Krümel – die Selfmade-Schlagersängerin

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Marion Pfaff ist eine Macherin mit klaren Prinzipien, sowohl beruflich und privat. Besser bekannt ist sie als „Krümel“ – die Schlagersängerin, die sich auf Mallorca selbstständig gemacht hat und seitdem erfolgreich arbeitet. 

Vor 43 Jahren im Ruhrgebiet wurde Krümel geboren. Sie entdeckte früh ihre Liebe zu deutscher Musik und wusste später die Medienlandschaft gewinnbringend zu nutzen: Ihre erste Dreh-Erfahrung hatte sie 2005 als Kandidatin von „Big Brother“, einem noch größeren Publikum wurde sie durch die TV-Sendung „Goodbye Deutschland“ auf VOX bekannt.

Mit viel Schneid wurde sie ein Schlagerparty-Star am Ballermann und zog gleichzeitig ihren eigenen erfolgreichen Musikstadl auf Mallorca hoch. 2016 wurde Krümel einem größeren Publikum bekannt, als sie an DSDS teilnahm.

Dasselbe Tempo wie beruflich legt Krümel auch privat vor: Ihren Mann und Manager Dani lernte sie im Winter 2009 kennen und lieben, schon im Winter 2010 wurde ihr Sohn Maximilian entbunden. Im Februar 2011 wanderten sie zusammen nach Mallorca aus, wo sie „Krümels Stadl“ in Paguera eröffneten. 2013 heirateten Krümel und Dani.

Vom Container ins Tonstudio

Von ihrem Vater bekam Marion als Kind den Spitznamen „Krümel“, der sich dann durch ihr Leben zog: Die gesamte Familie, Freunde, im Kindergarten und in der Schule – alle nannten sie so. Auch ihre Liebe zur Musik, besonders zu deutschen Texten stellte sich früh heraus.

Sie träumte davon, irgendwann auf Mallorca als Sängerin erfolgreich zu sein. Weil ihr klar war, dass man dafür vor allem Glück, gute Kontakte und möglichst TV-Präsenz benötigt, bewarb sie sich für Big Brother. 2005 zog sie dann tatsächlich in den Container ein und lernte dort den Sänger Tim Toupet kennen, der sie bald mit seinem Manager bekannt machte. Durch ihn lernte sie einen Produzenten in Köln kennen, mit dem sie ihre erste CD produzierte, mit den Liedern „Oh wann kommst Du“ und „Nur die Harten kommen in den Garten“. Der Produzent mochte neben Marions Stimme auch ihren Spitznamen, der dann auch ihr Künstlername wurde.

Neben ihrer Energie und ihrem „Macher-Talent“ hatte Marion, alias Krümel, auch Glück: 2005 habe nämlich „Möhre“, alias Mirja Boes, die die erste Frau war, die am Ballermann aufgetreten ist, aufgehört zu singen, es wurde eine Nachfolgerin gesucht. „Mein Traum war zum Greifen nah: Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Krümel.

Sie sei einfach mit ihrer in Köln produzierten CD zum „Bierkönig“ geflogen und hatte Glück: Der DJ sei neu gewesen, er habe nicht gewusst, dass er das, was sie geplant hatte, nicht machen durfte: „Ich hab ihm einfach meine CD in die Hand gedrückt und gefragt ob er das mal spielen und mir das Mikro geben konnte, was er verdutzt gemacht hat“, erzählt sie weiter.

Bis zu dem Abend habe es noch nie Auftritte im „Bierkönig“ gegeben und daher auch keine Bühne. „Ich habe mich dann einfach auf den Tisch gestellt und losgelegt.“ Der „Bierköng“ gehört zum „Oberbayern“ und zufällig war der Chef der Läden anwesend und war offensichtlich begeistert: „Ich flog nach Hause, bekam einen Anruf von meinem Management und war von da an einmal die Woche im Bierkönig gebucht – elf Jahre lang.“

Auch ihren Traum, auf Mallorca zu leben und dort einen eigenen Laden zu eröffnen, erfüllte sie sich auf ungewöhnliche Art und ebenfalls mit viel Eigeninitiative: „Ich hatte 2010 einen Dreh mit Pro7 und fragte da den Verantwortlichen, nämlich den Realisator, ob er jemanden von „Goodbye Deutschland“ kenne. Sie habe sich gut vorstellen können, von dem TV-Format begleitet zu werden. Wenn man die Unterstützung vom Fernsehen bei so einem Projekt habe, nehme das nämlich einige Hürden, der Plan: „Man wird dann regelmäßig ausgestrahlt, die Leute sind naturgemäß neugierig und wollen uns und unseren Stadl kennenlernen.“

Der Realisator arbeitete zufälligerweise selbst bei Goodbye Deutschland und sagte Krümel, dass ab Januar wieder gedreht werde. „Das hat mir zeitlich ganz gut gepasst, da für Dezember die Geburt meines Sohnes Maximilians ausgerechnet war.“ Das habe einfach alles geklappt, ohne groß drüber nachzudenken“, so Krümel. Dass andere Mütter einen Monat nach der Geburt etwas anderes geplant hätten, als auszuwandern, sich selbstständig zu machen und sich vom TV begleiten zu lassen – geschenkt!

Kruemel

So erfüllten sich die Pfaffs im Februar 2011 ihren Traum. Der Umzug und der eigene Laden auf Mallorca: „Krümels Stadl“ in Paguera und alles wurde vom Fernsehen begleitet. Bis heute haben sie und Dani es nicht bereut, bei „Goodbye Deutschland“ mitgemacht zu haben. „Es war ein Wahnsinn, man hat richtig gemerkt, wie voll der Laden nach der ersten Ausstrahlung war.“

Sie könne es nur jedem empfehlen, der sich im europäischen Ausland selbstständig mache, bei so einer Sendung mitzuwirken. Durch die TV-Präsenz, die einem so eine Sendung ermöglicht, habe man Werbung, die nicht zu bezahlen sei. „Natürlich muss man viel von seinem Leben preis geben, klar. Da ich aber schon so viel durch meinen Job als Sängerin preisgebe, war das für mich kein großer Schritt mehr.“

Startschwierigkeiten überwunden

Krümel biss sich in allem durch und kämpfte für ihren Erfolg: „Als wir „Krümels Stadl“ in Paguera aufmachen wollten, wurden wir belächelt, so ein Laden und so weit vom Ballermann entfernt – keiner glaubte an den Erfolg.“ Bis auf einen einzigen Bierlieferanten habe keiner einen Vertrag mit dem Paar schließen wollen.

„Alle dachten: ‚Das geht in die Hose!‘. Wir haben daran geglaubt, auch weil die Touristen in Paguera zu 90 Prozent aus Deutschland kommen, dachten wir: Wir versuchen es!“ Mittlerweile sei ihr Stadl mit 400 Sitzplätzen immer voll und die Bierlieferanten kratzten wiederholt mit Dumping-Preisen an die Stadl-Türe, aber nicht mit den Pfaffs: „Wie bleiben dem treu, der bereits am Anfang an uns glaubte!“

Krümel mit Künstlern von Krümels Stadl

Krümel mit Künstlern von Krümels Stadl

Der Erfolg ihres Ladens hat aber auch Schattenseiten: Durch den Hype um Krümel und den dadurch resultierenden Erfolg für Krümels Stadl haben sich Probleme in Paguera ergeben. „Bei uns im Laden sind häufig Polizei-Kontrollen, wir bekommen immer wieder nicht gerechtfertigte Anzeigen und auch Drohbriefe.“ Ihr Auto sei demoliert und Dani nachts mit Steinen beworfen und beleidigt worden. „Wir wissen bis heute nicht, wer genau dahinter steckt. Wenn so große Felsbrocken auf dich zugeflogen kommen, dann duckst du dich auch erst mal weg, anstatt zu gucken“, berichtet Krümel.

Existenzängste und Hass

Der Grund sei eindeutig, meinen die Pfaffs: „Bei uns gibt es vielleicht fünf Läden, die immer voll sind und in den anderen 50 Läden sitzen nur zwei, drei Leute.“ Existenzangst schüre nun mal Hass. Dass die Pfaffs aber hohe Ausgaben haben, um ihren Laden erfolgreich zu halten, bedenke keiner: „Wir haben an jedem Tag der Woche einen anderen Künstler bei uns, für die wir Flüge, Hotel, Shuttle und so weiter finanzieren müssen.“

Im Stadl treten zum Beispiel wöchentlich Menderes Bagci, Willi Herren, Helena Fürst oder „Der verrückte Jens“ auf. Krümel selbst singt zweimal die Woche. Abgesehen von den etablierten Sängern kämen auch sogenannte „Promis“ wie Nadja abd el Farrag, besser bekannt als „Naddel“, oder Ex-GNTM Gina-Lisa Lohfink nach Paguera. Was diese Damen dort genau machen, erklärt Krümel so: „Sie sind einfach da und die Leute kommen und gucken. Die Promis machen Fotos mit den Gästen und geben Autogramme.“

Krümel bei DSDS Exclusiv und Goodbye Deutschland

Krümel bei Goodbye Deutschland, DSDS 2016 und Explosiv

Ihre DSDS-Teilnahme bewertet Krümel übrigens positiv, auch wenn die Jury sie nicht in die nächste Runde ließ. „Mein Motto ist: Ich möchte niemals im Leben an dem Punkt sein, dass ich mich mal frage: „Was wäre gewesen, wenn?“ Lieber mache sie die Erfahrung und fiele auch mal auf die Schnauze, findet Krümel. Hart sei es sowieso überall, dann sei es besser, den eigenen Lebensweg zu gehen und zu versuchen, sich Träume zu erfüllen. Sie sei sich sicher, dass sie sich geärgert hätte, wenn sie nicht teilgenommen hätte.

Auch wenn die DSDS-Jury sie sogar mit viermal „Nein“ bewertete. Übrigens gab ihr die Sängerin Michelle nicht ihre Stimme, um weiter zu kommen. Ob das an Krümels Leistung gelegen hat, wurde im Netz heftigst diskutiert und von den meisten Usern verneint.

Krümel bei DSDS, Timecode: 2:27-2:47

Stattdessen nannten die User als Grund für das Krümels DSDS-Aus immer wieder eine Rivalität unter den beiden Schlagersängerinnen. Insbesondere, weil Krümel elf Jahre erfolgreich im Bierkönig gesungen habe und Michelle im Gegensatz dazu bei ihrem Bierkönig-Auftritt nach zwei Liedern den Auftritt habe abbrechen müssen, weil sie vom Publikum mit Gegenständen beworfen und somit förmlich von der Bühne gejagt wurde. Ob das aber der Grund für Michelles „Nein“ für Krümels Weiterkommen bei DSDS war oder nicht, weiß wohl nur Michelle allein.

Krümel sagt dazu nur: „Offizieller Kritik-Punkt an dem Auftritt war, dass meine Stimme zu sehr nach Partysänger klingt und ich zu unauffällig wäre. Aber wäre Krümel ein Mensch, der aufgibt, wäre sie nicht da, wo sie heute ist: „Ich werde auf jeden Fall wieder bei DSDS antreten und zwar dann ganz anders, als man mich kennt und auch mit ungewöhnlichem Styling.“ Mehr verrate sie noch nicht. „Mal sehen, was die dann zu kacken haben“, sagt Krümel und lacht.

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Krümels Stadl Profil bei Facebook- hier gibts die Line-ups!

Fotos: www.party-booking.de, Videos: youtube

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