Filmstudio „Glückauf“ in neuem Glanz

Knapp ein Jahr nach seiner Wiedereröffnung ziehen Verantwortliche und Besucher des Filmstudios „Glückauf“ im Essener Südviertel eine durchweg positive Bilanz – vor allem dank privater Spenden in Millionenhöhe.

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"Gemütlich und familiär": Besucher wissen, was sie am Essener Filmstudio "Glückauf" haben. Foto: Essener Filmkunsttheater

Alte Einrichtung, neuer Glanz. Acht Jahre nach Schließung und ein knappes Jahr nach Wiedereröffnung wird das Filmstudio Glückauf im Essener Südviertel genauso gut angenommen, wie vor der Restaurierung. Seit Dezember vergangenen Jahres lädt das 1924 eröffnete und somit älteste Filmtheater des Ruhrgebiets wieder täglich zu Vorstellungen ein. „Unsere Besucher wissen die spezielle Atmosphäre eines klassisch-historischen Filmtheaters mit Tradition, aber eben auch moderner Technik, gegenüber dem Heimkino zu schätzen“, sagt Christiane Hüls von der Essener Filmkunsttheater GmbH.

Es sei persönlicher und durch fokussierte Filmauswahl näher am Besucher, erklärt Christiane Hüls das Konzept. „Gemütlich und familiär“, schätzt auch María Herrero. Sie beteiligte sich als Essener Bürgerin am Erhalt des Filmstudios. „Es ist besonders“, begründet die Spanierin ihren Einsatz und lobt die Zusammenarbeit mit den Kulturinstituten. Das derzeitige Angebot „Ciñol“ – spanischsprachiges Kino – habe sie mehrfach genutzt.

2,3 Millionen Euro für Restaurierung

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Der Spielbetrieb ist für die nächsten Jahre gewährleistet. Foto: Essener Filmkunsttheater

Nach Schließung wegen Baufälligkeit im Jahr 2001 war das Fortbestehen des mehrfach ausgezeichneten Kinos ungewiss. Die Bausumme von 2,3 Millionen Euro unterstützten mit je 250.000 Euro die Immobilien-Firma Kölbl Kruse und der Pächter des Glückaufhauses, ifm electronic. Die Finanzierungslücke von 1,8 Millionen Euro schlossen private Spender und Investoren, ohne Zuschüsse der Stadt.

Auslöser war der Ende 2006 von Bürgern initiierte Verein „Rettet das Filmstudio“ unter dem Vorsitz von Marianne Menze, Geschäftsführerin der Essener Filmkunsttheater. Ein Benefizabend im Jahr 2007, das Modell „Bürger als Bürgen“ und private Zuschüsse trugen dazu bei, dass Wiederaufbau sowie Spielbetrieb der nächsten Jahre gewährleistet waren.

Sönke Wortmann zufrieden

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Das Schmuckstück glänzt wieder: Die Wiedereröffnung wurde durch Spenden finanziert. Foto: Essener Filmkunsttheater

Mit Hilfe von über 1300 Bürgern und weiteren 200 Investoren verbirgt sich hinter der denkmalgeschützten Fassade nun wieder das traditionelle Kino. Der Essener Architekt Lothar Jeromin hat es getreu der Dokumentation vor der Schließung zu 90 Prozent in den historischen Originalzustand versetzt. Auch Regisseur und Produzent Sönke Wortmann hat dies begrüßt: „Der Verlust des Filmstudios wäre ein Eigentor für das Ruhrgebiet.“

Das Kino an der Rüttenscheider Straße ist aus dem von 2007 bis 2009 neustrukturierten Bürokomplex „Glückaufhaus“ nicht mehr wegzudenken. Darin sind sich Anwohner wie Regina Jacobs, die „acht Jahre auf das Schmuckstück verzichtet“ haben, einig.

Von unserer Mitarbeiterin Miriam Brüser

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