„Jeder Track verlangt ein bisschen Birne“

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Headtrick ist ein echtes Pottkind. Zwar nicht gebürtig, doch schon seit einigen Jahren mischt der 27-Jährige die Rap-Szene von Bochum aus auf – und ist dabei ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen. Bekannt wurde er mit unzähligen Gigs, Gastauftritten auf diversen Veröffentlichungen und durch „Die Hänger“, zusammen mit eSKay. Seit dem Frühjahr dieses Jahres gibt’s das Debütalbum „Leichtigkeit Is Seins“.

Im Interview erzählt Headtrick aka Headdy Murphy von verrückten ersten Gigs, prächtigem Vibe und davon, wie die immer gleichen Texte langweilen können.

Juicy Beats hieß zu Beginn noch Juicy Fruits. Was ist dein Lieblingsobst?

Ananas.

Und dein Lieblingssaft etwa auch?

Nein, das ist Orangensaft.

Wann hast du damit begonnen, Musik zu machen?

Ich mach‘ das jetzt seit etwa zwölf Jahren.

Und wie war das so, das erste Mal vor vielen Menschen auf einer Bühne zu stehen?

Ich und mein damals bester Kompanero haben uns da echt vorher eingeschissen. Hoffentlich läuft nichts schief, was denken die Leute, wie reagieren sie, das schwirrte so im Kopf. War verrückt! Und jetzt bin ich schon zum zweiten Mal beim Juicy Beats dabei.

Was ist so besonders an Juicy Beats?

Der Vibe war die letzten Jahre immer prächtig. Geiles Wetter, Menschen treffen, die man länger nicht mehr zu Gesicht bekommen hat und die Kulisse abfeiern. Der Westfalenpark ist gemacht dafür.

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Headtrick kann ernst – aber auch albern. In seinen Liedern erzählt er gern von unterschiedlichen Themen, abwechslungsreich. Foto: privat

Was wünschst du dir von deinem Auftritt dort?

Das wieder mit den Heads abgefeiert wird, wie es die Jahre davor auch getan wurde. Dann wird’s toll!

Und generell? Was macht den Auftritt auf einem Festival aus?

Abgesehen von der Größe und der Menge der Menschen, die dort anzutreffen sind, vermischen sich da viele Genres auf mehreren Bühnen. Vielleicht ziehen sich an dem Tag mal einige Leute den Stock aus’m Arsch und schauen sich mal was anderes an, was vielleicht sonst nicht in Frage käme. Das könnte sein.

Wie würdest du deinen Musikstil bezeichnen?

Smooth, verrückt, erzählend, funky.

Erzählend? Und was erzählst du so?

Ich lege sehr viel Wert darauf, viele Themen zu haben. Ich möchte selber kein Album hören, wo auf einer Länge von 12 Tracks nur das Gleiche erzählt wird. Das langweilt! Man kann auch einfach über alles schreiben. Dinge die beschäftigen, Erlebtes, oder man schlüpft in eine Rolle und stellt Positionen dar. Ich mach mich da immer ganz locker, dann läuft das rund.

Gibt es ein Lied von dir, bei dem du an ’ne Frucht denkst?

„Ich hab ein Mangel an Vitaminen und die Affinität zu der Couch“ heißt es in „Rasierapparat“. Da bleibt dann nicht viel Freiraum um Obst zu präsentieren, haha. Ansonsten verlangt jeder Track ein bisschen „Birne“ ab.

 

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Beitrags-/Teaserbild: Jörg Gröger