Wie der Lichterbaum entsteht

Der Dortmunder Weihnachtsbaum thront jedes Jahr über dem Weihnachtsmarkt. Neben 48.000 Lämpchen werden auch 20 rote Kerzen und 57 Leuchtornamente angebracht. Foto: Thomas Winkler, Lünen / Teaserfoto: flickr.com/brockvicky

Der Dortmunder Weihnachtsbaum thront jedes Jahr über dem Weihnachtsmarkt. Neben 48.000 Lämpchen werden auch 20 rote Kerzen und 57 Leuchtornamente angebracht. Foto: Thomas Winkler (Lünen)

45 Meter hoch, 48.000 Lichter schwer – der Dortmunder Weihnachtsbaum, Herzstück des Weihnachtsmarktes, steht kurz vor der Vollendung. Schon am 11. November wird Richtfest gefeiert, knapp einen Monat nachdem die Aufbauarbeiten begonnen haben.

Genau vier Wochen sind nötig, um aus 1.700 Rotfichten einen großen Tannenbaum zu errichten. Seit der Grundsteinlegung am 18.10. sind zehn Arbeiter jeweils acht Stunden am Tag damit beschäftigt, die einzelnen Bäume zu einem Ganzen zusammenzufügen. Die Gerüstbaufirma C.O. Weise hat Erfahrung mit dem Weihnachtsgeschäft: Schon seit 1996 baut sie den Dortmunder Weihnachtsbaum auf. „Bis auf das Jahr 1997 stand der Baum in jedem Jahr“, berichtet Thomas Winkler, Pressesprecher des Weihnachtsmarktes. Zu dem entsprechenden Zeitpunkt vor 14 Jahren habe es in der Stadt Umbaumaßnahmen gegeben, deshalb war nicht genügend Platz für das 45 Meter hohe Kunstwerk. In diesem Jahr ziert der Baum also schon zum 15. Mal den Hansaplatz. Bauarbeiter Peter Buchta hat nur einmal beim Aufbau gefehlt. Die vier Wochen hält er für knapp bemessen: „Eigentlich reicht die Zeit nicht, das ist zu wenig. Aber wir müssen es eben schaffen.“

Dekorateur und Bürgermeister tun sich zusammen

Die Idee für den riesigen Weihnachtsbaum ist älter als ihre Umsetzung, nämlich fast genau ein Jahr. „1995 haben sich ein Dekorateur und der damalige Oberbürgermeister Günter Samtlebe das mit dem Baum ausgedacht“, erklärt Winkler. Die nächsten zwölf Monate musste Samtlebe die nötigen Genehmigungen einholen, unter anderem ein Windlast- und ein Brandschutzgutachten. Deshalb ist eine Sprinkleranlage im Baum installiert, denn bei insgesamt rund 48.000 Lichtern kann schnell etwas schiefgehen.

Der Tannenbaum ist später fast genau 45 Meter hoch. Studenten der TU Dortmund messen jedes Jahr die genaue Größe des Baumes. Foto: Haika Hartmann

Der Tannenbaum, hier am 2. November, ist später fast genau 45 Meter hoch. Studenten der TU Dortmund messen jedes Jahr die genaue Größe des Baumes. Foto: Haika Hartmann

„Die Lichter werden genau wie die Bäume nach und nach angebracht“, sagt Winkler. Für die Rotfichten, die aus dem Sauerland nach Dortmund gebracht werden, habe die Gerüstbaufirma spezielle Patente entwickelt. „Das muss man sich vorstellen wie einen Druckknopf. Unten am Baum ist eine Art Klinke angebracht, sodass die Fichten leicht miteinander verbunden werden können“, erläutert der Pressesprecher. Mithilfe eines Rohrgerüsts wächst der Baum in die Höhe. Bis zum 11. November muss der grüne Riese fertig sein, denn dann soll Richtfest gefeiert werden. Die Lampen zündet Oberbürgermeister Ullrich Sierau am 21. November an. Der Stromverbrauch ist laut Buchta relativ gering, da vor drei Jahren LED-Lämpchen eingeführt wurden. Tag und Nacht bleibt der Baum eingeschaltet. Wie hoch der Verbrauch genau ist, wissen weder Buchta noch Winkler..

Kurz nach dem Richtfest öffnen auch die Buden der Schausteller auf dem Weihnachtsmarkt: Vom 17. November bis zum 23. Dezember bieten sie ihre Waren an. Die Planungen dafür kosten Zeit. „Am 31. März war Anmeldeschluss für die Schausteller“, berichtet Winkler. Den Weihnachtsmarkt gibt es schon deutlich länger als den Weihnachtsbaum. Bereits zum 113. Mal kommen die Schausteller zusammen.

Glühwein trank früher niemand

Peter Buchta (2.v.r.) und seine Kollegen montieren die Bäume in luftiger Höhe. Das dürfen sie nur, wenn sie gut gesichert sind. Foto: Haika Hartmann

Peter Buchta (2.v.r.) und seine Kollegen montieren die Bäume in luftiger Höhe. Das dürfen sie nur, wenn sie gut gesichert sind. Foto: Haika Hartmann

Der erste Dortmunder Weihnachtsmarkt sah ganz anders aus als der, den der Besucher von heute kennt. „Der fand damals nur am 24. Dezember statt, von sechs Uhr morgens bis zwölf Uhr nachts“, erzählt Winkler. Ausschließlich Weihnachtsgebäck hätten die Verkäufer anbieten dürfen. Und bis auf dem Markt Glühwein angeboten wurde, dauerte es noch einige Jahre: „Bis Ende der sechziger Jahre war es verpönt, unter freiem Himmel Alkohol zu trinken. Das galt natürlich auch für Glühwein. Geändert hat sich das erst Anfang der siebziger Jahre.“ Kaum vorstellbar, schließlich ist der Glühwein mit dem Weihnachtsmarkt mittlerweile mindestens so untrennbar verbunden wie der große Weihnachtsbaum. Einen eigenen Weihnachtsbaum hat Aufbauer Buchta zu Hause nicht: „Nach der Arbeit hier kann ich zu Hause keine Tannen mehr sehen.“

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