Pakistanische Schülerin wird jüngste Nobelpreisträgerin

Die pakistanische Schülerin Malala Yousafzai hat den Friedensnobelpreis 2014 bekommen. Sie wird zusammen mit dem Inder Kailash Satyarthi wegen ihres Engagements für Kinderrechte ausgezeichnet. Die beiden haben sich damit gegen 276 Personen und Organisationen aus aller Welt durchgesetzt, die auch nominiert waren. 

Foto: Flickr/Henry Mühlpfordt

Im Unterschied zu anderen Nobelpreisen findet die Verleihung des Friedensnobelpreises immer in Oslo statt. Das Komitee besteht aus fünf Mitgliedern, die vom norwegischen Parlament auf sechs Jahre gewählt werden. Dadurch sind die Mitglieder  meistens parteinah, sie dürfen aber nicht im Parlament sitzen. Diese fünf Personen dürfen auch Preisträger vorschlagen. Doch auch die Mitglieder von Regierungen und Parlamenten aus aller Welt und die Richter des Internationalen Gerichtshofes genießen ein Vorschlagsrecht. Außerdem dürfen Professoren verschiedener Fachrichtungen und die ehemaligen Preisträger Kandidaten nominieren. Von einer dieser Personen sind auch Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi nominiert worden. Die 17-jährige Malala Yousafzai war schon 2013 unter den Favoriten. Sie setzt sich für das Recht von Kindern auf Bildung ein. Die Taliban haben deshalb 2012 einen Mordanschlag auf sie verübt. Der zweite Preisträger, der 60-jährige Kailash Satyarthi, wurde wegen seinem Engagement bei friedlichen Protesten gegen die Ausbeutung von Kindern geehrt. Andere Favoriten waren unter anderem der Whistleblower Edward Snowden oder Altbundeskanzler Helmut Kohl.

Die Kriterien für die Auswahl geeigneter Kandidaten hat Alfred Nobel in seinem Testament festgelegt. Darin heißt es, dass die Menschen nominiert werden sollen, die sich im letzten Jahr am meisten für Völkerverständigung und Abrüstung eingesetzt haben. Bis in die 1960er Jahre hat sich das jeweilige Komitee auch an diese Vorgaben gehalten; seit dem wird der Friedensbegriff aber weiter gefasst und hat sich vom klassischen Schema „Verhindere das Land A und Land B Krieg führen“ entfernt. 1960 wurde der Preis an Albert John Luthuli verliehen; einen Südafrikaner, der sich gegen das Regime der Apartheid engagierte. Der Amerikaner Norman Borlaug bekam den Preis 1970 für sein Engagement gegen den Welthunger. Weil einige Leute fanden, dass diese Preisträger die Kriterien aus Nobels letztem Willen nur bedingt erfüllen würden, kritisierten sie die Auszeichnung.

Auch heute noch sind einige Preisträger umstritten. Als der amerikanische Präsident Barack Obama 2009 den Nobelpreis erhielt, merkten Kritiker an, dass Obama bisher nur Ankündigungen gemacht, aber nichts umgesetzt habe. Es wurde sogar gefordert, Obama den Preis wieder abzuerkennen. Das ist laut den Grundsätzen der Nobelstiftung aber nicht möglich. Tatsächlich hat einer von Obamas Vorgängern aber eine deutlich größere Diskussion verursacht: 1906 erhielt Theodore Roosevelt den Nobelpreis, weil er einen Friedensvertrag zwischen Japan und Russland ausgehandelt hatte. Doch der Präsident führte auch einen Krieg gegen Spanien, um Kuba von der Kolonialherrschaft zu befreien. Sobald er Spanien besiegt hatte, machte er Kuba zu einer US-amerikanischen Kolonie.

Die beiden Präsidenten sind nicht die einzigen Ausgezeichneten ihres Landes. Die USA sind mit 21 Preisträgern der Staat mit den meisten Nobelpreisen. Tatsächlich gab es bis vor ein paar Jahren mehr amerikanische Staatsbürger mit einem Nobelpreis als Frauen mit der Auszeichnung. Seit 2011 die Afrikanerinnen Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkol Karman den Preis für ihr Engagement für Frauenrechte erhalten haben, gibt es 15 Preisträgerinnen. Damit sind nur gut 15 Prozent der Preisträger weiblich. Mit der 17-jährigen Malala Yousafzai ist nun eine weitere Frau und die jüngste Preisträgerin der Geschichte hinzugekommen.

 

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