurz vor der Serienreife steht. Lewandowski und Köster haben an der TU Dortmund studiert und bilden das Team „d2sense“. „Die Transferstelle der Uni hat uns auf dieses Programm aufmerksam gemacht“, sagt Andreas Lewandowski. „Ohne das Innovationslabor wären wir noch nicht so weit“, ergänzt Volker Köster.

Das Innovationslabor ist ein Projekt der TU Dortmund, der Wirtschaftsförderung Dortmund und der Technologiezentren in Dortmund, Lünen und Hamm. Unter dem Dach von „Der Innovationsstandort e.V.“ engagieren sie sich für eine bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Im Innovationslabor wird zum Beispiel ein auf die Teams zugeschnittenes Qualifizierungsprogramm („Innovationsakademie“) angeboten und jedes Team bekommt einen persönlichen Mentor aus der Industrie, der beratend zur Seite steht. Außerdem gibt es verschiedene Workshops.Während der neun Monate des Labors entwickeln die Teams zusätzlich einen Innovationsplan, der die Gründungs- bzw. Wachstumsstrategie enthält und mit dem sie ihre Konzepte vor potenziellen Kapitalgebern präsentieren können.

Keine BWL-Profis, sondern Gründerpersönlichkeiten

Stefanie Gerszewski (li.) und Angela Märtin (re.) setzen sich für Gründerpersönlichkeiten ein. Foto: Christina Schönberger

Stefanie Gerszewski (li.) und Angela Märtin (re.) setzen sich für Gründerpersönlichkeiten ein. Foto: Christina Schönberger

Im Rahmen der Innovationsakademie wurden diverse Tagesworkshops zu Themen wie Marketing und Vertrieb, Business-Knigge oder Führung und Kommunikation angeboten. „Uns ging es dabei weniger darum, aus den Teilnehmern in kurzer Zeit BWL-Profis zu machen, sondern wir wollten das unternehmerische Denken schulen, Basiswissen vermitteln und an der Gründerpersönlichkeit arbeiten“, erklärt Angela Märtin, die an der TU Dortmund die Innovationsakademie leitet.

Andreas Lewandowski findet, dass besonders das Mentoring- und das Akademieprogramm mit den verschiedenen Seminaren hilfreich waren, um die Idee weiterzuentwickeln: „Der Mentor vermittelt einem die Sicht von außen und hat uns auch auf persönlicher Ebene vorangebracht.“ Auch mit den Angeboten der Innovationsakademie waren beide sehr zufrieden. „Die Vertriebs- und Marketingseminare haben uns sehr weitergeholfen. Aber auch die anderen Seminare waren auf einem klasse Niveau“, sagt Andreas Lewandowski. Volker Köster ergänzt: „Auch die Erstellung des Finanzplans war wichtig, weil man da einfach ins Nachdenken kommt.“

Elf Teams mit vielen interessanten Projekten gab es in der ersten Runde. Kristina Wißling zum Beispiel war mit ihrer Idee „Origami für die Industrie“ dabei. Durch die Falttechnik ist es möglich, Bauteile ohne Kleben oder Schweißen aus einem Stück zu fertigen. Und Tobias Raschke und Cesare Foltin haben das Unternehmen „clicks4charity“ gegründet. Mit jedem Online-Einkauf über ihre Website kann man Geld für soziale Projekte spenden, ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Auch nach der ersten Runde sollen Teilnehmer den Kontakt zu Projektpartnern, Mentoren und den anderen Teams halten können. Hierfür werden in regelmäßigen Abständen Stammtische angeboten, bei denen Experten zu Themen sprechen, die für die Gründerteams von besonderem Interesse sind. „Wir würden uns wünschen, dass auf diese Weise eine Art Alumni-Netzwerk der Innovationslaboranten entsteht“, sagt Projektleiterin Stefanie Gerszewski von der  Wirtschaftsförderung Dortmund.

Teilnahmemöglichkeiten

Alle Gründerteams beim gemeinsamen Wochenende. Foto/Teaserfoto: Sebastian Hanny

Alle Gründerteams beim gemeinsamen Wochenende. Foto/Teaserfoto: Sebastian Hanny

Die Teilnahme am Innovationslabor ist kostenlos. Pro Jahr werden maximal zwölf Ideen ausgewählt. 2012 und 2013 finden jeweils weitere Durchgänge des Innovationslabors statt. Für die nächste Runde kann man sich noch bis zum 19.03. bewerben. Das Angebot richtet sich sowohl an innovationsorientierte Gründungsteams aus der TU und der Fachhochschule Dortmund, als auch an junge Hightech-Unternehmen, z.B. in den Technologiezentren der Region. Auch Gründungsinteressierte aus anderen Wissenschaftseinrichtungen dürfen teilnehmen.

Das Innovationslabor wird im Rahmen der „Gründung.NRW“-Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen mit EU-Mitteln gefördert.

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