Yoga, Badminton, Fitness – Unisport kostet mehr

Mehr als fünfeinhalbtausend Studenten nutzen den Hochschulsport der TU Dortmund. Der Verwaltungsaufwand für Leiter Jan-Philipp Müller und sein Team ist groß: Fast 400 Sportkurse müssen aufeinander abgestimmt werden. Dafür müssen die Studenten nicht nur früh aufstehen, sondern auch mehr Geld bezahlen als im letzten Semester.

Erste Woche des Semesters, Mittwoch, neun Uhr morgens: Startschuss für die Anmeldung zum Hochschulsport. Wer sich früher noch schriftlich anmelden musste, erledigt das jetzt online. Für Jan-Philipp Müller, Leiter des Hochschulsports, eine Arbeitserleichterung: „Früher war ich an dem Tag um halb sechs im Büro und die Studenten standen Schlange. Heute dauert es weniger als drei Minuten, eine Sportkarte zu kaufen.“ Der Termin orientiere sich dabei an anderen Hochschulen. „Uns war es wichtig, einen Termin zu haben, auf den sich alle Beteiligten einstellen können“, erklärt Müller. In der Anmeldephase griffen bis zu 2.000 User auf die Internetseite des Hochschulsports zu. Probleme habe es bisher noch keine gegeben: „Die Seite wird maximal etwas langsamer“, sagt er. Und die Kurse füllen sich schnell. Besonders beliebt sind Yoga, Pilates und andere Fitnessangebote.

Teurere Sportkarte

Dafür sind die Studenten auch bereit, 15 Euro für die Sportkarte auszugeben. Im letzten Semester waren es noch zehn Euro. Im Vergleich zur Situation von vor sieben Jahren habe sich das Angebot verdoppelt, sodass die Koordination aufwändiger sei, erklärt Müller. Seit 2004 organisiert er den Hochschulsport. Wenn mehr teilnähmen, werde das Sportmaterial auch stärker beansprucht.

Jan-Philipp Müller hat Sportwissenschaft an der Sporthochschule Köln studiert. Seit September 2004 leitet er den Dortmunder Hochschulsport. Foto: Haika Hartmann

Jan-Philipp Müller hat Sportwissenschaft an der Sporthochschule Köln studiert. Seit September 2004 leitet er den Dortmunder Hochschulsport. Foto: Haika Hartmann

Die Studenten reagierten gelassen auf die Teuerung: „Von 9.000 per E-Mail Angeschriebenen haben sich nur vier beschwert“, berichtet Müller. Mit dem höheren Beitrag will er auch sicherstellen, dass neue Trendsportarten angeboten werden können. Eine dieser Trendsportarten ist Zumba. „Das ist eine Art Latin Fitness“, erklärt der Leiter.

Unterschiede in Kosten und Anmeldeverfahren

Für solche Kurse müssen Studenten trotz der 15 Euro zusätzliche Beiträge zahlen. „Das hängt mit gewissen Mehrkosten zusammen“, sagt Müller. Kleinere Gruppen oder besondere Materialien könnten mit der Sportkarte nicht gedeckt werden. „Wenn wir das auf die anderen Studenten umlegen würden, wäre das nicht fair“, erläutert er. Yoga-Kurse würden beispielsweise stark nachgefragt, doch gerade hier sei eine kleine Kursgröße erforderlich. Für diese teureren Kurse sitzen die Studenten also morgens um neun Uhr vor dem Rechner. Andere Kurse erfordern erst gar keine Anmeldung, sondern die Sportinteressierten können einfach so vorbeischauen.

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Umfrage auf dem TU-Campus

Noch anders funktioniert das beim Badminton: Hier melden sich Studenten jede Woche neu an. „Badminton wäre auch ausgelastet, wenn wir es für das ganze Semester ausschreiben würden – allerdings nur für zwei Wochen“, sagt Müller. Danach käme nur noch die Hälfe der Sportbegeisterten. Um das zu vermeiden, ist das Anmeldeverfahren hier anders. Gerade Badminton ist äußerst beliebt, wie unsere Umfrage ergeben hat.

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Stefanie hat schon vorher Badminton im Verein gespielt. Foto: Haika Hartmann

Stefanie hat schon vorher Badminton im Verein gespielt. Foto: Haika Hartmann

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Stefanie hat im letzten Semester Badminton gespielt. „Mir wurde einfach das Heft in die Hand gedrückt“, erzählt sie. Im letzten Semester habe der Sport gut in ihren Stundenplan gepasst. „Das ist jetzt nicht mehr so“, bedauert die Logistikstudentin. Wenn sich die Zeiten nicht geändert hätten, hätte sie auf jeden Fall weitergespielt. Schließlich habe sie sich extra einen neuen Schläger gekauft. Dass die Sportkarte jetzt fünf Euro mehr kostet, findet die 21-Jährige nicht schlimm: „Auf das ganze Semester bezogen ist das trotzdem nicht viel.“
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Tristan (links) und Jian wollen den Hochschulsport für sich nutzen. Das Angebot halten sie für breit gefächert. Foto: Haika Hartmann

Tristan (links) und Jian wollen den Hochschulsport für sich nutzen. Das Angebot halten sie für breit gefächert. Foto: Haika Hartmann


Jian hat schon das Fitnessförderwerk genutzt, ein Fitnessstudio, in dem der Hochschulsport Gerätetraining anbietet. Auch Handball hat er schon an der Uni gespielt. „Handball spiele ich schon immer und auch im Fitnessstudio war ich vorher schon“, berichtet der Student der Wirtschaftswissenschaften. „Mich stört nur, dass ich dafür immer zur Uni fahren muss, weil ich in der Stadt wohne.“ Den Semesterbeitrag von 15 Euro findet er angemessen: „Für sechs Monate kann man das schon investieren. Das ist kein Beinbruch.“

Tristan hat gerade erst angefangen zu studieren. Bevor er sich eine Sportkarte kauft, will er sich noch genauer über das Angebot informieren. „Vielleicht spiele ich Badminton oder Tischtennis“, sagt er.

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Giulia hat sich zum ersten Mal eine Sportkarte gekauft. Die Anzahl der Kurse gefällt ihr gut: "Wir haben schon eine große Auswahl." Foto: Haika Hartmann

Giulia hat sich zum ersten Mal eine Sportkarte gekauft. Die Anzahl der Kurse gefällt ihr gut: "Wir haben schon eine große Auswahl." Foto: Haika Hartmann

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Giulia versucht noch, eine Freundin zu einem Aerobic-Kurs zu überreden. Bis dahin spielt sie Badminton: „Dafür habe ich mich sofort angemeldet.“ Seitdem sie studiert habe sie nicht viel Sport getrieben. „Ich bin schon ein bisschen eingerostet. Das will ich jetzt ändern“, erklärt die Lehramtsstudentin. Für Badminton kann sich die 21-Jährige jede Woche neu anmelden. „Das ist echt gut. So bin ich nicht verpflichtet, das ganze Semester über hinzugehen.“

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