23.000 Glockenschläge für ertrunkene Flüchtlinge

Mit einer außergewöhnlichen Aktion will das Erzbistum Köln an die Opfer der Flüchtlingskatastrophen auf dem Mittelmeer erinnern. Freitagabend sollen an 230 Kirchen die Totenglocken 100 Mal läuten.

Seit dem Jahr 2000 hätten 23.000 Menschen im Mittelmeer ihr Leben verloren. „Hinter jedem Schlag steht ein Kind, eine Mutter, ein Vater“, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki. Er kritisierte die derzeitige Flüchtlingspolitik Europas: „Wir dürfen das Mittelmeer nicht als Burggraben wahrnehmen.“

In Köln soll auch die größte Glocke des Doms, der „Dicke Pitter“, läuten. Er wird sonst nur zu besonderen Anlässen geschlagen: etwa an hohen kirchlichen Feiertagen, zum Tod sowie zur Wahl eines Papstes oder des Kölner Erzbischofs. Das Totengeläut ist Teil eines Solidaritätsabends für Flüchtlinge auf dem Roncalliplatz vor dem Kölner Dom. Der Erlös des Abends unterstützt die Seenotrettung von Flüchtlingen.

Berliner Künstlergruppe demonstriert gegen EU-Flüchtlingspolitik

Die Berliner Künstler- und Aktivistengruppe Zentrum für politische Schönheit“ hat am Dienstag bereits ein Zeichen gesetzt und eine im Mittelmeer ertrunkene Frau auf einem Berliner Friedhof bestattet. Die Syrerin, deren Namen die Gruppe nicht bekanntgeben wollte, sei mit ihrer zweijährigen Tochter auf dem Weg von Libyen nach Lampedusa ertrunken. Für Sonntag kündigten die Aktivisten zudem an, vor dem Kanzleramt die Grundsteine für einen neuen Flüchtlings-Gedenkfriedhof zu legen. Mit beiden Aktionen wollen sie unter dem Motto „Die Toten kommen“ gegen die europäische Flüchtlingspolitik protestieren.

Im sozialen Netzwerk Twitter wird die Aktion unter dem Hashtag #dietotenkommen kontrovers diskutiert:

 

 

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