Der Urlaubs-Finanzcheck

Semesterferien sind Reisezeit. Ob beim Kurztrip nach London, Skifahren in Österreich oder einem Auslandspraktikum in Frankreich – ohne Geld kommt man nicht aus. Doch wo besorge ich mir im Ausland an frisches Bargeld? Wie wechsele ich meine Euros am günstigsten in eine andere Währung? Hier findet ihr die wichtigsten Finanztipps für euren Urlaub.

Wenn man seine Ferien innerhalb der Euro-Zone verbringt, muss man wenigstens kein Geld wechseln. Trotzdem muss man sich vorher bei seiner Bank erkundigen, ob die eigene EC-Karte im Ausland auch funktioniert. Sonst sitzt man ziemlich schnell auf dem Trockenen.

Besonders ist wichtig ist das, wenn man gerade eine neue EC-Karte hat, auf der nicht mehr das alte Maestro-Logo abgebildet ist, sondern das V-Pay-Logo, ein blaues V auf gelbem Grund. V-Pay ist eine neue Zahltechnologie, die mit dem Chip in der Karte funktioniert. Das macht die Karte sicherer und die alten Funktionen sind im Prinzip erhalten geblieben.

Visa oder Maestro, das ist hier die Frage! Längst nicht alle europäischen händler haben ihre Systeme auf die neue Zahlungsart umgestellt. Quelle: flickr.com/mueritz

Visa oder Maestro, das ist hier die Frage! Längst nicht alle europäischen händler haben ihre Systeme auf die neue Zahlungsart umgestellt. Quelle: flickr.com/mueritz

In der Praxis gibt es jedoch noch Probleme: Diese Zahlweise wird gerade erst eingeführt und deshalb auch noch längst nicht europaweit unterstützt. Außerdem funktioniert V-Pay nur innerhalb Europas – für den USA-Trip taugt die Karte, im Gegensatz zur alten Version, also nicht.

Aufpassen muss, wer an der Kasse mit der Karte bezahlen will. Insbesondere bei den meisten großen Ketten sollte das zwar problemlos funktionieren, verpflichtet dazu sind sie jedoch nicht: Um eine peinliche Situation zu vermeiden, sollte man kurz vor dem Einkauf beim Kassierer nachfragen.

Fremde Währung im fremden Land

Wer in ein Nicht-Euroland fahren will, der sollte vorher einen kleinen Geldbetrag in die fremde Währung wechseln, in etwa 50 Euro, sodass man sich unterwegs und am ersten Tag versorgen kann. „Wirklich große Mengen fremdes Bargeld sollte man sich im Ausland am Automaten besorgen“, rät Reiner Niggemeier von der Sparkasse Dortmund. Das sei meist günstiger, als das Geld in Deutschland am Schalter umzutauschen.

Rainer Niggemeier, stellvertretender Regionalleiter der Sparkasse Dortmund warnt auch davor, zu viel Bargeld bei sich zu tragen: "Eine Karte ist leicht zu sperren, aber gestohlenes oder verlorenes Bargeld sieht man meist nie wieder."

Rainer Niggemeier warnt auch davor, zu viel Bargeld bei sich zu tragen: "Eine Karte ist leicht zu sperren, aber gestohlenes oder verlorenes Bargeld sieht man meist nie wieder." Quelle: Sparkasse Dortmund

Eine Abhebung im Ausland kostet meist 5,50 Euro, dafür bekommt man aber einen guten Wechselkurs. Die deutsche Bank erhebt zwar meist keine direkte Gebühr, lässt sich den Aufwand, den sie für Umtausch und Transport des Geldes hat, aber natürlich trotzdem bezahlen, indem sie einen für den Kunden ungünstigeren Kurs anbietet. Logisch: Umso mehr Geld ich dann umtausche, umso teurer wird es. „Mit den 5,50 Euro am Automaten kommt man meist besser weg,“ erklärt Niggemeier, „besonders dann, wenn man eine hohe Summe abhebt. Am besten, man bezahlt die Gebühr möglichst nur einmal.“

Manche deutsche Banken haben sogar Kooperationspartner im Ausland, bei denen man kostenlos Geld abheben kann, auch hier gilt: einfach nachfragen.

Günstige Länder

Überhaupt ist der Wechselkurs ein wichtiges Thema: Wer zu einem guten Kurs umtauscht, spart unter Umständen viel Geld. Eine Währung, die in der Finanzkrise stark an Wert verloren hat, ist z.B. der ungarische Forint. Vor drei Jahren gab es für einen Euro noch 250 Forint, inzwischen sind es ungefähr 300. Zum US-Dollar wechselt man dafür zurzeit eher schlecht, noch teurer wird es in der Schweiz: Die Notenbank stoppte den Kursanstieg des Franken gegenüber Euro und Dollar, um die Schweizer Wirtschaft nicht zu schwächen.

Viele europäische Währungen sind an den Euro gekoppelt, hier variiert der Wechselkurs nur minimal: 7,40 dänische Kronen sind zum Beispiel immer ungefähr einen Euro wert.