Weshalb Einstein als schlechter Schüler gilt

Albert Einstein war ein genialer Wissenschaftler – kaum einer wird dem widersprechen. Albert Einstein war ein schlechter Schüler – auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig, vor allem unter schlechten Schülern. Der Grund ist ein Missverständnis.

Alltagsmythos 5:
„Albert Einstein war ein schlechter Schüler.“
Eine Karikatur von Albert Einstein.

Mathe war für Einstein schon früh keine Hexerei. Foto: DonkeyHotey/flickr.com

Mathe zählt nicht zu den beliebtesten Schulfächern – oft sind viele Schüler nicht besonders gut darin. Da hat eine vermeintliche Wahrheit schon so manchem Schüler geholfen, der mal wieder eine schlechte Note mit nach Hause brachte: Selbst der große Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein war schlecht in der Schule! Und er hat es trotzdem zu etwas gebracht! Wer braucht also schon gute Noten, um Erfolg zu haben?

Allerdings ist es das eben nur eine vermeintliche Wahrheit, die sich bei genauer Betrachtung als falsch herausstellt. Grund dafür, dass das Gerücht vom schlechten Einstein aufgetaucht ist, ist ein Missverständnis.

Sechsen auf Schweizer Notenzettel

Einstein legte seine Matura, entspricht dem Abitur in Deutschland, in der Schweiz ab. Und Einsteins erster Biograf war mit dem Schweizer Notensystem nicht vertraut. Er sah, dass Einstein zahlreiche Sechsen auf seinem Notenzettel stehen hatte – und nahm an, dass die Sechs wie im deutschen System sehr schlechten Leistungen entspreche. Allerdings ist das nicht der Fall: Die Schweizer Note Sechs entspricht im Deutschen einer Eins, und die Schweizer Eins im Deutschen einer Sechs!

Einstein hatte also eine ziemlich gute Matura – seine schlechteste Note aus allen Fächern war nach dem deutschen Notensystem eine Vier. Gerade in Physik und Mathe waren seine Leistungen schon damals außergewöhnlich gut.

Aufnahmeprüfung nicht bestanden

Neben der vermeintlich schlechten Matura gibt es aber noch einen weiteren Grund für das Gerücht: Einstein bestand die Aufnahmeprüfung am angesehenen Polytechnikum in Zürich nicht. Diese Behauptung ist sogar richtig, hieraus zu folgern, dass Einstein allgemein schlecht in der Schule war, allerdings nicht.

Denn Einstein durfte erstens erst aufgrund einer Ausnahmeregelung bereits mit 16 Jahren überhaupt zur Prüfung antreten – das Mindestalter waren eigentlich 18 Jahre – und er bestand nur aufgrund schlechter Ergebnisse in anderen Fächern als Physik und Mathematik nicht. In diesen fuhr er wiederum Bestnoten ein.

Für alle Schüler, deren Noten bislang eher verhalten waren, gibt es aber trotzdem einen kleinen Hoffnungsschimmer: Einsteins Hochbegabung wurde erst relativ spät festgestellt, in der Grundschule war er nur ein Mitschüler unter vielen. Vielleicht steckt also in einem von euch der nächste Einstein!

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