Kinotipp: Project X

Die drei Jungs Thomas, Costa und JB sind nicht das, was man landläufig als cool bezeichnen würde. Sie sind an ihrer Schule kaum bekannt. All das soll sich nun ändern, als Thomas an seinem 17. Geburtstag sturmfrei hat – zusammen mit seinen beiden besten Freunden will er die Party des Jahres schmeißen.

"Heute geht es um die Muschis, bei denen wir sonst nie eine Chance haben!" Für Costa ist das der größte Anreiz, eine legendäre Party zu organisieren. Quelle: Warner Bros.

"Heute geht es um die Muschis, bei denen wir sonst nie eine Chance haben!" Für Costa ist das andere Geschlecht wohl der größte Anreiz, eine legendäre Party zu organisieren. Quelle: Warner Bros.

Besonders Costa ist völlig besessen von der Idee, eine Megaparty im Haus von Thomas reichen Eltern zu organisieren. Und so ist er nicht einmal vom Gastgeber selbst zu bremsen, als er nahezu seine komplette Schule einlädt. Thomas ist hin- und hergerissen – einerseits will er nicht ein Langweiler sein, aber auch nicht das Vertrauen seiner Eltern missbrauchen. Doch spätestens als sich mehrere ältere Mädchen und der Star des Baseball-Teams ankündigen, ist alles Zaudern vergessen und die Party des Jahres kann beginnen. Jede Sekunde der Party wird vom schweigsamen Außenseiter Dax gefilmt, da er weiß, wie man mit einer Videokamera umgeht. Das ist gleichzeitig Dax‘ einzige Funktion, auf die Handlung nimmt er keinen Einfluss.

Altes Konzept, neue Dimensionen

Natürlich kommt schnell alles anders als geplant. Aus 100 Partygästen werden schnell über 1.000. Die Gartenparty wird auch auf das Haus ausgeweitet, Bier und Schnaps fließen in Strömen und auch der ein oder andere Joint wird angezündet. Selbstverständlich ist das noch längst nicht alles an Drogen, was die Stimmung steigen und alle Hemmungen fallen lässt.

Die Party des Jahres - viel tiefgang hat der Film allerdings nciht. Quelle: Warner Bros.

Die Party des Jahres - viel Tiefgang hat der Film allerdings nicht. Quelle: Warner Bros.

Project X ist ein Partyfilm erster Klasse – mehr aber auch nicht. Der Plot ist nicht wirklich originell, dafür aber liebevoll umgesetzt. Der Film setzt auf die altbekannten Handlungsstränge aus Filmen wie Hangover und Superbad – und treibt sie in einer nie dagewesenen Art und Weise auf die Spitze. Produzent Todd Phillips, der bereits Hangover drehte und sich mit eskalierenden Partynächten bestens auskennen dürfte, schafft es, den Zuschauer permanent in der Schwebe zwischen totaler Euphorie und abgrundtiefem Entsetzen zu halten.

Mittendrin statt nur dabei

Auch die filmische Umsetzung ist gut gelungen: Am Set wurden viele kleine Videokameras an die feiernden Statisten verteilt, sodass der Film zeitweise wie eine bunte Collage von Handy-Partyvideos erscheint – dadurch entsteht eine großartige Atmosphäre. Auch die Hauptfiguren werden immer nur aus der Sicht von Dax beziehungsweise anderen Partygästen gezeigt, sodass der Zuschauer mitten im Geschehen ist.

Wer von diesem Film mehr erwartet als Vandalismus, Drogenmissbrauch und Teeniebrüste, wird bitterlich enttäuscht sein. Für alle Anderen, die einfach nur Bock auf über eineinhalb Stunden laute Bässe, gute Laune und die fetteste Hausparty des Jahres haben, ist er genau das richtige.

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